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Nur wenige können zum Jugendkorbinian in den Freisinger Dom kommen, aber Weihbischof appelliert an alle

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Von: Andreas Beschorner

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Nur eine schüttere Zahl an Gläubigen konnte Weihbischof Bernhard Haßlberger pandemiebedingt am Samstag im Freisinger Dom begrüßen.
Nur eine schüttere Zahl an Gläubigen konnte Weihbischof Bernhard Haßlberger pandemiebedingt am Samstag im Freisinger Dom begrüßen. Er vertrat Reinhard Kardinal Marx, der sich mit Corona angesteckt hat. © Lehmann

Nur wenige jugendliche Gläubige konnten zum Jugendkorbinian in den Dom kommen. Der Rest empfing die Appelle des Weihbischofs über Leinwand.

Freising/Moosburg – Das Bild eines voll besetzten Mariendoms, in dem auch die Stufen von Jugendlichen belagert und Dutzende Fahnen vor dem Hochaltar geschwungen werden, das gab es auch 2021 nicht: Aus bekannten Gründen fand die Jugendkorbinianswallfahrt vor allem virtuell statt. Und selbst Reinhard Kardinal Marx musste passen: Wegen seiner Corona-Erkrankung konnte er den Festgottesdienst nicht abhalten.

Und so war es Weihbischof Bernhard Haßlberger, der beim Festgottesdienst am Samstag „eine schüttere Zahl“ an Gläubigen im Dom begrüßte, klarstellte, dass er nicht „der Herr Kardinal“, sondern „nur der Weihbischof“ sei, und in seiner Ansprache auf das JuKo-Thema des Jahres 2021 „Aufmachen“ einging.

Weihbischof nennt Bibel-Vorbilder

„Warum sollte ich mich jetzt aufmachen?“, so die Frage, die in einer kleine Theaterszene zu Beginn des Gottesdienstes gestellt wurde. Die Antwort: Um etwas zu bewegen – auch wenn man zunächst vielleicht nur zu zweit sei. Das Leben, betonte Haßlberger, sei „ein dauerndes Sich-Aufmachen“, ein ständiges Aufbrechen – vom Kindergarten in die Schule, dann an die Hochschule, in den Beruf, vielleicht auch in eine neue Stadt. Manchmal mache man sich aus Freude und Neugier auf, manchmal würden aber auch Unsicherheit und Angst mitschwingen, wenn man zu etwas Unbekanntem aufbreche. So wie Abraham.

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Haßlberger griff die Erzählung aus der Genesis auf, in der Abraham von Gott ausgesendet wird. Und: Abraham geht – im Vertrauen auf Gott. Auch heutzutage könnten die Gläubigen gehen – „im Vertrauen, dass Gott da ist“, wie es Haßlberger ausdrückte. „Wir dürfen unseren Weg gehen, immer wieder neu aufbrechen“, mit Hoffnung und mit Vertrauen.“

Doch das sei nicht alles, was in der Geschichte von der Aussendung Abrahams stecke: Schließlich bekomme Abraham, so der Weihbischof auch noch einen Auftrag von Gott mit: „Ein Segen sollst du sein.“ Der Mensch sei also dazu da, „damit wir der Welt und den Menschen gut tun“. Zu Recht sei deshalb der Klimawandel ein zentrales Thema unserer Zeit, versicherte der Bischof, denn Gott habe die Welt als „Lebenshaus für alle Geschöpfe“ geschaffen, unser Auftrag sei es, sie zu erhalten. Und so müsse sich jeder Einzelne fragen und sein Gewissen erforschen, ob er wirklich ein Segen für die Schöpfung sei.

Haßlberger appelliert an Jugendliche: „Mut und Zuversicht“

Und dann war da noch das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus dem Lukas-Evangelium, das Haßlberger für seine Predigt aufgriff: Auch dieser Mensch habe sich aufgemacht, sei aber gescheitert, sozusagen auf dem Holzweg gewesen. Trotzdem habe er umkehren dürfen und sei von seinem Vater wieder aufgenommen worden.

Virtuell verfolgten einige Jugendliche die Predigt im Pfarrheim St. Lantbert. 
Virtuell verfolgten einige Jugendliche die Predigt im Pfarrheim St. Lantbert.  © Lehmann

So sei es auch für die Gläubigen: Auch wenn wir einmal feststellten, auf dem Holzweg zu sein, nehme uns Gott wieder auf. Ob unsere Mitmenschen freilich auch so gnädig seien, das, so Haßlberger, „ist eine andere Frage“. Am Ende also der Appell an die Besucher im Dom und an die Jugendlichen, die per Live-Stream den Festgottesdienst verfolgten: „Gehen wir mit Mut und Zuversicht unseren Weg. Machen wir uns auf!“

Jugendliche hauchen Korbi leben ein

Aufgemacht hatten sich einige Jugendliche auch in das Pfarrheim St. Lantpert in Freising und in das Moosburger Pfarrheim, um gemeinsam den Festgottesdienst zu erleben und danach mit Aktionen dem Motto der Korbi 2021 Leben einzuhauchen. In Moosburg beispielsweise hatten sich rund zwei Dutzend Jugendliche (ab 14 Jahre) versammelt, um sich vor allem an einer Tür zu schaffen zu machen – bohren, bemalen und und und. „Aufmachen“ eben, wie Religionslehrerin Marion Kraus sagte.

Den Appell des Weihbischofs empfingen Jugendliche im Moosburger Pfarrheim über Leinwand.
Den Appell des Weihbischofs empfingen Jugendliche im Moosburger Pfarrheim über Leinwand. © Lehmann

Spielen und Basteln standen außerdem nicht nur in Moosburg, sondern auch in Freising hoch im Kurs. Um 20 Uhr fand man sich wieder zum Live-Stream ein, um gemeinsam den Abschlussimpuls der Korbi 2021 zu erleben. Ab jetzt beginnt das Warten, in welchem Rahmen die Jugendkorbinianswallfahrt 2022 stattfinden kann.

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