Cellistin Friederike Seeßelberg, ehemalige Schülerin der Musikschule Freising, mit  Professor Wen-Sinn Yang (r.).
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Hohe spieltechnische Anforderungen brachte Cellistin Friederike Seeßelberg, ehemalige Schülerin der Musikschule Freising, mit. Professor Wen-Sinn Yang (r.) gab ihr wertvolle Anregungen mit auf den Weg.

Talente für Violine und Violoncello holen sich Anregungen für die Karriere

Experimentelle Spielfreude: Junge Musiker bei Meisterkurs in Freising dabei

Ambitioniert und begabt: 17 junge Musiker durften beim Meisterkurs für Violine und Violoncello des Instituts für Musik München in Freising dabei sein.

Freising – Möglich gemacht hat den Meisterkurs die Musikschule Freising, die für die Veranstaltung bereits zum wiederholten Male ihre Räume an der Kölblstraße zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn es Corona-bedingt diesmal nicht so einfach gewesen sei, wie Musikschulleiter Odilo Zapf betonte: Die beiden international renommierten Professoren Wenn-Sinn Yang und Rudens Turku seien gerne nach Freising gekommen.

Die Musikkultur und die musikalische Weiterbildung fördern, das hat sich die Musikschule Freising seit der Gründung im Jahr 1972 auf die Fahnen geschrieben. Für die Anfrage von Seiten des Institutes für Musik München, das regelmäßig Meisterkurse mit Professoren von der Hochschule für Musik und Theater München anbietet, habe man gerne Räume zur Verfügung gestellt. Bereits vor zwei Jahren sei der Pavillon der Musikschule für eine solche Veranstaltung ausgewählt worden. „Grünes Licht“, um den Meisterkurs stattfinden lassen zu können, habe man vom Landratsamt bekommen, erzählt Zapf. Mitten in der Coronakrise halte man sich selbstverständlich exakt an die geltenden Hygienevorschriften.

Bei Konzerten ist der Bruchteil einer Sekunde manchmal entscheidend

Das Klangfarbenspiel des Violoncello vermittelte Wenn-Sinn Yang dynamisch elegant mit experimenteller Spielfreude. Hohe spieltechnische Anforderungen brachte eine der Teilnehmerinnen des Meisterkurses, Friederike Seeßelberg, mit. Die 26-jährige Cellistin, die an der Freisinger Musikschule unterrichtet wurde, und vor kurzem ihr Studium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig erfolgreich abschließen durfte, zeigte sich erfreut, am Meisterkurs teilnehmen zu dürfen. „Es ist einfach spannend, wenn man ein musikalisches Werk aus einem ganz anderen Blickwinkel interpretiert bekommt, wie man es gewohnt ist“, meinte sie. Ausschnitte aus dem Konzert für Cello in A-Dur von Joseph Haydn legte Seeßelberg technisch virtuos vor.

Der jeweilige Moment sei bei jedem Auftritt entscheidend, gab Yang zu bedenken. Während eines Konzerts entscheide manchmal nur der Bruchteil einer Sekunde darüber, wie die jeweilige Stelle der Komposition beim Publikum ankomme. Das sei wie bei der Formel 1, bei der in einem solchen Zeitraum über Gold und Silber entschieden werde. „Und wir sind auf der Bühne die Formel 1“, sagte der Professor und lachte.

„Nur die Queen sitzt ruhig auf ihrem Thron“

Das Selbstvertrauen seiner Schüler stärken, auch das sei ihm als Lehrmeister wichtig. „Royale Musik“ spiele man mit Joseph Haydn. „Stellen Sie sich vor, sie sind im Königshaus. Alle rennen, nur die Queen sitzt ruhig auf ihrem Thron.“ Genau dieses Selbstverständnis solle man sich als Profi-Musiker immer vor Augen halten.

Eine Königsdisziplin für Cellisten hatte sich eine Schülerin aus Slowenien zum Vortrag beim Meisterkurs ausgesucht: die Cellosuite Nr. 3 C-Dur von Johann Sebastian Bach. „Der Bass ist bei Bach die Basis der Sprache“, meinte der Professor. „Und wenn man das verstanden hat, dann hat man auch seine Musik verstanden.“

Am heutigen Freitag endet der Meisterkurs, bei dem die Schüler ihre Spieltechnik verfeinern konnten. Auch für Odilo Zapf ist damit wieder eine beeindruckende Woche zu Ende gegangen. Immerhin waren mit den Professoren und Schülern auch wieder Streichinstrumente – Celli und Violinen – aus den besten Werkstätten der Welt zu Gast in Freising. „Die sollte man hüten wie den eigenen Augapfel“, meinte der Musikschulchef. Das jeweilige Holz, aus dem das Streichinstrument gefertigt sei, sei unterschiedlich und wertvoll. Genau, wie jeder Mensch und Künstler eben auch.

Maria Martin

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