Jannis Roos (14) aus Freising schaffte es beim Bundesentscheid von „Jugend musiziert“ auf den ersten Platz. Privat

Freisinger (14) gewinnt Bundeswettbewerb

Jannis, der Junge mit dem Geiger-Gen

Freising - Wenn er auf seiner Violine spielt, herrscht ehrfürchtige Stille im ganzen Saal: der 14-jährige Jannis Roos hat ein ganz besonderes musikalisches Talent. Beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ schaffte er es jetzt auf den ersten Platz. Damit gehört er zu den neun besten Geigern Deutschlands – zumindest in seiner Altersklasse.

Seit seinem vierten Lebensjahr spielt Jannis, der erst vor kurzem mit seinen Eltern aus Pfarrkirchen nach Freising gezogen ist, Violine. Schon im Alter von drei Jahren war der Bub hin und weg, wenn Mama Synke das Instrument in die Hand nahm und spielte. Die gesamte Familie Roos ist zwar musikalisch, doch Geige, Klavier und Gesang dienen in der Regel nur dem normalen Hausgebrauch. Bei Jannis aber entdeckte man rasch das große Talent. Nach zwei Jahren an der Musikschule in Bad Birnbach empfahl die Lehrerin, Jannis in professionelle Hände zu geben. 

Und es scheint sich bereits gelohnt zu haben. Zwei bis zweieinhalb Stunden übt der Achtklässler nun täglich. Außerdem ist er seit 2011 Jungstudent an der „Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik“ in Regensburg. Dort wurde er auch von seinem Professor auf den diesjährigen Wettbewerb „Jugend musiziert“ in der Kategorie „Violine solo“ vorbereitet. Sein anspruchsvolles Programm enthielt Stücke von Johann Sebastian Bach, Christian Sinding und Pablo de Sarasate. Mit diesem trat Jannis Roos in seiner Altersklasse gegen 93 Violinisten an und belegte den ersten Platz mit der höchstmöglichen Punktzahl. Bereits im Regional- und Landeswettbewerb landete er mit 25 von 25 möglichen Punkten auf dem ersten Rang. Viel Zeit für andere Hobbies bleibt dem 14-Jährigen nicht. 

Ein großes Opfer ist das für Jannis allerdings nicht, denn die Musik spielt bei ihm sprichwörtlich die erste Geige: Wenn andere kleine Kinder damals mit ihren Eltern in den Zoo gingen, gab es für Jannis Roos nichts Schöneres als den Besuch einer Geigenwerkstatt. „Er muss das nicht machen. Es ist seine Berufung. Es ist sein Leben“, davon ist Synke Roos überzeugt. Natürlich sei das Geigespielen auf diesem Niveau mit Leistungssport zu vergleichen. Es sei anstrengend und koste sehr viel Zeit. Doch eines steht für Synke Roos fest: „Da ist etwas, was Jannis immer wieder antreibt. Er drückt sich förmlich über seine Musik aus.

Victoria Stettner

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