Hoffnungsträger in der Corona-Pandemie: der Impfstoff.
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Hoffnungsträger in der Corona-Pandemie: der Impfstoff. Symbolbild

Vierte Lieferung steht an

Impfbereitschaft steigt in Freising: 600 neue Dosen werden am Freitag erwartet – Impfzentrum nimmt Betrieb auf 

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Die nächste Impfstoff-Lieferung trifft an diesem Freitag in Freising ein. Das Impfzentrum nimmt am Samstag seinen Betrieb auf. Die Impfbereitschaft steigt.

Landkreis – Es geht weiter: An diesem Freitag trifft die vierte Lieferung des Corona-Impfstoffs im Landkreis Freising ein. Zwei weitere werden nächste Woche erwartet. An diesem Samstag startet der reguläre Betrieb im Impfzentrum Freising, teilt Landratsamt-Sprecher Robert Stangl mit.

Seniorenheime fast „durchgeimpft“

Von den 600 Impfdosen, die für diesen Freitag angekündigt sind, werden laut BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl 300 vor allem dafür verwendet, um die zwei letzten großen Seniorenheime im Landkreis „durchzuimpfen“: Das Vitalis-Seniorenzentrum St. Martin in Marzling – in dem sich allerdings, wie berichtet, bereits Dutzende Bewohner mit dem Coronavirus infiziert haben – und das Pichlmayr-Seniorenzentrum in Hallbergmoos. Die Impfbereitschaft steige laut Söhl zunehmend. Doch mitunter sei auch das Personal in den Alten- und Pflegeeinrichtungen durchaus zögerlich.

„Nachdem einige Leute eine gewisse Abwarte-Technik entwickelt haben – so nach dem Motto ,Schauen wir mal, wie es den anderen mit der Impfung geht’ –, ist die Impfbereitschaft jetzt steigend“, erklärt Söhl im FT-Gespräch. In rund drei Wochen, wenn die zweite Impfrunde ansteht, könnten parallel dazu auch Erstimpfungen durchgeführt werden. „Die ersten Nachmeldungen aus den Heimen sind schon gekommen.“

Normale Impfreaktionen

Dass manche der Heimbewohner, die das Impfangebot zuerst nicht angenommen haben, ihre Meinung nun doch geändert hätten, erklärt Söhl mit dem guten Verlauf der ersten Impfungen. Die Rückmeldungen, die aus den Einrichtungen gekommen sind, seien gut gewesen. „Eigentlich gab es nur normale Impfreaktionen, zum Beispiel, dass der Arm danach ein bisschen wehtut.“

Doch nicht nur einige Bewohner hätten zögerlich auf die Impfungen reagiert. „Die Mitarbeiter haben auch nicht alle ,Hurra!’ geschrieen. Die waren zum Teil auch verhalten“, sagt Söhl.

Bürokratischer Aufwand ist enorm

Der BRK-Chef ist nun froh, dass die erste Impfrunde in den Seniorenheimen im Landkreis nahezu abgeschlossen ist. „Die Bürokratie bereitet uns große Probleme.“ Das Prozedere einer Impfung sei enorm aufwendig: „Die Anmeldung, der Anamnesebogen, das Arztgespräch, das Impfen selbst, die 15 Kontrollminuten danach – das dauert natürlich alles.“ Der Pieks selbst sei am wenigsten zeitaufwendig. „Aber insgesamt brauchen wir für einen Patienten schon etwa eine halbe Stunde.“

Zudem sei der Impfstoff gegen das Coronavirus sehr sensibel, die Handhabung mit Kühlung und Aufbereitung dementsprechend kompliziert und aufwendig. Mit Kühlboxen und Ähnlichem sei das Team des Bayerischen Roten Kreuzes aber sehr gut ausgestattet, betont Albert Söhl. „Der Landkreis bemüht sich wirklich, das Beste daraus zu machen.“ Sein Fazit: „Die Impfung läuft schon sehr gut – und wird noch besser.“

Schon viele über 80-Jährige vorgemerkt

Womit der BRK-Kreisgeschäftsführer ebenfalls zufrieden ist: Die über 80-Jährigen im Landkreis Freising, die sich bereits für die Impfung vormerken lassen können, würden das eifrig tun. Zeitlich habe man das gut geplant: „Während andere Landkreise jetzt erst anfangen, das zu organisieren, kriegen wir schon Rücklauf.“ Laut Landratsamt seien bereits rund 1000 Mails von Impfwilligen eingegangen.

Die ersten werden schon sehr bald geimpft: „Wir werden ab Samstag die ersten Impfungen von über 80-jährigen Landkreisbewohnern im Impfzentrum einplanen“, sagt BRK-Rettungsdienstleiter Hubert Böck. Das Callcenter kontaktiere bereits die vorgemerkten Personen, um Termine zu vereinbaren. „100 Impfungen pro Tag sind zunächst vorgesehen.“ Vor Ort bekämen die Impfwilligen gleich den Termin für ihre zweite Impfung.

Weiter Impfstoff-Dosen kommen nächste Woche

Die nächsten Impfstoff-Lieferungen sind für 12. und 15. Januar angekündigt. Nach den aktuellen Planungen des Landratsamts sollen ab Montag, 18. Januar, Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen ihre zweite Dosis erhalten, um den Schutz gegen das Virus sicherzustellen.

Landkreisbürger, die über 80 Jahre alt sind, können sich weiterhin für die Corona-Impfung vormerken lassen: Wer sich per Mail an impftermin@kvfreising.brk.de meldet, muss unbedingt folgende vier Angaben machen: Name, Geburtsdatum, Anschrift und Telefonnummer (wenn vorhanden: Festnetz und Handy). Danach werden ein Aufklärungsmerkblatt und eine Anamnese/Einwilligung zugeschickt. Diese Unterlagen müssen ausgefüllt und unterschrieben zum Impftermin mitgebracht werden. Die Benachrichtigung hierzu erfolgt automatisch.

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