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Das eigene Haus ist für die meisten Freisinger inzwischen unbezahlbar. Um 93 Prozent stiegen die Preise innerhalb von nur fünf Jahren – Deutschland-Rekord.

Preisanstieg bei Häusern

Immobilienpreise schießen in Freising höher als überall sonst in Deutschland

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Da kann nicht mal München mithalten: Die Immobilienpreise in Freising steigen dramatisch an. Laut Studie können sich nur noch zwei Bevölkerungsgruppen ein neues Eigenheim leisten.

Freising – Der Kauf einer Immobilie bleibt in Freising inzwischen nur noch einer sehr kleinen Bevölkerungsgruppe vorbehalten: Spitzenverdienern oder jungen Leuten mit betuchten Eltern. Das ist die Erkenntnis einer aktuellen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Erfreulich dagegen ist der Immobilienpreisboom für Verkäufer – vor allem von Eigenheimen. In keiner Stadt Deutschlands sind die Preise laut IW-Studie von 2013 bis 2018 so dramatisch gestiegen wie in Freising: um 93 Prozent.

Eigentlich galten Einfamilienhäuser „unter Anlagegesichtspunkten“ bisher als eher „schwierig“, schreiben die Autoren Michael Voigtländer und Christian Sauerborn in der IW-Studie. Doch die Lage habe sich „aktuell komplett gedreht“ – vor allem in Süddeutschland. Und dort stehe bei der Preisentwicklung bei Häusern „nicht die Stadt München, sondern Freising“ an der Spitze, mit einem Anstieg von 93 Prozent in fünf Jahren – einem Jahreswachstum von 14 Prozent also. Nach Freising belegen Fürstenfeldbruck (84 Prozent), Bad Tölz-Wolfratshausen (82) und München-Nord (80) die nächsten Plätze. Dann folgt der Landkreis Miesbach (79). Knapp dahinter: Berlin-Mitte (78).

Immobilienpreise: Meist fehlt das Startkapital

Die Ausnahmestellung Freisings erklärt sich laut Studie durch das Zusammentreffen mehrerer Faktoren:

– die Zinsentwicklung, die die Nachfrage aufgrund der besseren Finanzierbarkeit und der mangelnden Anlagealternativen „deutlich erhöht hat“

– die Zuwanderung in die Ballungsräume

– die komfortable Anbindung an die nahe liegende Metropole München dank einer konkurrenzfähigen Infrastruktur

Die Eigentumsbildung aber halte mit der Preisentwicklung nicht Schritt, schreiben die Autoren. Meist fehle das Startkapital. Während die laufenden Kosten des Eigentumerwerbs aufgrund der niedrigen Zinsen „leistbar“ seien, habe der Kapitalbedarf, bestehend aus Eigenkapital und Erwerbsnebenkosten (Grunderwerbssteuer, Notargebühren, Grundbuchkosten, Maklerprovision), deutlich zugenommen, da alle diese Ausgaben in Relation zu den Preisen steigen. 

90 Prozent der Mieter verfügten aber über ein Finanzvermögen von weniger als 50 000 Euro – ein Tropfen auf dem heißen Pflaster von Freising. Fazit: „Wer also kein sehr hohes Einkommen erzielt oder Eltern hat, die mitfinanzieren können, kann selbst kaum Eigentümer werden.“

Eigenheim in Freising wird teuer bleiben

Ausblick: Laut IW-Studie werden die Preise in den kommenden Jahren nicht mehr ganz so stark steigen, weil die Zinsen nicht mehr weiter fallen. Dennoch sei „mit Zuwächsen zu rechnen“, solange der Zuzugsdruck nicht abnehme.

Für Freising prognostiziert die IHK in ihren neuesten „Kennzahlen“ bis zum Jahr 2036 einen Bevölkerungsanstieg von etwa mehr als zehn Prozent – für Bayern gerade einmal 3,6 Prozent. Der Immobilienmarkt kocht weiter.

Etwas anders sieht es der Immobilienverband Deutschland: Er geht davon aus, dass die Fieberkurve auf dem Immobilienmarkt den Scheitelpunkt bereits überschritten hat. Die Wohnungsnot im Kreis Freising treibt die Arbeitsgemeinschaft Wohlfahrtsverbände um. Die ARGE fordert mehr sozialen Wohnraum.

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