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Bis Ende August ist die Zulassungsstelle noch in der alten Sparkasse untergebracht – wegen Umbauarbeiten.

Nach Kritik von Öffentlichkeit und FDP

Kfz-Zulassungsstelle „war nicht geschlossen“: Freisings Landrat erklärt Vorgehen wegen Corona

  • Andrea Hermann
    vonAndrea Hermann
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Nachdem Öffentlichkeit und FDP-Räte das Vorgehen der Kfz-Zulassungsstelle im Kreis Freising teils massiv kritisiert hatten, wollte der Landrat  jetzt ein paar Dinge „richtigstellen“.

Freising – „Drei unglückliche Umstände“ haben dazu geführt, dass die Kfz-Zulassungsstelle im Landratsamt in ein schlechtes Licht gerückt ist: Die Corona-Krise, der vorübergehende Umzug in die ehemalige Sparkasse und ein eigener Corona-Fall haben die 18 Mitarbeiter, einige davon in Teilzeitarbeit, vor große Herausforderungen gestellt. Umso wichtiger war es Landrat Helmut Petz, ein paar Dinge „richtig zu stellen“, die in der Öffentlichkeit sowie von Politikern falsch dargestellt worden seien.

Rückblick: Mit dem Lockdown Mitte März „mussten wir auf Not- und Schichtbetrieb umstellen“, berichtete Petz in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Entsprechend sei es zu Engpässen in der Kfz-Zulassungsstelle gekommen – Termine müssen seither telefonisch vereinbart werden. Um allen Anfragen gerecht zu werden, seien ab 11. Mai die telefonischen Kapazitäten um vier Leitungen erweitert worden, so Petz. Doch die Termine waren sehr schnell vergeben – der Frust bei vielen Bürgern, die ihr Fahrzeug zulassen wollten, war groß.

Stellten sich vor die Mitarbeiter: Landrat Helmut Petz (l.) und Straßenverkehrsamt-Leiter Lars Tauber.

Zu all dem gab es am 19. Mai einen Corona-Fall in der Zulassungsstelle. Die Folge war, dass neben dem Erkrankten sechs Kolleginnen in Quarantäne geschickt werden mussten und vier weitere Mitarbeiter ausgefallen sind, weil sie zur Risikogruppe zählen. Von 18 Angestellten hätten plötzlich elf gefehlt, berichtete Petz. Trotz dieses personellen Engpasses „war die Kfz-Zulassungsstelle, außer am Corona-Fall-Tag, nicht geschlossen“, stellte er klar.

Beschwerden „wurden auf das ganze Haus verteilt“

Bereits einen Tag nach dem Corona-Fall sei „mit der reduzierten Mannschaft weitergearbeitet“ worden, betonte der Landrat. Will heißen: Unterlagen, die nach Terminabsprache abgegeben worden sind, werden seither sukzessive abgearbeitet. Sobald die Dokumente fertig sind, erhält der Kunde eine Nachricht und kann sie abholen. Die unzähligen Beschwerden der Bürger, die bislang keinen Termin bekommen haben, „wurden auf das ganze Haus verteilt“, so der Landrat – um die Mitarbeiter der Zulassungsstelle zu entlasten.

Dass nun Politiker wie die FDP-Kreisräte Susanne Hartmann und Tobias Weiskopf eine „funktionierenden Lösung“ fordern, weil die Kfz-Zulassungsstelle „seit 19. Mai schon wieder geschlossen ist“ (wir haben berichtet), kann und will der Landrat so nicht stehen lassen. „Die Mitarbeiter haben Vollgas gearbeitet“, so Petz. „Nur am 19. Mai wurde ab 10 Uhr nicht mehr weitergearbeitet. Ansonsten war das Amt nie geschlossen.“

Seit 20. Mai, berichtete die Leiterin der Zulassungsstelle, Anita Atzmüller, seien durchschnittlich 116 Vorgänge täglich bearbeitet worden. Und es werden wieder mehr, wenn ab Dienstag die Belegschaft wieder komplett ist. Übrigens: Ab 2. Juni können wieder Termine vereinbart werden. 

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