Autorin Katharina Maas aus Freising
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„Ich habe immer davon geträumt, zu schreiben“, sagt Autorin Katharina Maas aus Freising.

Zum Welttag des Buches

„Karl Rakete“ geht bald an den Start: Freisinger Autorin Katharina Maas will Kinderbücher diverser machen

Diversität ist ihr wichtig: Die Freisinger Autorin Katharina Maas arbeitet gerade an ihrem neuesten Kinderbuch, das Literatur und Phantastik verbindet.

Freising – Ihre Bücher sind empathische Landkarten für Kinder – ihre Themen sollen Mut machen und den Fokus auf das Essenzielle lenken, ohne dabei belehrend zu sein. Die Autorin Katharina Maas geht mit ihren Erzählungen auf die Suche nach Glück, der Fragilität der Sprache und den Geheimnissen des Lebens.

Angefangen hat es bei der 35-Jährigen wie bei den meisten Schreib-Begeisterten: Mit Tagebüchern und Gedichten, die alles Glück und Unglück um- und beschreiben konnten. „Ich hab immer davon geträumt, zu schreiben“, erzählt die Autorin in der Rückblende. Inzwischen hat Maas zwei Bücher für Kinder geschrieben – eine dritte Erzählung ist gerade in Arbeit. Im Gespräch mit dem FT wird sofort klar, dass die Autorin für Literatur brennt – in ihrem Universum spielen Bücher eine fundamentale Rolle, aber gleichzeitig auch die Auseinandersetzung mit Sprache und deren Wirkung. Die Lehrerin für Erzieher an der Berufsschule Freising unterrichtet unter anderem nämlich auch Literatur und Medienpädagogik und weiß, wie wichtig das Lesen für die Entwicklung der Kinder sein kann.

Diversität soll mehr in den Fokus der Literatur rücken

Für sie zudem wichtig: Das Thema Diversität mehr in den Blickpunkt der Literatur zu lenken. Bücher, und das betont Maas, sind sehr wichtig und prägend. Diesbezüglich weiß sie natürlich auch: Sprache verändert sich. Im Unterricht diskutiert sie deshalb auch die große Frage, wie umgegangen werden soll mit beispielsweise rassistischen Begriffen in Kinderbüchern wie „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren. Die Lösung einer Fußnote zur Erklärung wäre möglich, würde aber gerade von Kindern überlesen werden. Das Thema, so Maas, ist ein schwieriges. Fest stehe allerdings auf jeden Fall auch hier: Sprache verändert das Weltbild von Kindern und müsse gerade deshalb sehr sensibel behandelt werden.

Ihre eigenen Romane streifen philosophische Themen im Text und Subtext – und schälen dabei ein fundamentales Grundvertrauen gegenüber der Welt heraus.

„Annabelles Herz“ erzählt von den Widrigkeiten des Erwachsenwerdens

„Annabelles Herz“ erzählt zart von den Widrigkeiten des Erwachsenwerdens und den Dingen, die „kaputt gehen“. Dabei spannt sie geschickt den Bogen in die Gefühlswelt hinein und liefert das Handwerkszeug, um mit Trauer umzugehen. Die traurige Annabelle wird so zur Heldin, die Herzen kleben und Menschen wieder glücklich machen kann. In ihrer Erzählung „Katinka“ hingegen begegnet dem Leser eine Chiffre: Das Akzeptieren von Gefühlen, ohne sie verdrängen zu müssen. Auffällig bei beiden Büchern: Maas scheut sich nicht vor Menschen, die im Abseits stehen. Zugleich beleuchtet sie die Traurigkeit von Betroffenen auf eine sehr besondere Art, die an die großen Kinderbuch-Erzähler erinnert und bei Maas beinahe zur Signatur wird.

Gespannt dürfen die Leser auf alle Fälle auf ihr neuestes Werk sein, das gerade in Arbeit ist: „Karl Rakete“. In dieser längeren Geschichte verbindet Maas die Elemente von Literatur und Phantastik auf sehr beeindruckende Weise – ihr Protagonist Karl erlebt dabei verschiedene Abenteuer, die traumwandlerisch über Episoden verbunden sind. Gerade mit dem neuen Werk beweist Maas, dass sie filigran die Befindlichkeiten von Kindern skizzieren kann und das Zeug dazu hat, als Kinderbuchautorin Fuß zu fassen.

Die Illustrationen sind von ihrer Schwester

Übrigens: „Annabelles Herz“ wie auch „Katinka“ sind illustriert von ihrer Schwester Johanna Weinberger, die selbst auch wunderschöne Erzählungen zu Papier bringt. Als Gesamtkunstwerk bereichern diese Bücher den Literatur-Markt der Domstadt.

Buchpräsent in der Stadtbibliothek

Tradition hat am „Welttag des Buches“ ein Angebot der Stadtbibliothek Freising für Kinder: Buben und Mädchen können sich ein Buchpräsent aus der Reihe „Ich schenk Dir eine Geschichte“ aussuchen. Jedes Jahr gibt es wieder eine neue spannende Geschichte zu entdecken. Die Bücher sind für Kinder ab etwa sechs Jahren geeignet, liegen ab heute im Eingangsbereich der Stadtbibliothek aus und können kostenlos mitgenommen werden, solange der Vorrat reicht.

Die Stadtbibliothek (Weizengasse 3) kann aktuell zu den folgenden Öffnungszeiten besucht werden: dienstags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr. Das Tragen einer FFP2-Maske ist für alle Besucher ab 15 Jahren Pflicht. Kinder ab sechs Jahren tragen einen Mund-Nasen-Schutz. Alle Infos auch unter https://stadtbibliothek.freising.de.

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Richard Lorenz

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