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Sie wollen alle in den Landtag: Florian Herrmann (CSU), Guido Hoyer (Linke), Markus Grill (SPD), Benno Zierer (FW), Jens Barschdorf (FDP), Johannes Becher und Emilia Kirner (die als Listenkandidatin der ÖDP für Felix Bergauer gekommen war, sitzend, v. l. ) trafen in der Aula des Kardinal-Döpfner-Hauses erstmals aufeinander. Der Journalist Simon Jakob (stehend) moderierte die Podiumsdiskussion der KAB.

KAB-Podiumsdiskussion mit den Landtagskandidaten

Gegen die Startbahn – und für den Sonntag

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Zehn Direktkandidaten aus dem Landkreis wollen in den Landtag, wollen zumindest Stimmen für ihre Partei sammeln. Sechs von ihnen (und eine Vertreterin) trafen am Montag zum ersten Mal aufeinander. Die KAB hatte auf den Domberg geladen. Einigkeit gab es zumindest in einem Punkt: Alle waren gegen die Startbahn. 

Freising – Warum die AfD nicht eingeladen worden sei, das erklärte der neue KAB-Diözesansekretär Heinz Neff erst am Ende der Veranstaltung: Man halte sich an Beschlüsse der KAB auf Bundesebene. Eine Aussage, die ihm Applaus von den meisten Besuchern in der Aula des Kardinal-Döpfner-Hauses einbrachte. Freilich nicht von den anwesenden AfD-Anhängern und -Kandidaten, die die Podiumsdiskussion im Zuhörerraum verfolgten.

Wer saß also auf dem Podium, nachdem die Kandidaten von Die Partei und MUT auch nicht eingeladen worden waren? Florian Herrmann (CSU), Markus Grill (SPD), Johannes Becher (Grüne), Benno Zierer (FW), Guido Hoyer (Linke), Jens Barschdorf (FDP) und Emilia Kirner, die als Listenkandidatin der ÖDP für Felix Bergauer eingesprungen war.

Zwei Stunden hatten die sieben Politiker vorne also die Möglichkeit, sich selbst kurz vorzustellen und auf ein halbes Dutzend Fragen zwei beziehungsweise eine Minute lang zu antworten. Oft genug war sich das Septett auf dem Podium ziemlich einig, beispielsweise bei der Frage nach der Sonntagsruhe, wo lediglich Barschdorf eine Liberalisierung des Ladenschutzgesetzes forderte. Beim Thema prekäre Beschäftigung forderte Hoyer zwölf Euro Mindestlohn, Kirner sprach von 12,50 Euro. Barschdorf und Herrmann betonten, man dürfe bei allen Problemen die gute Entwicklung die positiven Nachrichten der vergangenen Jahre nicht vergessen und nicht schlechtreden. Einig war man sich darin, dass das Thema Pflege ein ganz zentrales sei und man den Fachkräftemangel durch mehr Wertschätzung, also vor allem auch bessere Entlohnung, bekämpfen müsse. Grill forderte konkret eine Ballungsraumzulage im Münchner Umland. Was die Frage nach Wohnungsbau angeht, war die Forderung von Becher deutlich: Man müsse Großunternehmen, allen voran die FMG, in die Pflicht nehmen, Wohnungen für ihre Beschäftigten zu bauen.

Dazu kam das Thema dritte Startbahn. Auch da große Einigkeit: Alle Kandidaten auf dem Podium sprachen sich gegen den Flughafenausbau aus. Zierer fasste es so zusammen: „Die Prognosen sind falsch. Wir brauchen sie nicht.“

Unterschiede gab es bei der Beurteilung des neuen Polizeiaufgabengesetzes: Während sich selbst Barschdorf wie seine Kollegen auch vehement dagegen aussprach und von einem „ähnlichen Gesetz“ redete, wie das, vor dem er und seine Eltern 1988 aus der DDR ausgereist seien, verteidigte Staatsminister Herrmann das Gesetz, das für mehr Sicherheit sorgen werde. Die Aussagen von Barschdorf seien „unsäglich“, „ein unsachlicher Vergleich“, die Kommentare der anderen Mitbewerber zeigten, „wie Fake-News von links funktionieren“, so Herrmann, der damit Murren im Saal erntete.

Und dann, ganz am Ende der von dem Journalisten Simon Jakob moderierten Veranstaltungen, das Thema Flüchtlinge: Auch da gab es auf dem Podium keine großen Differenzen. Herrmann sagte, 2015 dürfe sich nicht wiederholen, es dürfe keinen Kontrollverlust geben. Grill sagte, man müsse schon schauen, warum das mit dem Abschieben nicht funktioniere.

Das war es dann also, das erste Zusammentreffen der Landtagskandidaten in Freising vor rund 100 Zuhörern.

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