Corona-Selbsttest
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Freisings BLLV-Kreisvorsitzende fordert, dass die Grundschullehrkräfte für die Durchführung von Selbsttests Unterstützung bekommen. Symbolbild

Unterstützung für Lehrkräfte gefordert

„Ist Zeit und Aufwand wert“: Schulleiter und BLLV begrüßen Testpflicht – Testzentren erwarten Ansturm

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Damit Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen können, sind ab Montag mindestens zwei Corona-Tests pro Woche verpflichtend. In Freising begrüßt man die Regelung, stellt aber Forderungen.

Freising – Die Inzidenz im Kreis Freising liegt derzeit deutlich über 100. Daher ist ab Montag höchstwahrscheinlich Distanzunterricht angesagt – mit Ausnahme der Übertritts- sowie Abschlussklassen und der elften Jahrgangsstufe an Gymnasium und Fachoberschule. Doch damit diese Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen können, müssen sie sich ab Montag mindestens zwei Mal pro Woche auf Corona testen lassen. Die Selbsttests müssen vor Ort durchgeführt werden. Es sei denn, die Kinder bringen ein negatives Testergebnis mit. Das darf allerdings nicht von einem Selbsttest stammen, sondern nur aus der Apotheke oder einem Testzentrum.

Mehr Zeit-Slots, genügend Personal: Corona-Testzentren stocken auf

Freisings BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl rechnet daher übers Wochenende mit großem Andrang in den Testzentren im Landkreis. Die Zeit-Slots habe man dementsprechend erhöht. „Wir hoffen, dem Ansturm standhalten zu können.“

Heinrich Märkl von der Johanniter Unfallhilfe, die das Allershausener Testzentrum unterhält, sieht das ähnlich: „Wir erwarten einen guten Besuch. Und dafür ist genügend Personal da.“ Außerdem habe man noch einmal die gleiche Anzahl an ehrenamtlichen Helfern in der Hinterhand. „Daher sehe ich uns gut gewappnet.“ In Allershausen wird am Samstag und Sonntag jeweils von 9 bis 12 Uhr getestet, eine Anmeldung ist nicht nötig. Märkls Tipp: Bislang sei die Schlange um 9 Uhr am längsten gewesen. „Um halb 11 waren alle weg. Man kann sich also selber einen Gefallen tun und etwas später kommen.“

Dom-Gymnasium hat über 1400 Selbsttests bekommen

Manfred Röder, Schulleiter am Freisinger Dom-Gymnasium, sieht sich gut gerüstet, wenn nach den Osterferien die elfte und zwölfte Jahrgangsstufe in die Präsenz zurückkehrt. „Über das Landratsamt haben wir bereits rund 1400 Selbsttests bekommen.“ Das sollte für die erste Woche genügen. Für kommende Woche sei bereits die nächste Lieferung angekündigt. „Sorgen um die Verfügbarkeit der Tests mache ich mir nicht.“

Damit vor Ort alles korrekt abläuft, habe die Hygienebeauftragte der Schule eigens eine Power-Point-Präsentation zum Ablauf des Selbsttests erstellt. So wolle man sicherstellen, dass auch die Schüler, die sich mit dem Prozedere bislang noch gar nicht auseinandergesetzt haben, wissen, was zu tun ist. „Die Durchführung liegt immer in der Hand des Betroffenen, die Lehrer leiten an“, erklärt Röder.

Erste Stunde ist für Tests da

Ungünstig sei lediglich, dass die Tests in Packungen von 20 oder 25 Stück erhältlich seien. „Die jedes Mal zu verteilen, ist ein bisschen mühsam.“ Hinzu komme die Tatsache, dass das Testprozedere seine Zeit brauche. „Händewaschen, Testen, 15 Minuten auf das Ergebnis warten, die Tests richtig entsorgen, wieder Händewaschen: Da wird sicher der Großteil der ersten Unterrichtsstunde draufgehen“, mutmaßt Röder. „Das ist halt die Kröte, die man schlucken muss. Aber wenn es dazu beiträgt, dass Präsenzunterricht gehalten werden und hoffentlich bald auch wieder in größerem Umfang stattfinden kann, ist das die Zeit und den Aufwand wert.“

Kerstin Rehm, BLLV-Kreisvorsitzende und Vorsitzende des Personalrats im Schulamtsbezirks Freising, begrüßt die Testpflicht. Nur mit der Kombination aus genügend Tests und zügigen Impfangeboten für alle Lehrkräfte könnten die Schulen immer weiter geöffnet werden. Wie das Testkonzept genau aussehen soll beziehungsweise wo genau die Selbsttests durchgeführt werden, sei von Schule zu Schule unterschiedlich. „Das gestalten die Schulleitungen individuell – je nach den örtlichen Gegebenheiten“, so Rehm.

Corona-Selbsttests: BLLV-Kreisvorsitzende fordert Hilfspersonal zur Unterstützung

Doch anders als in Abschlussklassen bräuchten vor allem Grundschullehrer und -kinder Unterstützung. „Diese Klassen sind sehr heterogen. Es gibt viele Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten oder sprachlichen Defiziten“, erklärt Rehm. Daher sei es sinnvoll, den Lehrkräften Hilfspersonal aus dem medizinischen Bereich zur Seite zu stellen. „Es gibt so viele engagierte Eltern. Es wäre gut, wenn man die miteinbeziehen könnte.“ Denn die Lehrkräfte sollten in dieser Situation nicht alleingelassen werden. Die BLLV-Kreisvorsitzende betont: „Es darf nicht sein, dass der Lehrer für alles verantwortlich ist und er dann dran ist, wenn etwas schiefgeht.“

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