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Eng zusammengerückt sind Freising und Arpajon in den vergangenen 25 Jahren – auf der Jubiläumsfeier im Kaffeehauszelt vertreten durch Eva Bönig und Christian Béraud (vorn).

25 Jahre Partnerschaft mit Arpajon

Ein kleines Stück gelebtes Europa

Freising - Wir schreiben das Jahr 723: Der aus Arpajon stammende Wanderbischof Korbinian kommt nach Freising, wird Patron der Stadt und schafft die Voraussetzungen dafür, dass Freising im Jahr 739 Bistum wird – und bis heute ist. Wir schreiben das Jahr 1991: Die Städte Arpajon und Freising erinnern sich ihrer Verbindung durch den heiligen Korbinian und begründen ein Städtepartnerschaft. Wir schreiben das Jahr 2016: Im Kaffeehauszelt auf dem Uferlos-Festival feiern die Freisinger und die Gäste aus Arpajon den 25. Geburtstag dieser Jumelage.

Dass man dieses besondere Jubiläum für ein vereintes Europa auf dem „Uferlos“ feierte, das war die Idee der Freunde aus Arpajon gewesen – ein Wunsch, den man den französischen Gästen gerne erfült hatte, wie Bürgermeisterin Eva Bönig betonte. Viel wurde an diesem kleinen Festakt davon geredet, welchen Zweck man am 5. Juli 1991 mit der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags verfolgt hatte: Den Austausch und die Kontakte zwischen den Einwohnern beider Städte wollte man fördern, ein besseres wechselseitige Kennenlernen der beiden Länder sollte ermöglicht werden, und man wollte mithelfen, gemeinsam das Europa der Bürger aufzubauen, wie es beispielsweise Arpajons Bürgermeister Christian Béraud formulierte. Béraud lud die Freisinger auch gleich zu dem Gegenbesuch im September ein, wenn dann das 25jährige Bestehen der Städtepartnerschaft in der 11 000-Einwohner-Stadt 30 Kilometer südlich von Paris gefeiert wird. An Dynamik habe die Städtepartnerschaft im vergangenen Vierteljahrhundert nichts verloren, bilanzierte Béraud. Aber man dürfe jetzt auch nicht nachlassen, die Erfolgsgeschichte fortzusetzen, mahnte Claude Brun, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. Bruns Appell war deutlich: In einer Zeit, in der Europa oft verunglimpft werde, in der die Hinwendung zum Nationalismus und die Angst vor dem Anderen und Fremden zunehme, habe das Europa der Städte und der Partnerschaftsvereine mehr als je zuvor seine Existenzberechtigung. Pathetisch wurde Brun zum Schluss: „Es lebe Freising, es lebe Arpajon!“, rief er den Gästen zu. Und deshalb war das Abspielen und das Singen der beiden Nationalhymnen, der Marseillaise und des Deutschlandslieds, sowie der Bayernhymne auch eindeutig als Akt der Völkerverständigung zu werten. Und damit nicht genug: Zum Festakt wurde der späte Nachmittag durch Auftritte eines Chors des Camerloher-Gymnasiums mit französisichen Chansons, durch die Stadtkapelle Freising, durch den Chor Arpa’Jazz und die Société Musicale d’Arpajon.

Andreas Beschorner

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