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Hier geht’s nicht mehr rein: Weil die Meichelbeckstraße zu schmal ist, holt die Müllabfuhr die Tonnen nun an der Straßeneinfahrt ab.

Anwohner verstehen die Welt nicht mehr

Müll-Chaos in Freising: „quer“ dreht Beitrag über kuriose Situation

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Müllautos dürfen die Meichelbeckstraße in Freising nicht mehr befahren. Gelbe Säcke können jedoch problemlos abgeholt werden. Dieses kuriose Chaos war nun Thema im BR-Magazin „quer“.

Freising – „Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ Dieses Zitat des ehemaligen DDR-Staatschefs Erich Honecker ist seit einigen Wochen auch das Motto in der Freisinger Meichelbeckstraße. Sie ist so schmal, dass Müllfahrzeuge für den Rest- und Biomüll nicht mehr hineinfahren dürfen. Die Anwohner müssen ihre Tonnen nun zu einer Sammelstelle bringen – und sind verwirrt. Das kritische Magazin „quer“ des Bayerischen Fernsehens, das heuer bereits die Freisinger Behörden ob ihres zweifelhaften Krisenverhaltens im Zuge der Malachit-Affäre aufs Korn genommen hat, drehte kürzlich wieder in der Domstadt.

Grund für das Müllwagenchaos an der Straße am Lankesberg ist eine neue Branchenrichtlinie, die derzeit umgesetzt wird. Demnach gilt nun, dass Müllautos nur noch in Straßen einfahren dürfen, wenn die Strecke, die sie rückwärts wieder herausfahren müssen, nicht länger als 150 Meter ist. Zudem muss durchgehend auf beiden Seiten mindestens 50 Zentimeter Platz sein und ein Einweiser allein reicht nicht mehr aus. Da der hintere Teil der Meichelbeckstraße nach der neuen Regelung zu schmal ist, wird sie nicht mehr befahren.

„Müllsozialismus trifft auf bayerische Hartnäckigkeit“

„Hier trifft real existierender Müllsozialismus auf bayerische Hartnäckigkeit“, heißt es in dem gut viereinhalb Minuten langen Beitrag. „Nachvollziehbar ist das nicht“ und „18 Jahre lang hat es funktioniert“, äußern einige Anwohner ihr Unverständnis. Denn die Müllwagen, die die Gelben Säcke abholen und genauso groß sind wie die Fahrzeuge für den Restmüll, würden nach wie vor in die Straße fahren.

Als Antwort auf diesen Fall gab das Freisinger Landratsamt dem Magazin nur eine schriftliche Auskunft: „Im beschriebenen Fall war der eingesetzte Aushilfsfahrer versehentlich nicht entsprechend instruiert.“ Das kommt den Anwohnern allerdings eher wie eine Ausrede vor.

Um das Chaos zu beseitigen, hat einer von ihnen einen konkreten Vorschlag parat: Wenn die Müllfahrzeuge eine Gefahr darstellten, wäre es konsequent, die Durchfahrt für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen prinzipiell zu verbieten. Davon hält die Stadt Freising jedoch nichts. Das BR-Magazin bekommt – ebenfalls nur die schriftliche – Aussage: „Wenn die Pkw in der Meichelbeckstraße ordnungsgemäß abgestellt werden, bestehen auch keine Probleme für Lastwagen.“ Dabei würde man sich in der Straße bereits größte Mühe beim Parken geben. Die Idee eines Anliegers, einfach kleinere Müllautos zu entwickeln, werde wohl auf taube Ohren stoßen, heißt es zum Schluss des Beitrags. „Kleinere Autos in Deutschland – das wäre wirklich zu absurd.“

Ähnliche Situation am Goldberg

Stichwort absurd: Ein ähnliches Problem mit zu großen Autos herrscht auch an der Freisinger Ferdinand-Zwack-Straße. Die Anwohner am Goldberg prangern die prekäre Parksituation an (wir berichtet). Dort habe die Müllabfuhr ebenfalls Schwierigkeiten durchzukommen, die Feuerwehr hingegen sehe keine Probleme. Sowohl am Lankes-, als auch am Goldberg sind die Anlieger verwirrt. Doch eine Lösung ist bislang nicht in Sicht.

quer-Beitrag im Internet

Der Beitrag ist hier zu finden.

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