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Mit der Geschichte des Flüchtlingskinds Ali wollen Laura Kieblspeck und Tamara Stangl zwischen den Kulturen vermitteln und das Verständnis untereinander fördern.  

Kinderbuch greift Flüchtlings-Problematik auf

Alis Abenteuer in der neuen Heimat

Von guten Kinder- und Bilderbüchern erwartet man, dass sie hoffnungsvoll, froh, aber auch realistisch sind. Bilderbücher, die das Thema Asyl thematisieren, sollen zudem ein Vermittler zwischen den Sprachen und Kulturen sein. Ganz besonders trifft das auf ein Hard-Cover-Buch zu, das Tamara Stangl und Laura Kieblspeck demnächst auf den Markt bringen werden. Ihren Bilderbuchentwurf „ Schön, dass du da bist – gemeinsam sind wir bunt“ stellten sie jetzt im Rahmen einer Veranstaltung des Modern Studio im Alten Gefängnis in Freising vor.

 Eigentlich sind es die ganz normalen Dinge, die für Ali, einem Flüchtlingskind, viele Fragen aufwerfen. Die angehende Förderschullehrerin Tamara Stangl hat Alltagsszenen in leuchtenden bunten Farben festgehalten. Diese transportieren Werte, die für uns im Westen ganz normal sind: „Frauen dürfen das tun, was auch Männer tun“, heißt es etwa in einem der kurzen Texte. „Sie dürfen entscheiden und arbeiten. Man darf seine Meinung sagen und jeder darf seine eigene Religion haben.“

Außerdem wird in dem Buch dargestellt, was die kleineren Kinder in Deutschland machen: „sie spielen“. Das sei ja in manchen Herkunftsländern von Flüchtlingsfamilien ja gar nicht so selbstverständlich, verdeutlichte Laura Kieblspeck. „Da müssen Kinder oft arbeiten.“ Das Bilderbuch, das demnächst von einem Chiemgauer Verlag aufgelegt wird, ist als hilfreiche Lektüre für die Betreuer in den Flüchtlingsheimen gedacht. In erster Linie richte es sich jedoch an Erzieher und Lehrer an Kitas und an den Schulen, erläuterten die beiden Pädagoginnen.

Dass sich aus dem schönen, lehrreichen Buch auch die Kinder vor Ort allerhand abgucken können, das wurde vor kurzem in einer Unterrichtsstunde an einer Grundschule deutlich. Auch die beiden Vorsitzenden des Modern Studio Freising hatten an dem Besuch der beiden Autorinnen in einer dritten Klasse teilgenommen und seien sehr beeindruckt gewesen, betonte die stellvertretende Vorsitzende, Helma Dietz. Das Buch sei stellenweise sogar interaktiv aufbereitet. Ali sitzt auf einem Kissen am Boden. Über im sind viele Sprechblasen angeordnet, die für die vielen Fragen stehen, die einem Kind aus einer fremden Kultur wohl durch den Kopf gehen. Dietz erinnerte sich auch an eine besondere Situation in der Unterrichtsstunde. „Jedes Kind bekam von den Autorinnen einen Papierstern, auf den es das Wort „Willkommen“ in seiner Sprache schreiben durfte. Das war etwas sehr Schönes für die Kleinen. Keiner hat sich ausgegrenzt gefühlt“.

Gut zu wissen

Das Buch soll in Kürze in Druck gehen – vielleicht sogar noch zu Weihnachten. Wenn es soweit ist, wird das an dieser Stelle vermeldet.

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