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Freisings Jazz-Stimme Nummer 1: Julia Schröter sorgt für magischen Abend im Lindenkeller

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Sängerin Julia Schröter im Lindenkeller Freising
Mit Verve und noch mehr Blue Note verneigte sich Schröter vor Ella Fitzgerald und den restlichen unvergessenen Größen des Jazz. © Lehmann

Für einen magischen Abend hat Jazz-Sängerin Julia Schröter mit ihrer Band im Lindenkeller gesorgt. Mit dabei war auch eine ganz besondere Zuhörerin.

Freising – Magisch strahlend wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk: Das war ohne Zweifel vor Kurzem das CD-Release-Konzert von Julia Schröter im Unterhaus vom Lindenkeller.

Mit ganz viel Verve und noch mehr Blue Note verneigte sich Schröter charmant vor Ella Fitzgerald und den restlichen unvergessenen Größen der berühmten Jazz-Clubs und bestätigte dabei auch wieder eines: Schröter ist und bleibt Freisings Jazz-Stimme Nummer 1.

140 Schröter-Fans kamen trotz starker Uferlos-Konkurrenz

Schon der Opener „In a Sentimental Mood“ ließ Großes erahnen: ein gewagtes Präludium, leise und kraftvoll zugleich, nur Saxofon und Stimme, mehr Jazz geht eigentlich gar nicht mehr. Aber natürlich ging noch mehr Jazz, was Schröter fulminant bewies, als sie ihr Debüt-Album „Happy Clown“ den Freisingern vorstellte.

Rund 140 Schröter-Fans waren trotz starkem Uferlos-Kontrastprogramm zum Lindenkeller gekommen – oder wie es Fritz Andresen an der Abendkasse formulierte: „Es ist heute rappelpappelvoll!“ Und tatsächlich war die Suche nach einem guten Platz eine schwierige, auch weil es sich natürlich längst rumgesprochen hat, dass Schröter ein umwerfender Live-Act ist – gerade im Genre Jazz. Und der liegt ihr einfach im Blut, als hätte sie das Oeuvre von Fitzgerald inhaliert und danach diesen ganz speziellen Schröter-Sound exhaliert.

Die Band jagt jeden Song zu einem Höhepunkt hoch

Was ihr aber auch attestiert werden muss: Ihre eigenen Werke, wie etwa der Titelsong „Happy Clown“, den sie zusammen mit Matthias Huber geschrieben hat, haben Drive und müssen sich nicht vor den berühmten Jazz-Standards fürchten. So gab es auch keinerlei Brüche zwischen den Werken, sondern eigentlich nur Lichtfugen ihres unglaublichen Bühnen-Charismas, das den Lindenkeller nach wenigen Sekunden zum Strahlen brachte – wie auch das Publikum.

Publikum im Lindenkeller Freising
Rund 140 Zuhörer waren zum Konzert von Julia Schröter in den Lindenkeller gekommen. © Lehmann

Mit on stage ihre grandiose Band, die perfekt eingespielt jeden einzelnen Song zu einem Höhepunkt hochjagte – am Saxophon und der Querflöte Matthias Huber, am Klavier Stephan Weiser, am Bass Heiko Jung und am Schlagzeug der Freisinger Kult-Drummer Stephan Treutter.

Noch kurz vor dem Konzert musste Schröter zittern

In bester Jazz-Tradition wurde das ganze Konzert zu einem Gesamtkunstwerk, einer Blue Note-Erzählung im Subtext, die sich mit dem Leben und der Liebe beschäftigte. „Feeling in my Stomach“, erneut eine Eigenkomposition, die mühelos bis ins Herz ging, ergänzt durch „Lush Life“ und „Black Coffee“ – keine Frage, im Lindenkeller wurde die regionale Jazz-Geschichte neu geschrieben.

Dabei hatte Schröter noch vor einigen Tagen gezittert, ob ihr Album überhaupt rechtzeitig aus dem Presswerk kommt, wie sie erzählte – und heilfroh war, dass es doch noch geklappt hatte. Erfreulicherweise, denn die CD ging nach dem Konzert weg wie die warmen Semmeln. Jene CD, die sie auf der Bühne nachträglich einem ganz besonderen Menschen widmete – nämlich ihrer Großmutter, die mit 98 Jahren extra zum Konzert gekommen war, um ihre Julia singen zu hören.

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Wie die restlichen 139 Freisinger, die nach der Zugabe und tosendem Applaus beseelt weit nach 22 Uhr nach Hause strömten und sicher sein konnten, bei einem Konzert dabei gewesen zu sein, das den Jazz wieder nach Freising geholt hat. (Richard Lorenz)

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