+
Dreimal im Jahr – im März, Juni und Oktober – ziehen die Helfer von Haus zu Haus und sammeln Altpapier ein. In Freising findet jetzt keine Sammlung mehr statt. 

Corona-Auswirkungen problematisch

Ende einer Ära: Keine Reichl-Sammlung mehr in Freising – Landkreis-Touren bleiben

  • Wolfgang Schnetz
    vonWolfgang Schnetz
    schließen

Drei Mal im Jahr sammelt das Pfarrer-Nikolaus-Reichl-Werk in Freising und dem Landkreis Altpapier ein. Der Erlös kommt Menschen auf der ganzen Welt zugute. In der Domstadt wird die Aktion nun eingestellt.

Landkreis – Papier gehört nicht in die Restmülltonne – das ruft das Pfarrer-Nikolaus-Reichl-Werk (PNRW) den Bürgern ins Gedächtnis. Denn der Gewinn aus den Sammlungen kommt hier bedürftigen Menschen auf der ganzen Welt zugute. Jetzt geht in der Stadt Freising eine Ära zu Ende: Das PNRW-Team ist in der Domstadt an diesem Samstag, 4. Juli, zum letzten Mal unterwegs. Grund ist die Unsicherheit der Planung in Coronazeiten.

Unsichere Zeiten

„Es ist in dieser Zeit einfach schwierig, für eine wie Stadt Freising zu planen.“ Da brauche man Vorlauf und Planungssicherheit. Rosali Reichl vom Pfarrer-Nikolaus-Reichl-Werk aber betont: „In Zeiten von Corona muss man jederzeit mit Änderungen und Lockdowns rechnen.“ So fiel heuer schon die März-Sammlung wegen Corona aus. Wichtig sei aber, das betont Reichl: „Die Sammlungen im übrigen Landkreis finden auch in Zukunft wie gewohnt statt.“ Die nächsten Sommersammlungen für Allershausen und Hohenkammer sind übrigens für Samstag, 18. Juli, angesetzt.

Papierspenden können zudem weiterhin lose in ganzjährig geöffneten Standcontainern an sechs Standorten im Landkreis eingeworfen werden. Diese sind: Moosburg (Neue Industriestraße 9, Firmengelände Transa); Marzling, (Abfahrt St 2350 Richtung Straßenmeisterei, 200 Meter vor dem Wertstoffhof); Langenbach (vor der Freisinger Bank); Haag (vor dem Bauhof, Plörnbacher Straße 46); Volkmannsdorferau (Isarstraße 4, Hofeinfahrt Fam. Herzog) und Kranzberg (Untere Hauptstraße 27, Anwesen Hörl). Der Gewinn, der aus dem Altpapier entsteht, kommt nach wie vor bedürftigen Menschen auf der ganzen Welt zugute.

Über 15 Jahre lang nun gibt es schon die Sammlungen, die einst Pfarrer Nikolaus Reichl, langjähriger Ortsgeistlicher von Marzling, initiiert hatte. Reichl hatte in den ersten Jahren seiner Tätigkeit festgestellt, dass eine Firma im Raum Freising zugunsten der Dritte-Welt-Arbeit eines Ordens Altpapier und Altkleider sammelte, effektiv aber nur fünf Prozent des Erlöses für diesen Zweck zur Verfügung stellte.

Missionare der Heimat

Entrüstet begann er seinerzeit zweimal – später dreimal im Jahr – in Freising Stadt und Land eine Sammlung zu organisieren mit ausschließlich ehrenamtlichen Helfern aus Marzling und dem Landkreis. Der Erlös wurde über die einzelnen Pfarreien weitergeleitet an die „Missionare der Heimat“, die damals noch zahlreich in den vielen Ländern der Dritten Welt tätig waren. Auf Wunsch von Regionalbischof Graf von Soden wurde bald auch die Arbeit anderer Missionare unterstützt. Schließlich begann man, die Altkleidung zu sortieren, abgegebene Fahrräder und Nähmaschinen zu reparieren und – teilweise zusammen mit anderen Hilfsgütern wie etwa Krankenhausbetten oder Maschinen – in die verschiedensten Länder und Kontinente zu verschicken. Im Laufe des Jahres 2003 zum Beispiel erreichten 40 Schiffscontainer ihr Ziel. Pfarrer Nikolaus Reichls fand zudem Unterstützung durch Spenden. In der Dritten Welt hatte er eine Vielzahl von Kontaktpersonen für Projekte. So wurde Hilfe möglich an vielen Orten der Welt, in Afrika, Südamerika und Indien.

Erfolgsgeschichte

Nach dem Tod Reichls Anfang 2005 gab es auf Initiative treuer Helfer, Mitstreiter und der Geschwister Reichl Bemühungen, sein Werk weiterzuführen. Ein gemeinnütziger Verein entstand, das Pfarrer-Nikolaus-Reichl-Werk e.V. Rund fünf Monate nach dem Tod des Marzlinger Pfarrers konnte so die erste Altpapiersammlung des neu gegründeten Vereins in Freising Stadt und Land stattfinden – und die ist seither eine Erfolgsgeschichte. Dreimal im Jahr – im März, Juni und Oktober – ziehen die Mitglieder von Haus zu Haus und sammeln das Altpapier ein. Am Sammeltag fahren landwirtschaftliche Fahrzeuge durch die Straßen und laden die auf dem Bürgersteig gebündelten Zeitungen auf.

Aktuelles im Kreis Freising

Ein „Monsterfisch“ hat einer Frau beim Baden im Anglberger Weiher in Zolling in den Fuß gebissen. Nun wurden Warnschilder aufgestellt.

Das geplante Volksfest light trifft in Freising auf Widerstände. Dafür steigt eine andere Veranstaltung bereits am 8. Juli.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vollsperrung in der Freisinger Innenstadt - Marienplatz bis Oktober nicht mehr anfahrbar
Die Baumaßnahmen in der Freisinger Innenstadt laufen nach Plan. Ab Montag kommt es zu einer Vollsperrung in der Innenstadt.
Vollsperrung in der Freisinger Innenstadt - Marienplatz bis Oktober nicht mehr anfahrbar
Mit grauem Mercedes unterwegs: Freisinger (82) vermisst
Die Polizei sucht nach dem 82-jährigen Ludwig Bachmaier aus Freising. Er wird seit Dienstagvormittag vermisst.
Mit grauem Mercedes unterwegs: Freisinger (82) vermisst
Coronafall in Marzlinger Seniorenheim: Reihentestung am Mittwoch
Eine Mitarbeiterin des Vitalis-Senioren-Zentrums in Marzling ist positiv auf Corona getestet worden. Am Mittwoch findet dort eine Reihentestung statt.
Coronafall in Marzlinger Seniorenheim: Reihentestung am Mittwoch
Eine Radltour mit 18 Stopps, die sich lohnen
Wer in den Sommerferien eine Radltour plant, für den gibt es eine lohnende Route entlang des Hallbergmooser „Geschichtswegs“: An 18 Stationen kann man Halt machen und …
Eine Radltour mit 18 Stopps, die sich lohnen

Kommentare