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Star-Allüren:  Josefs neue Kleider wecken Missgunst.

Jugendmusical „Josef“ in der Luitpoldhalle

Mobbing im Alten Testament

Was hat das Alte Testament mit Facebook zu tun? Was kann passieren, wenn Geschwisterliebe in Neid und Hass umschlägt. Auf Fragen wie diese gab das groß inszenierte Jugendmusical „Josef – ein traumhaftes Leben?“ in der Luitpoldhalle Antworten. Musikalische, zwischenmenschliche und vor allen Dingen religiöse.

Freising– Fetzige Musik, ein Bühnenbild, dass von Massenszenen, von orientalischen Kostümen und von lauter hoch motivierten, jungen Darstellern bevölkert ist – so muss man sich die moderne Inszenierung der Josefsgeschichte in der Luitpoldhalle vorstellen.

Einmal selbst Star sein, einmal selbst im Rampenlicht stehen – der Spaß und die Spielfreude daran war dem riesigen Ensemble anzumerken – obwohl das Geschehen auf der Haupt- und auf der Nebenbühne nicht immer leichte Kost war. Es mögen gut hundert junge Darsteller auf der Bühne gestanden haben, bei dieser Musicalaufführung, die etwas von einem Monumentalfilm hatte und von Gesellschaftskritik durchdrungen war. Die Genres zusammengebracht hat eine Parallelhandlung, bei der ein verrückter Professor einer Gruppe Jugendlicher zur Hilfe kommt, die mit Mobbing bei Facebook zu kämpfen hat. Im Grunde eine Spiegelung der Handlung im alten Ägypten, wo Josef gerade von seinen Brüdern in einen Brunnen geworfen wird. Dass der Professor in seinem Labor herumfuhrwerkt wie eine Mischung aus Daniel Düsentrieb und Dr. Emmett L. „Doc“ Brown, ist bezeichnend für eine Aufführung, die mit Klischees umzugehen vermag, ja, sogar bewusst damit spielt. Bestes Beispiel ist das „Ei-Pad“ des Professors, das beim Einschalten gackert.

Apropos: Die Hauptdarsteller, allen voran, die Darstellerin des Josef, wussten durch schauspielerische Talent und Stimmgewalt zu begeistern. Schön anzusehen auch, wie das aus ganz Bayern bunt zusammengewürfelte Ensemble versuchte, auch tänzerischen Anforderungen auf der Bühne gerecht zu werden.

Die Botschaften dieses bibelfesten und gesellschaftskritischen Bühnenspektakels waren klar. „Einfach mit Gott reden“, sprich beten, die Hoffnung nie aufgeben und sei die Situation noch so aussichtslos – respektive peinlich. Wie im Falle von Josef, der im Gefängnis saß oder Paulina, die fett gemobbt wird bei Facebook. Ach ja, auch die Fähigkeit zu Verzeihen, war eine „Message“.

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