Ein Mann an der Anmeldung im Freisinger Impfzentrum
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Im Freisinger Impfzentrum haben die Beschäftigten alle Hände voll zu tun. In den vergangenen Wochen bereiteten Impfdrängler zusätzlichen – unnötigen – Aufwand. Symbolbild

Ärztesprecher kritisiert „Urlaub auf Kosten anderer“

Immer mehr Arbeit mit Impfdränglern: Landratsamt Freising appelliert an Solidarität

Immer mehr Impfdrängler machen dem Freisinger Impfzentrum zu schaffen. Das Landratsamt appelliert an die Solidarität der Bürger.

Landkreis – Menschen, die bei ihrer Anmeldung für eine Coronaimpfung falsche Angaben gemacht haben, um schneller an die Reihe zu kommen, werden als Impfdrängler bezeichnet. Im Kreis Freising ist dieses Verhalten in den vergangenen Wochen zu einem echten Problem für das Impfzentrum geworden. So tauchten dort täglich etwa fünf bis zehn Impfdrängler auf, die von den Betreibern erwischt wurden, berichtet Eva Zimmerhof, Sprecherin des Landratsamts.

Impfdrängler bedeuten mehr Aufwand

Impfdrängler werden weiterhin ohne Impfung nach Haus geschickt und müssen sich erneut im Anmeldeportal BayIMCO (impfzentren.bayern) registrieren. Für die Betreiber des Impfzentrums, das BRK Freising und die Johanniter aus Allershausen, bedeuten sie jedoch einen enormen Arbeits- und Organisationsaufwand: Ihre Termine müssen umgehend an tatsächlich priorisierte Menschen vergeben werden, damit kein Impfstoff verfällt.

Aktuell werden im Impfzentrum Menschen der Priorisierungsgruppe 3 geimpft. Für Arztpraxen hingegen ist die Priorisierungsvorgabe seit dem 20. Mai aufgehoben worden, auch für die Impfzentren soll die Vorgabe fallen. Dies und die zu erwartende große Nachfrage nach Impfungen wird die Hausärzte wie auch das Impfzentrum vor eine organisatorische Herausforderung stellen, so Zimmerhof. Denn die Aufhebung der Priorisierung bedeute nicht, dass auch mehr Impfstoff zur Verfügung steht. „Aber natürlich erhalten die Menschen in den Priorisierungsgruppen 1 bis 3, die für das Impfzentrum angemeldet sind, vorrangig einen Impftermin. Alles andere wäre ungerecht“, betont die Sprecherin der Kreisbehörde.

Wer seine Impfung bereits beim Hausarzt erhalten hat, möchte sich gegenüber Wartenden bitte solidarisch zeigen und sich in BayIMCO selbst abmelden. Die Abmeldung kann nicht durch das Impfzentrum oder den Hausarzt erfolgen. Melden sich die Impflinge nicht ab, bleiben sie auf der Warteliste und werden vom System immer wieder zur Terminbuchung eingeladen.

Abstände nicht verkürzen

Vom derzeitigen Trend, den Abstand zwischen den beiden Impfungen, die für den vollen Schutz nötig sind, zu verkürzen, hält Freisings Ärztesprecher Georg Miedl nichts: „Da geht es im Prinzip darum, sich Urlaub auf Kosten anderer zu ermöglichen.“ Ein längerer Impfabstand ist vielmehr sinnvoll, um möglichst vielen Menschen die Erstimpfung und damit schon einen gewissen Schutz zu ermöglichen.

Erleichterungen für Geimpfte & Genesene

Nicht nur der Schutz gegen das Coronavirus ist für Impfdrängler verlockend, für Genesene wie auch für vollständig gegen Corona Geimpfte gelten nach der aktuellen bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung außerdem einige Erleichterungen: Wer vollständig geimpft oder genesen ist, muss keinen negativen Test vorlegen, wenn ein solcher verlangt wird. Von Kontaktbeschränkungen sind diese Personen ausgenommen, bei privaten Zusammenkünften bleiben sie unberücksichtigt.

Liegt die Infektion mehr als sechs Monate zurück, benötigen aber auch genesene Personen eine einzelne Coronaimpfung, damit die Erleichterungen für sie gelten. Wichtig dabei ist, dass es sich um eine durch einen PCR-Test nachgewiesene Infektion gehandelt haben muss. Ein positiver Antigen-Schnelltest allein genügt nicht, um als genesen zu gelten. Genauso wenig kann ein Antikörpernachweis herangezogen werden, um Erleichterungen in Anspruch nehmen zu können. ft

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