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Gemeinsam sind sie stark: Als Pepiek und Aninka zusammen mit anderen Kindern singen, hat Leierkastenmann Brundibar (r.) keine Chance.

Kinderoper am Camerloher

Gemeinsam gegen die Grantler dieser Welt

Brundibár ist tschechisch und bedeutet „Hummel“. Im Tschechischen bezeichnet dieser Begriff häufig auch mal einen Griesgram. Und genau so einer macht zwei Kindern, Pepíek und Aninka, das Leben schwer. Zwei P-Seminare des Camerloher-Gymnasiums haben „Brundibár“, die Kinderoper in zwei Akten von Hans Krása (Komponist) und Adolf Hoffmeister (Librettist) zur Aufführung gebracht.

Freising Pepíek und Aninka betteln um ein paar Münzen, um für ihre schwerkranke Mutter die benötigte Milch einkaufen zu können. Sie fangen auf dem Marktplatz an zu singen. Das rührt zwar die Menschen, aber Brundibár, der Griesgram mit seinem riesigen Leierkasten, stiehlt den beiden Kindern mit ihren dünnen Stimmchen die Show. Die Kinder sind traurig und ratlos. Tiere kommen ihnen zu Hilfe. Als Pepíek und Aninka nun erneut mit den Tieren und vielen anderen Kindern singen, hat Brundibár keine Chance.

Die Oper „Brundibár“ steht für Menschlichkeit, für Freundschaft, für Solidarität und vor allem dafür, dass man gemeinsam stark ist. Genau dieser Gemeinschaftsinn war auch nötig, dass die beiden P-Seminare zusammen mit Unterstufenschülern die Kinderoper umsetzen konnten. Seit Januar haben die älteren Schüler mit den jüngeren geprobt. „Das war ein echtes Gemeinschaftsprojekt, das sehr harmonisch verlaufen ist“, so die beiden Musiklehrerinnen Birgit Brennich und Friederike Eglhuber, die für die P-Seminare verantwortlich sind.

Hans Krása hat die Geschichte im Jahr 1939 vertont. Vier Jahre später kam die Oper in Terezín, das als Theresienstadt traurige Berühmtheit erlangte, zur Uraufführung. Um sich auf die Inszenierung vorzubereiten, besuchten die Schüler der beiden P-Seminare vor ein paar Monaten Theresienstadt. „Die Idee, Brundibár am Camerloher aufzuführen, entstand aus einem W-Seminar, das sich mit der Musik in Konzentrationslagern beschäftigte“, verriet Friederike Eglhuber. „Die Umsetzung der Oper stellte für alle Beteiligten allerdings eine echte Herausforderung da“, berichtet Birgit Brennich. „Denn die Musik ist alles andere als einfach. Normalerweise wird bei Schulaufführungen nur am Flügel begleitet. Unsere Oberstufenschüler haben sehr viel Zeit investiert, um sie orchestral zu begleiten.“ Die Mitglieder der P-Seminare studierten mit Unterstufenschülern die Oper, also die Gesangspassagen und alles Schauspielerische ein. „Wir hielten uns weitgehend zurück“, so die beiden Musiklehrerinnen. Elisabeth Fußeder war beispielsweise für einen Teil der Gesangseinstudierung zuständig. „Das war nicht ganz einfach, weil die Musik dieser Oper für Kinder nicht so eingängig ist. Aber alle Kinder hatten viel Freude. Vor allem habe ich viel für mich selber mitgenommen. Mir wurde bewusst, woran man alles denken muss, bis so eine Inszenierung steht.“

Diese Freude am Singen und Spielen merkte man den Akteuren auf der Bühne an. Sie waren mit Feuereifer bei der Sache. Der Funke sprang ins Publikum über. Die vielen Grundschüler, die die Vormittagsvorstellung besuchten, verfolgten hoch konzentriert das Geschehen auf der Bühne und fieberten mit Pepíek und Aninka mit. Applaus, als am Ende des Stücks der Bösewicht Brundibár von den Kindern vertrieben wird und das Gute über das Böse siegt.  sp

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