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Kreativ, humorvoll und ein bisschen gruselig: Zu Michael Jacksons „Thriller“ eroberten die Vampirinnen die Bühne und begeisterten das Publikum.

Freising: Joho-Schüler begeistern mit Dracula-Inszenierung

Ein filmreifer Kuss in einem gruslig-schönen Schulspiel

Ein Schulspiel, wie es im Buche steht, brachte das Josef-Hofmiller-Gymnasium die vergangenen beiden Abende auf die Bühne: kreativ, humorvoll und Genre-übergreifend. Und ein bisschen gruselig war es auch, denn auf dem Programm stand „Dracula“.

Viel Applaus gab es von den Besuchern für das Gruselstück Dracula, dass die Schüler des Josef-Hofmiller-Gymnasiums auf die Bühne gebracht haben.

Freising – Die Geschichte um den düsteren Grafen aus Transsilvanien und ein junges Paar aus England ist altbekannt, wurde sie doch schon oft verfilmt und gespielt. Spannend ist daher vor allem die Inszenierung des Gruselstücks. Und die konnte sich im JoHo wahrlich sehen lassen. Genutzt wurde der ganze Raum, nicht nur die Bühne selbst. Das brachte Bewegung, das hielt die Spannung. Beim Bühnenbild haben sich die Schüler für etwas sehr Modernes entschieden, stark reduziert: ein Bett, drei angedeutete Fenster, ein Stehtisch, ein Stück Zaun. Das bot eine wunderbare Grundlage für die Lichttechnik, die durch entsprechende Farben Atmosphäre schuf. Ein dunkles Violett zum Beispiel für die Szenen im Gruselschloss, ein helles Grün für Momente im Garten in England. Das reichte aus. Mehr noch: Der Minimalismus ließ reichlich Raum für die Spieler und die Geschichte selbst. Um den Wechsel der Schauplätze noch klarer zu machen, nutzen die Schüler einfache Requisite. Stand der Kleiderständer mit weißen Jacken auf der Bühne, befand man sich in der Irrenanstalt, ein wackeliger Holztisch und feuerrote Bettwäsche holte einen in das Gästezimmer im Schloss. Ideenreich und treffend arbeiteten die Schüler so mit wenigen Symbolen, mehr brauchte es nicht. Schließlich gab es ja auch noch die Musik des Schulorchesters. Vor allem die singende Säge, ein selten gehörtes Instrument, kündigte mit ihren klagend-wimmernden Klängen Unheilvolles an.

Und dann waren da noch die Schauspieler selbst. Allen voran das Trio der Hauptakteure. Tobias Krach zum Beispiel als edler Graf Dracula mit klarer Stimme, der die schöne Sprache des Stücks für alle hörbar machte. Der hatte den jungen und ambitionierte britische Immobilienmakler Jonathan Harker (David Schmidt) schnell unter seinen Fittichen, während dessen sich die Verlobte Mina (Johanna Herbes) in England nach im sehnte. Das junge Paar eroberte gleich zu Beginn des Stücks die Herzen des Publikums mit einem waschechten Filmkuss. Da ging ein kleines Raunen und entzücktes Seufzen durchs Publikum. Für so manch eine Zuschauerin hätte die Szene ruhig noch länger dauern können, wie im Nachhinein zu erfahren war. Ein bisschen Grusel, ein bisschen Romantik, aber auch der Humor kam nicht zu kurz. Zum Beispiel, als ein Haufen „Vampirinnen“ blutüberströmt auf der Bühne tanzte. Und welches Lied würde sich da besser eignen als Micheal Jacksons „Thriller“?

Die Schüler aus verschiedenen Jahrgängen arbeiteten Hand in Hand – Licht, Ton, Chor und Orchester, Bühnenbau und Maske. Gemeinsam haben sie ein Schulspiel kreiert, das sich sehen lassen konnte. Und damit haben sie sicher nicht nur die Projektleiterin Sieglinde Krach richtig stolz gemacht.                                                                 Claudia Bauer

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