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Höhepunkt des Korbiniansfests war am Samstag der Festgottesdienst. Im Vordergrund der Schrein des Heiligen Korbinian.

Korbiniansfest

Vom „Zauber des Anfangs“

Freising - Das Bild des barmherzigen Gottes zu vermitteln, das sei in Zeiten wie diesen wichtig. Das war eine Botschaft, die Reinhard Kardinal Marx beim Korbiniansfest den Gläubigen und den Wallfahrern mit auf den Weg gab.

Ab und an übernachtet der Erzbischof in Freising auf dem Domberg. Und dann genießt er, wenn er des Morgens aufwacht, den Blick auf die Alpen – einen Blick, den auch schon der Heilige Korbinian gehabt habe, wie Reinhard Marx am Samstag seine Predigt im Mariendom einleitete. Und auch wenn die Quellen spärlich seien und auch wenn man nicht genau wisse, wie die Anfänge im 8. Jahrhundert gewesen seien, so beweise das Korbiniansfest, „dass der Zauber des Anfangs auch nach Jahrhunderten noch Früchte trägt“.

Bevor man sich nach dem Festgottesdienst zum Fest der Begegnung in der Aula des Dom-Gymnasium und am Nachmittag dann bei diversen Veranstaltungen und Angeboten traf, bevor um 15 Uhr die stimmungsvolle Vesper mit der traditionellen Kindersegnung stattfand und um 16 Uhr der Tag mit dem großen Konzert der Domglocken endete, sprach der Erzbischof zu den Gläubigen. Zunächst beruhigte Marx abermals die Freisinger: Mit Blick auf die Umgestaltung und Umstrukturierung des Dombergs versicherte der Erzbischof, er wünsche sich, dass dieser heilige Berg eine Quelle für die Evangelisierung bleibe.

Und das sei wichtig: Denn auch im Jahr 2016 sei „die Gottesfrage längst nicht erledigt“. Die Gläubigen und die Kirche müssten sich immer wieder neu auf den Weg machen, man dürfe „nicht in Routine verharren“.

Am letzten Tag des von Papst Franziskus doch recht spontan und kurzfristig ausgerufenen „Jahres der Barmherzigkeit“ betonte Marx: Das Bild des barmherzigen Gottes zu vermitteln, sei wichtig. Vor allem deshalb, weil die Auseinandersetzungen innerhalb der Gesellschaft in den kommenden Jahren noch stärker werden dürften, weil es „turbulente Zeiten“ seien, die da auf die Gesellschaft zukämen, prophezeite der Kardinal.

Der Papst habe das auch erkannt, wolle deshalb „Prozesse anschieben und Wege öffnen, deren Ende noch nicht abzusehen ist“. Es sei in Zeiten wie diesen wichtig, solche mittel- und langfristigen Prozesse anzustoßen – auch ohne dass man gleich genau wisse, wie das endet. Den Bogen von Rom wieder zurück nach Freising schlug Erzbischof Marx, indem er das Korbiniansfest als ein Ereignis bezeichnete, von dem aus solche Prozesse auch angestoßen und solche Wege geöffnet werden könnten. Denn auch das sei der „Zauber des Anfangs“, der noch immer wirke: An dem Ort, an dem die Missionierung begann, sich neue Kraft und neues Feuer zu holen.

Das konnte man nicht nur bei den Gottesdiensten: Es gab Ausstellungen und Führungen, die sich mit Korbinian und dem Domberg beschäftigten, die der Historie dieses Ortes huldigten und die wechselvolle Geschichte des mons doctus“ nachzeichneten, es gab aber auch Einblicke in künstlerische Aspekte auf dem Domberg und sogar eine Art Korbinians-Moritat zum Mitsingen. Und dann, am späten Samstagnachmittag, endete es offiziell: das „Jahr der Barmherzigkeit“.

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