Tragischer Frontalunfall auf der Ortsumfahrung fordert zweites Todesopfer

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Gerade das Putzgeschäft ist ein hartes Pflaster. Viele Reinigungskräfte arbeiten auch als 450-Euro-Jobber. 

Für viele ist es ein fester Bestandteil des Finanzplans

Im Landkreis bekommt nicht jeder Weihnachtsgeld: Eine Branche trifft es besonders hart

Für viele ist das Weihnachtsgeld fester Bestandteil des privaten Finanzplans. Doch nicht in jeder Branche fließt Extra-Geld. Vor allem in einer Branche gehen die Beschäftigten leer aus.

Freising – Das Weihnachtsgeld – die „Jahresleistung“, wie es in vielen Betrieben heißt – ist bei den meisten Arbeitnehmer fester Bestandteil des privaten Finanzplans: Ohne Weihnachtsgeld keine Extras, kein Urlaub. Doch nicht in jeder Branche fließt kurz vor Weihnachten Extra-Geld. So gab es bereits von der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt einen Warnstreik am Flughafen. Die Reinigungskräfte legten die Arbeit nieder, um für ein 13. Gehalt zu kämpfen.

Für viele Arbeitgeber ist die Zuzahlung selbstverständlich – weil tariflich festgezurrt. „Unsere Mitarbeiter erhalten Weihnachtsgeld, das prozentual vom Einkommen abhängig ist“, sagt Predrag Stanisic, Filialleiter des Rewe-Markts in den Schlüter-Hallen. Der tarifgebundene Betrag wird nicht nur bei Rewe ausgezahlt. In der Bekleidungsbranche ist K&L Ruppert eine feste Größe. Das Unternehmen mit Sitz in Weilheim, das gerade einen Sanierungsprozess durchläuft, macht das Weihnachtsgeld von der Art der Beschäftigung abhängig: Ömet Orman, Leiter der Freisinger K&L-Filiale an der Unteren Hauptstraße, sagt: „Wir zahlen an festangestellte Mitarbeiter das 13. Gehalt, nicht allerdings an Minijobber.“

Auch bei der Stadt Freising, sowie im Klinikum Freising bekommen die Mitarbeiter eine zusätzliche Jahresleistung. Laut Christl Steinhart, Leiterin des Presseamts der Stadt, bekommt jeder Mitarbeiter im öffentlichen Dienst einmal im Jahr eine Zusatzleistung. Diese werde je nach Eingruppierung im Tarif gestaffelt. Die Putzkräfte, die bei der Stadt angestellt sind, bekämen genauso wie das andere Personal nach Tarif eine Jahressonderzahlung, die rund 80 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens betrage. „Etwa die Hälfte der Putzkolonne wird von der Stadt selbst beschäftigt, der Rest wird von Gebäudereinigungsfirmen gestellt“, sagt Christl Steinhart. Hier ist das Weihnachtsgeld nicht tariflich fixiert – siehe Flughafen. 

Ähnlich wird es im Klinikum Freising gehandhabt. „Jedem Mitarbeiter steht Weihnachtsgeld zu. Wir sind tarifgebunden, und der Betrag liegt zwischen 50 und 80 Prozent des Monatsgehaltes“, erklärt der stellvertretende Personalchef des Klinikums, Siegfried Brunnhuber. Die Reinigungskräfte seien allerdings bei einer externen Firma angestellt. Die zahlt ihren Mitarbeitern kein 13. Gehalt aus, wie Rolf-Dieter Graser, Geschäftsführer der Vertragsfirma Medtralog, einräumt: „Das ist nicht im Innungstarif festgehalten“, sagt er. Im Klinikum wird also auch weiterhin geputzt – ohne Weihnachtsbonus.

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Gerade das Putzgeschäft ist ein hartes Pflaster. Viele Beschäftigte haben einen Migrationshintergrund, sprechen kaum deutsch und erwägen alles andere als einen Arbeitskampf. Viele Reinigungskräfte arbeiten auch als 450-Euro-Jobber. Der Preiskampf in der Branche sei brutal, heiß es von Seiten der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Und er gehe rein auf Kosten der Beschäftigten. Mit der Weihnachtsbescherung für die 350 Reinigungskräfte am Airport und die 1400 im gesamten Landkreis schaut es also schlecht aus. ly/sv

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