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„Karlotta“, Peter Maffay und ein tragisches Unglück: Die meistgelesenen Geschichten in Freising im Jahr 2022

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Von: Magdalena Höcherl

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Die Reise ihres Lebens führt Studentin Amelie Endl aus Freising und ihr Fahrrad „Karlotta“ acht Monate lang durch zwölf europäische Länder.
Die Reise ihres Lebens führt Studentin Amelie Endl aus Freising und ihr Fahrrad „Karlotta“ acht Monate lang durch zwölf europäische Länder. In unserem Ranking landet diese Geschichte auf Platz 6. © Archiv: privat

Welche Themen des Freisinger Tagblatts haben die Online-User zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2022 besonders interessiert? Hier unsere Top Ten – in umgekehrter Reihenfolge.

Landkreis – Wer das Freisinger Tagblatt abonniert hat, für den oder die ist die Heimatzeitung vermutlich ebenso wenig vom Frühstückstisch wegzudenken wie die Tasse Kaffee. Dabei starten immer mehr Menschen mit dem Griff zum Smartphone in den Tag und checken dann regelmäßig die Online-Nachrichten. Der Münchner Merkur und seine Lokalzeitungen haben längst auf diese Entwicklung reagiert: Unser Haus stellt – kostenlos – ein Online-Portal zur Verfügung, auf dem die Leser eine Vielzahl von Berichten und Geschichten finden. Welche Themen des Freisinger Tagblatts die Online-User zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2022 besonders interessiert haben? Hier unsere Top Ten – in umgekehrter Reihenfolge.

Platz 10: Großeinsatz auf dem Eggertshof heißt es Ende August 2022: Dort steht ein landwirtschaftliches Anwesen in Flammen. Die schwarze Rauchsäule ist weithin zu sehen. Zahlreiche Einsatzkräfte kämpfen mehrere Stunden gegen das Feuer. Neun Tiere verenden. Wie die Kripo später mitteilt, entstand der Brand mit großer Wahrscheinlichkeit beim Einsatz einer landwirtschaftlichen Maschine, die durch die unvermeidbare Hitzeentwicklung gelagertes Stroh entzündete. Die gute Nachricht: Menschen kommen nicht zu Schaden. Der Sachschaden beläuft sich allerdings auf eine halbe Million Euro. Anteil an dem Unglück nahmen online fast 70 100 Menschen.

In Pulling bei Freising ist am Donnerstag ein landwirtschaftliches Gebäude in Brand geraten. Die Rauchsäule ist weithin sichtbar.
In Pulling bei Freising ist am Donnerstag ein landwirtschaftliches Gebäude in Brand geraten. Die Rauchsäule ist weithin sichtbar. © privat

Platz 9: Weltuntergangsstimmung im nördlichen Landkreis: Nach einem heißen Tag zieht am 20. Juni 2022 gegen 16.40 Uhr in der Region um Moosburg binnen Minuten ein schweres Unwetter auf. Die Gewitterzelle mit 20 Kilometern Durchmesser bringt Sturm der Stärke 11 mit 109 km/h in der Spitze mit sich, dazu Starkregen und Hagel. Das Unwetter kostet einen 53-Jährigen das Leben: Der Radler wird von einem umstürzenden Baum erschlagen. In einigen Kommunen fällt stundenlang der Strom aus, die Bahn stellt den Zugverkehr ein, die Hopfenernte ist massiv beschädigt. Unseren Nachrichten-Ticker dazu verfolgen gut 70 700 Menschen.

Platz 8: Zu Beginn des Jahres 2022 erschüttert ein Gutachten über pädophile Priester, hauptamtliche Bedienstete und Mitwisser, die Welt. In dem Missbrauchsgutachten wird auch dem inzwischen verstorbenen emeritierten Papst Benedikt angelastet, Täter geschützt und sich nicht um die Opfer gekümmert zu haben. Dementsprechend äußern sich nun Vertreter verschiedener Stadtratsparteien darüber, Joseph Ratzinger die Ehrenbürgerwürde der Stadt Freising zu entziehen. Für die Einschätzungen der Stadträte interessierten sich rund 73 700 Leserinnen und Leser.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Platz 7: Ein Schild vor der Schloßallee in Haag sorgt zu Beginn der Biergartensaison im April für Schlagzeilen: „Der Verzehr von selbst mitgebrachten Speisen und Getränken ist untersagt – Für Ihr Verständnis bedanken sich die Wirte der Schloßallee Haag.“ Die Betreiber Alexander Moser und Falk Voigtländer sagen, sie hätten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, allerdings sei dieser Schritt angesichts zwei Jahren massiver Einbußen wegen Corona und nun Preissteigerungen aufgrund des Ukraine-Kriegs nötig. Denn immer mehr Besucher würden die Tradition, die eigene Brotzeit mit in den Biergarten zu bringen, zunehmend ausreizen. „Die einen haben sich Pizza in den Biergarten liefern lassen, andere kauften sich mittwochs Hendl am Stand gegenüber des Biergartens, um es dann bei uns zu essen“, nennt Moser zwei Beispiele. Daher nun das Schild – das vor allem online gewaltige Wellen schlägt, heftige Diskussionen auslöst – und rund 92 400 Menschen erreicht.

Erhitzt die Gemüter: Das Schild vor dem Traditionsbiergarten Schloßallee in Haag wird heftig diskutiert.
Erhitzt die Gemüter: Das Schild vor dem Traditionsbiergarten Schloßallee in Haag wird heftig diskutiert. © Archiv: as

Platz 6: Fast 104 300 Besuche auf unserem Online-Portal erreichte im Oktober die Geschichte einer Freisinger Studentin: Amelie Endl tourt acht Monate durch Europa – auf ihrem Fahrrad namens „Karlotta“. Die 21-Jährige durchquert zwölf Länder und legt dabei 8000 Kilometer zurück. Weihnachten feiert sie in Athen, Silvester auf Kreta. Sie erkundet Kroatien, Albanien, Ungarn und weitere Länder auf dem Drahtesel ihrer Oma – und sammelt Erfahrungen, die sie wohl ihr Leben lang nicht vergessen wird.

Platz 5: Für Laien klingt es unspektakulär, für die Branche ist es eine große Innovation: Dachdecker und Spengler Markus Riedl aus Allershausen entwickelt ein Kapillarprofil, das als Feuchteschutz für Metalldächer eingesetzt wird und so nasse Hausdächer verhindert. Für diese Entwicklung räumt der Unternehmer aus dem Ampertal nicht nur den Bayerischen Staatspreis 2022 ab, sondern auch den Bundespreis 2022. Und sie stößt auch im Netz auf großes Interesse: Fast 144 000 Mal landete der Mauszeiger der User auf dieser Geschichte.

Markus Riedel mit seiner Erfindung
Gegen Schäden auf Flachdächern hat Markus Riedl aus Allershausen einen Feuchteschutz erfunden. © zz

Platz 4: Noch 7000 Besuche mehr verbucht eine Geschichte aus Neufahrn: Marina H. ist ein riesengroßer Fan von Peter Maffay. Die 65-Jährige kaufte sich ein Ticket für seine nächste Tournee. Doch der Auftritt in Neu-Ulm muss wegen der Pandemie verschoben werden – und am Ersatztermin im September kann Marina H. nicht. M Deshalb verkauft sie das Ticket online an eine Frau aus Heidenheim und verschickt es per Post. Aber bei der Empfängerin kommt es erst nach elf Tagen an – eine geschlagene Woche nach dem Konzert. Marina H. beschwert sich bei der Post. Immerhin: Weil sie seit Jahrzehnten Maffays Konzerte besucht und Kontakte hat, konnte sie glaubhaft versichern, dass das Ticket existiert – und die Frau aus Heidenheim hatte trotz Post-Problemen einen schönen Abend bei Peter Maffay.

Platz 3: Verschwundene Ortsschilder, vertauschte Taferl und auch noch Sachbeschädigung durch Schmierereien: Ein Schild-Bürger-Streich hält die Hallertau auf Trab. In den Marktgemeinden Nandlstadt und Au beschmieren Unbekannte über mehrere Monate immer wieder Verkehrsschilder, ein Muster ist nicht zu erkennen. Die Polizei hat Anzeigen gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung aufgenommen. Die Geschichte rund um die mysteriösen Schilder-Schmierfinken beschäftigte fast 160 000 Leserinnen und Leser.

Zerstörte Verkehrs- oder Ortsschilder in Nandlstadt
Mehrere Verkehrs- und Ortsschilder wurden in Nandlstadt beschädigt oder geklaut. © Privat

Platz 2: Im April 2022 erregt eine Polizeimeldung großes öffentliches Interesse: In einem Haus im Freisinger Stadtteil Lerchenfeld wird ein Ehepaar schwer verletzt aufgefunden. Die 51-jährige Frau und der 53 Jahre alte Mann kommen mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus. Eine Gewalttat Dritter gilt für die Polizei von Anfang an als unwahrscheinlich – und bestätigt sich auch nach wochenlangen Ermittlungen nicht. Sowohl die Frau als auch der Mann können nach Wochen die Kliniken wieder verlassen. Fast 175 000 User verfolgen die Berichte.

Platz 1: Die meistgelesene ist zugleich die tragischste Geschichte im vergangenen Jahr: Nach dem Besuch der Brass Wiesn Anfang August verschwindet der 25-jährige Tobias D. Mehrere Tage lang suchen etliche Einsatzkräfte nach dem jungen Mann aus Eichenried in der Gemeinde Moosinning (Landkreis Erding), vor allem auf und um das Gelände des Musikfestivals mit rund 20 000 Besuchern. „Wir drehen jeden Stein um, schauen unter jede Plane und jedes Zelt und suchen heute so lange, bis wir erschöpft sind“, beschreibt es Polizeisprecher Andreas Aichele vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Am Dienstagabend, nach vier Tagen, herrscht traurige Gewissheit: Tobias D. wird tot aus dem Echinger See geborgen. Hinweise auf eine Straftat gibt es nicht. Die Polizei geht von einem Unglück aus. Das Schicksal des jungen Mannes berührte fast 217 000 Menschen.

Nur die Erinnerung bleibt: Nach der Brass Wiesn wird Tobias D. tot aus dem Echinger See geborgen.
Nur die Erinnerung bleibt: Nach der Brass Wiesn wird Tobias D. tot aus dem Echinger See geborgen. © Archiv: wu

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