Wer eine Immobilie in sehr guter Wohnlage – wie hier am Mainburger Berg – gekauft hat, musste tief in die Tasche greifen, hat aber trotzdem gut investiert.Gleixner

Immobilien

Neubaupreise sind regelrecht explodiert

Freising - Lebensraum in der Stadt Freising ist teuer – und das wird sich auch nicht so schnell ändern. „Der Markt boomt, und die Grundlage für die Wohnungsnachfrage ist langfristig gesichert“, teilt ein führender Immobiliendienstleister mit. Dafür spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Die Stadt Freising hat einiges, was es für hohe Mieten und Immobilienpreise braucht: Das ist die Kernaussage des Städtereports 2016, den der Immobiliendienstleister PlanetHome veröffentlicht hat. „Die Bier- und Universitätsstadt punktet mit gesunder Wirtschaft, wunderschöner Natur und unverwechselbarem Stadtbild“, erläutert der zuständige Regionalleiter von PlanetHome, Wolfgang Benker. „Zugleich ist sie Hochburg von zahlreichen Wissenschaftszentren sowie von Forschungs- und Bildungseinrichtungen.“ Wesentliche Faktoren seien zudem die Wirtschaftsstruktur dank des Flughafens und großer Firmen wie Texas Instruments, HAWE Hydraulik oder Krones Steinecker sowie die Arbeitslosenzahlen, die sich mit einer Quote von knapp über zwei Prozent „nahe der Vollbeschäftigung“ bewegten. Und die logische Konsequenz daraus: „Der Wohnungsmarkt boomt“, sagt Benker. Das bedeutet, dass Häuslebauer und Wohnungssuchende tief in die Tasche greifen müssen. In Zahlen heißt das: Verkäufer könnten in der Stadt Freising pro Quadratmeter einen Preis von bis zu 5000 Euro erzielen, im Schnitt seien es 4200 Euro. Bestehende Objekte ließen sich für bis zu 4600 Euro pro Quadratmeter veräußern, hier stehe der Mittelwert bei 3500 Euro. Die durchschnittliche Kaltmiete liege im Neubau bei 11,40 Euro pro Quadratmeter, im Bestand betrage sie 10,10 Euro. In den besten Lagen – also im Südwesten der Stadt, in Vötting, in Weihenstephan und im Zentrum – sind laut Stadtmarktbericht auch 14 Euro „realistisch“. Und die Mieten und Kaufpreise seien in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: Seit dem Jahr 2000 seien die Neubaupreise um 39 Prozent in die Höhe geschossen. Bei Häusern seien es 25 bis 43 Prozent, bei Grundstücken sogar 58 Prozent. Die Gründe für diese starke Preisdynamik seien, so Benker, sowohl das „hohe Interesse von Kapitalanlegern, die vor dem Hintergrund niedriger Renditeaussichten in Immobilien investieren, als auch eine gestiegene Nachfrage von Eigennutzern in Folge des Anstiegs der Einwohner- und Haushaltszahlen“. Letzteres soll sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auch kaum ändern: Aktuell – Stand 1. Juli – leben in Freising 49 399 Menschen. Bis 2030 werde die Stadt zirka 4840 Einwohner und 3220 Haushalte dazugewinnen, teilt die PlanetHome mit. Sprich: „Damit ist die Grundlage für die Wohnungsnachfrage langfristig gesichtet.“ Des einen Freud’, des anderen Leid. Wer 2015 nach Freising umziehen wollte, musste im Durchschnitt 267 250 Euro für eine Eigentumswohnung berappen. Für ein Reihenhaus im Bestand waren es 410 000 Euro, für ein freistehendes Einfamilienhaus um die 600 000 Euro. Und noch eine aussagekräftige Zahl: Im vergangenen Jahr musste im Landkreis im Schnitt das 6,6-fache des jährlich verfügbaren Einkommens in Wohneigentum investiert werden. In anderen bayerischen Landkreisen lediglich das 5,3-fache.

Michael Leitner

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