Schüler in der Klasse
+
Gegen den Distanzunterricht hat sich das Landratsamt Freising am Freitag entschieden, als die Inzidenz bei genau 100 lag. Der Schritt wäre schlicht zu kurzfristig gewesen, teilt die Kreisbehörde mit. Symbolbild

Inzidenzwert über 100

Kreis Freising zieht die „Notbremse“: Diese Corona-Maßnahmen gelten ab Mittwoch

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Freising hat am Samstag die 100er-Marke überschritten. Daher wird nun die „Notbremse“ gezogen.

Landkreis – Seit Samstag liegt die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Freising über 100. Laut der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt daher ab Mittwoch, 24. März, die sogenannte „Notbremse“ mit folgenden Regelungen:

Kontaktbeschränkung

Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum, in privat genutzten Räumen und auf privaten Grundstücken ist nur mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich einer weiteren Person gestattet. Zulässig ist die wechselseitige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften, wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfassen. Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten jeweils als ein Hausstand, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben.

Ausgangssperre

Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Der Aufenthalt außerhalb der Wohnung ist nur aus gewichtigen und unabweisbaren Gründen wie der Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten oder unaufschiebbarer Ausbildungszwecke erlaubt.

Sport

Kontaktfreier Sport ist nur unter Beachtung der Kontaktbeschränkung erlaubt, Mannschaftssport ist untersagt. Der Betrieb und die Nutzung von Sportplätzen, Fitnessstudios, Tanzschulen und Sportstätten ist nur unter freiem Himmel und nur für die oben genannten Zwecke zulässig.

Wirtschaft

Die Öffnung von Ladengeschäften mit Kundenverkehr für Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe ist untersagt. Bestimmte Unternehmen wie beispielsweise Lebensmittelhandel, Lieferdienste, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Banken, Blumenfachgeschäfte, Gartenmärkte, Baumärkte oder Buchhandlungen sind davon ausgenommen.

Vhs, Musikschule etc.

Kurse der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung, der Erwachsenenbildung, sonstiger außerschulischer Bildungsangebote sowie Instrumental- und Gesangsunterricht sind jeweils in Präsenzform untersagt.

Kultur

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Objekte der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und vergleichbare Kulturstätten sowie zoologische und botanische Gärten sind geschlossen.

Landratsamt erklärt Schulregelung für diese Woche

Die Tatsache, dass die Schulen und Kitas im Kreis Freising in dieser Woche grundsätzlich geöffnet bleiben, hat viele Reaktionen aus der Bevölkerung hervorgerufen. Das Landratsamt verdeutlicht daher erneut die geltende Rechtslage: „Die Regelungen der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind eindeutig“, schreibt Landratsamt-Sprecher Robert Stangl. „Die Rückkehr zum Distanzunterricht an den Schulen setzt voraus, dass im Landkreis eine 7-Tage-Inzidenz von 100 ,überschritten‘ wird.“ Maßgeblich für die Regelung in der gesamten Woche ist der Wert, den das Robert Koch-Institut jeweils am vorangegangenen Freitag veröffentlicht.

Am vergangenen Freitag lag die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Freising rechnerisch knapp unter 100, aufgerundet bei exakt 100,0. Damit wurde der Wert 100 nicht „überschritten“. Nach geltender Rechtslage hatte das Landratsamt deshalb kraft zwingenden Rechts am Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht festzuhalten.

„Natürlich ist auch uns nicht entgangen, dass die Inzidenzwerte deutschland- und bayernweit steigen. Das beunruhigt uns auch“, so Stangl. Weitergehende Anordnungen könne das Landratsamt allerdings nur treffen, wenn ein „gegenüber dem Landesdurchschnitt deutlich erhöhter Wert der 7-Tage-Inzidenz“ vorliege. Am Montag lag die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Freising laut RKI bei 111,1. „Ein wesentlicher Unterschied zur bayernweiten (110,7) und bundesweiten Inzidenz (107,3) liegt demnach nicht vor“, erklärt der Landratsamt-Sprecher.

Schritt hätte weitreichende Konsequenzen gehabt

„Wir haben am Wochenende darüber nachgedacht, ob wir auf dieser Grundlage eine Rückkehr zum Distanzunterricht anordnen können“, teilt Landrat Helmut Petz mit. „Nach Rücksprache mit den Landräten der benachbarten Landkreise haben wir jedoch davon Abstand genommen.“ Ein solcher Schritt hätte weitreichende Konsequenzen gehabt. Schulen, Kindertagesstätten und die jeweiligen Träger hätten über das Wochenende kaum genügend Zeit gehabt, sich auf diese Anordnung einzustellen. Auch für viele Eltern wäre es eine Zumutung gewesen, sich so schnell umorganisieren zu müssen, heißt es aus dem Landratsamt. ft

Im Gegensatz zum ersten Lockdown läuft der Sitzungsbetrieb im Amtsgericht Freising. Etliche Fälle bleiben dennoch liegen.

Alle Neuigkeiten und Nachrichten aus Freising und der Region lesen Sie immer aktuell hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare