Eine Hand hält einen Stift.
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Der zweite Lockdown ist ein Rückschlag für das Deutschförderangebot von MiBiKids. Jetzt sucht der Verein nach Alternativen für den Unterricht. Symbolbild: dpa

Vereinmuss im Lockdown Kurse ausfallen lassen

Rückschlag für die Deutschförderung: Corona schadet der Integration von Kindern - MibiKids funken SOS

Kinder mit Migrationshintergrund leiden besonders unter dem Lockdown an Schulen. Der Verein MibiKids sucht jetzt nach Alternativen für die Deutschförderung.

Freising – Auch bei MiBikids, dem Verein zur Deutschförderung von Kindern mit Migrationshintergrund, bedeutete der Lockdown Kursausfall in Präsenzform. Ds meldet Vorsitzender Samuel Fosso. Dennoch werde intensiv daran getüftelt, wie man die Kinder und Jugendlichen trotzdem in den verschiedenen Kursen betreuen könnte. Keine leichte Aufgabe für das MiBi-Kids-Team, weiß der Vorsitzende.

„Der zweite Lockdown ist ein Rückschlag für unser Deutschförderangebot. Wir waren so froh, nach den Sommerferien wieder starten zu können, um all die Versäumnisse und Defizite aus dem Frühjahr aufzuarbeiten“, sagt Samuel Fosso. Und jetzt gehe wieder nichts. Es seien schwere Zeiten für Bildung und Integration. „Erneut müssen Kinder mit Migrationshintergrund zurückstecken und auf die Deutschförderung weitgehend verzichten.“ Fosso aber bleibt kämpferisch. „Wir möchten unsere MiBiKids eben gerade nicht im Regen stehen lassen und arbeiten deshalb an kreativen Lösungen“.

Unterrichtsteams tüfteln an Alternativen zum Präsenzunterricht

Die Unterrichtsteams seien derzeit „alle dazu angehalten, ihre Ideen einzubringen, um die Deutschförderung auf die ein oder andere Weise aufrechtzuerhalten“. Aktuell würden die Voraussetzungen geprüft, Gruppenstunden online stattfinden zu lassen. Das sei aber laut Samuel Fosso nicht selbstverständlich: „Nicht jede Familie hat genügend Geräte zur Verfügung, um Homeoffice und Distanzunterricht für die Kinder möglich zu machen.“ Besonders in diesen Fällen seien andere Ideen gefragt – etwa Telefonate mit Schülern. „Das geht aber nur im Einzelfall und nur bei den Größeren.“ Ebenfalls eine Möglichkeit bei allen jenen Kinder, die nicht digital gerüstet sind: das Verteilen oder Versenden von Aufgaben nach Hause.

„Kinder, die Deutschförderung brauchen, sind durch Corona klar im Nachteil“

Jedenfalls sieht Fosso klar: „Die Kinder, die Deutschförderung brauchen, sind durch den Corona-Lockdown klar im Nachteil.“ Die daraus resultierenden Folgen würden sich freilich erst später manifestieren. Trotzdem: Der MiBiKids-Vorsitzende gibt sich positiv: „Wir hoffen sehr auf eine schnelle Besserung der Situation und werden unsere MiBiKids auf dem Laufenden halten, wenn sich Neuerungen ergeben.“ Und man krempelt für einen erfolgreichen Start nach dem Lockdown jetzt schon mal die Ärmel hoch, wie Fosso ebenfalls betonte: „Wir suchen an allen Standorten weiterhin zusätzliche Gruppenleiter für die wöchentliche Deutschförderung.“ Für die ehrenamtliche Arbeit mit den Kindern zahlt MiBiKids auf Wunsch eine Aufwandsentschädigung. (ft)

Gut wissen

■  Telefonisch ist das MiBiKids-Büro trotz Lockdown erreichbar unter (0 81 61) 9 10 63 84. Die Zeiten: mittwochs von 13 bis 18 Uhr und donnerstags 9 bis 14 Uhr. E-Mail: verwaltung@mibikids.de

■  Weitere Infos unter: www.mibikids.de

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