25-jähriges Jubiläum Freising Arpajon
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Das waren noch Zeiten: 2016 feierten Vertreter von Freising und Arpajon das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft. 2021 macht Corona derartige Treffen unmöglich - zumindest für die kommenden Monate

Partnerschaftsverein legt Jubiläum mit Arpajon und weitere Projekte auf Eis

Wegen Corona: Partnerschaftsverein Freising legt Jubiläum mit Arpajon auf Eis

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Vor 30 Jahren haben Freising und Arpajon eine Städtepartnerschaft beschlossen. Corona macht ein Jubiläum derzeit unmöglich. Auch andere Projekte liegen auf Eis.

Freising – Auch dieses Fest fällt Corona zum Opfer – zumindest teilweise: Seit 30 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Freising und Arpajon. „Normalerweise hätten wir das Jubiläum mit einer Zusammenkunft im Frühjahr und einem im Herbst gefeiert“, sagt Helmut Weinzierl vom Partnerschaftsverein, der auch in der Pandemie einen engen Draht zur französischen Partnerstadt hat. „Wenn wir Glück haben, ist im besten Fall ein Treffen im Herbst möglich.“

Ob das in Freising oder Arpajon stattfindet, steht aber noch völlig in den Sternen – angesichts wieder steigender Infektionszahlen in Deutschland und drastischer Werte in Frankreich. Am Donnerstag lag der Inzidenzwert für den Großraum Paris, zu dem Arpajon zählt, über 400. Am Mittwoch waren 38 500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden. „In Frankreich wütet die britische Corona-Mutation schon länger und intensiver als bei uns“, berichtet Weinzierl, der erst kürzlich mit einem Bekannten aus Arpajon telefoniert hat. Dabei sei man dort schon weiter beim Impfen als hierzulande.

Trotz drastischer Corona-Zahlen: „Arpajon ist nicht gelähmt“

In Freisings Partnerstadt selbst wurde ein Impfzentrum errichtet. „Die nutzen dafür eine Halle, die normalerweise für Messen und Kulturveranstaltungen hergenommen wird“, berichtet Weinzierl. Über 30 Prozent der Menschen aus Arpajon, das etwa 30 Kilometer südwestlich von Paris liegt, hätten schon ein Vakzin gegen Corona erhalten. „Die impfen, was das Zeug hält.“

Helmut Weinzierl: Deutsch-französisches Jubiläum frühestens im Herbst.

Wie in Freising gibt es auch im Großraum Paris immer wieder Proteste gegen den Lockdown. Weinzierl berichtet von einem Theater in Paris, das kürzlich von Regisseuren, Schauspielern und anderen Beschäftigten besetzt wurde, um die Fortsetzung der laufenden Spielzeit zu erzwingen. „So hat jedes Land und jede Region seine eigenen Protestszenarien.“

Trotz der bedrohlichen Corona-Entwicklung hätten sich die Menschen in der Partnerstadt eine positive Grundstimmung bewahrt. „Arpajon ist nicht gelähmt“, sagt Weinzierl „Man freut sich auf das, was möglich ist, wenn man den Virus im Griff hat.“ Was ihn besonders freut: Parallel zu Freising hat auch Arpajon vor einem Jahr einen neuen Stadtrat gewählt. „Und da sind eine ganze Reihe neuer Leute dabei, die sich schon darauf freuen, Freising und die Freisinger kennenzulernen“, berichtet Weinzierl. „Es ist toll, dass junge Engagierte nachkommen.“

„Daumen drücken“: Treffen braucht monatelange Vorlaufzeit

Ob es im Herbst schon etwas wird mit einem deutsch-französischen Treffen? „Das hängt von den Entwicklungen im Frühjahr und Sommer ab“, sagt Weinzierl. „Denn wir brauchen mindestens zwei, drei Monate Vorlaufzeit, um so eine Feierlichkeit entsprechend zu planen. Im Moment können wir nur alle Daumendrücken.“

Dieter Thalhammer, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Freising: Corona verhindert geplante Freundschaftsvereinbarungen.

Auf Eis liegen auch zwei weitere Projekte, wie Dieter Thalhammer, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins mitteilt. „Eigentlich waren für dieses Jahr Freundschaftsvereinbarungen mit Groß-Enzersdorf und Weißenkirchen in der Wachau geplant.“ Doch die Bande mit den beiden Städten, die sich in Niederösterreich befinden, werden vorerst nicht geknüpft werden können.

Auch andere Partnerstädte sind von Corona schlimm getroffen

„Ich stehe laufend in Verbindung mit unseren Partnerstädten – mehr kann man im Augenblick nicht tun“, sagt Thalhammer. Aus seinen Telefonaten mit Repräsentanten befreundeter Städte weiß er, dass neben Arpajon auch das österreichische Oberwölz in der Steiermark von der Pandemie stark gebeutelt ist. „Und Markt Innichen in Südtirol hat Corona ebenfalls schlimm getroffen.“

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