Pfarrer Stephan Rauscher
+
Pfarrer Stephan Rauscher soll eine Stadtkirche in Freising gründen.

Hauptfokus liegt auf Seelsorge-Team

„Kirche muss kreativ werden“: Neuer Pfarradministrator Stephan Rauscher „baut“ die Stadtkirche Freising

In Freisings Kirchenlandschaft steht ein gewaltiger Umbruch an: Pfarradministrator Stephan Rauscher gründet eine sogenannte Stadtkirche. Er sagt: „Die katholische Kirche muss kreativ werden.“

Freising – Nicht nur die Kirchgänger werden tendenziell immer weniger, sondern ebenso die Priester und Seelsorger. Auch Freising bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Deshalb will die Domstadt jetzt auch mit einer großen Stadtkirche den Umbruch wagen. Der dafür vom Ordinariat frisch installierte Administrator, Pfarrer Stephan Rauscher, hat durch den relativ neuen Pfarrverband Holledau bereits Erfahrungen mit Zusammenschlüssen und weiß: „Die katholische Kirche muss kreativ werden.“

Die Stadtkirche

Rauscher stellt aber gleich klar: Aufgelöst werde keine Pfarrgemeinde, sondern sie würden eher verwaltungstechnisch zusammengelegt. Auch weil der Geistliche genau weiß, dass genau das die größte Angst vieler Leute sei. Das gewohnte Gotteshaus, so Rauscher, sei eben auch ein Stück Heimat.

Trotzdem werde es natürlich zu Veränderungen kommen: Aufgrund der fehlenden Priester, aktuell noch vier in Freising, könne beispielsweise nicht überall am Sonntag ein Gottesdienst abgehalten werden, vor allem nicht in den kleineren Außengemeinden. Im Pfarrverband Holledau, der die Pfarrgemeinde Nandlstadt und Attenkirchen einschließt, habe sich allerdings laut Rauscher gezeigt, dass dieses Modell durchaus funktionieren kann. Die Katholische Kirche müsse seiner Meinung nach sowieso kreativer werden, um auch weiterhin die Menschen zu erreichen.

Seit Neujahr ist Rauscher nun mit der Aufgabe betreut, eine sogenannte Stadtkirche in Freising zu gründen – auch weil der bis dato dafür zuständige Pfarrer Peter Lederer weiterhin im Krankenstand ist.

Die Ziele

Den Hauptfokus will der neue Pfarradministrator sowieso erst einmal auf das Seelsorge-Team werfen, damit dieses gebündelt handlungsfähig bleibt – knapp über zehn Leute, die sich um Firmungen, Betreuungen von Seniorenheime, Wortgottesdienste und vieles mehr fleißig kümmern. Sehr froh ist Rauscher auch über die „Ruheständler“, also die Priester in Rente, die ihm zudem noch hilfreich zur Seite stünden. Aber auch über die kirchliche Verwaltung in Freising müsse er „drüberschauen“ – insgesamt müsse sich Rauscher allerdings vieles aufgrund der kurzen Einarbeitungszeit erst mal „oschaugn“.

Für ihn wichtig: Die Kirche muss der Fels in der Brandung bleiben. Aber der Herrgott, so Rauscher, ist ja nicht ortsgebunden – viele Leute würden inzwischen sowieso oftmals zu ihrem Lieblingspfarrer gehen, egal wo dann die Messe stattfinde. Es sei Zeit, Impulse zu setzen – in Freising eben mit einer Stadtkirche. Wie lange es mit dieser Zusammenlegung dauert, kann Rauscher noch nicht abschätzen. Denn neben seiner neuen Leitungsstelle ist er seit Dezember vorigen Jahres auch zum Dekan für das Dekanat Moosburg gewählt und von Kardinal Marx bestätigt worden.

Neue Wege

Rauscher, so der Pfarrvikar Patrick Körbs vom Pfarrverband St. Korbinian lobend, ist eine profilierte Führungspersönlichkeit mit einem guten Blick für das Gesamte. Aktuell ist Körbs noch in der Stellvertretung für den neu angetretenen Rauscher tätig, aber nicht mehr lange. Ab d Sommer wird Körbs die Domstadt nämlich verlassen. Wohin es geht, will er allerdings noch nicht verraten.

Die Unterstützung

Seit 2017 ist Körbs, damals als Kaplan angetreten, nun schon in Freising, die zweite Dienstprüfung hat er inzwischen hinter sich gebracht. Bis dahin aber will der Pfarrvikar dem neuen Stadtkirche-Beauftragen kräftig unter die Arme greifen und hat ein positives Gefühl dabei: „Pfarrer Rauscher hat einfach ein gutes Gespür für die Sache!“

Das Arbeitspensum

Aktuell ist der neue Pfarradministrator mindestens einmal pro Woche in der Domstadt aktiv – führt Gespräche mit Mitarbeitern und kümmert sich um das Seelsorge-Team. Im Tausch mit Körbs hält Rauscher in Freising auch regelmäßig Gottesdienste, Körbs dafür in der Hallertau. Die Idee einer Stadtkirche findet der Pfarrvikar sehr gut, auch weil er selbst mit der Stadtkirche Germering groß geworden ist. Für Freising, sagt Körbs, ist das eine Bereicherung und zugleich eine Chance.

Richard Lorenz

Um die Gläubigen zu erreichen, lässt sich Pfarrer Stephan Rauscher in der Corona-Krise einiges einfallen: Im Interview spricht er über Online-Gottesdienste, Instagram-Botschaften und was die Resonanz aus der Gemeinde.

Alle Neuigkeiten und Nachrichten aus Freising und der Region lesen Sie immer aktuell hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare