+
Im Fokus ihrer Klausurgespräche hatten die Grünen vor allem das Thema Wohnen. Foto: 

Schwerpunktthema

Grüne wollen sich ums Wohnen kümmern

Die nach wie vor angespannte Wohnraumsituation im Landkreis Freising war eines der Hauptthemen der diesjährigen Fraktionsklausur der Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im Schloss Hohenkammer. „Wir wollen konkrete Lösungsansätze voranbringen und beginnen mit der Schaffung von mehr Dienstwohnungen für die Angestellten des Landkreises“, lautete die Botschaft nach der Klausur.

LandkreisDas landkreiseigene Personal habe immer öfter Schwierigkeiten, bezahlbare Wohnungen zu finden. Deshalb hat die grüne Kreistagsfraktion nun beantragt, dass der Landkreis sein Angebot an Dienstwohnungen für die eigenen Mitarbeiter erweitern soll. „Mit der Bereitstellung von genügend Dienstwohnungen übernimmt der Landkreis als Arbeitgeber Verantwortung für seine Angestellten und leistet einen wichtigen Beitrag, um die angespannte Wohnraumsituation im Landkreis zu entschärfen. Gleichzeitig wäre er damit Vorbild für Unternehmen, sich auf dem Wohnungsmarkt zu engagieren und Wohnraum für Mitarbeiter zu schaffen“, so die beiden Fraktionssprecher Claudia Bosse und Toni Wollschläger, die damit ausdrücklich auch den „Arbeitgeber Flughafen“ deutlich stärker als bisher in die Pflicht nehmen möchten. Es gebe jetzt schon kaum bezahlbare Wohnungen, besonders für Familien oder junge Leute. Betroffen davon seien mittlerweile nicht mehr nur finanzschwache Bevölkerungsgruppen, sondern auch Menschen mit mittlerem Einkommen. „Immer mehr Einheimische, die gerne in ihrem Heimatort bleiben würden, können sich das nicht mehr leisten“, betonen die Fraktionssprecher.

Der Druck auf den Wohnungsmarkt werde nicht nachlassen. Nach neuesten Prognosen des Bayerischen Landesamtes für Statistik steigt die Bevölkerung im Landkreis Freising bis zum Jahr 2035 um 20 000 Einwohner, eine Zunahme in der Größenordnung einer Gemeinde wie Neufahrn. Auch die angrenzenden Landkreise erwarte bis 2035 ein deutlicher Zuzug: Landkreis Erding plus 20 000, Landkreis Dachau plus 25 000, Landkreis München plus 50 000 Einwohner. „Das sind 115 000 Menschen mehr in unserem unmittelbaren Umkreis. Dazu kommt noch ein Plus von 200 000 Einwohnern für die Stadt München“, betonen die Grünen. „Die großen Herausforderungen bei der Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Wir wollen deshalb einen ,Runden Tisch Wohnen‘ ins Leben rufen“, kündigt Claudia Bosse an. Gemeinden, der Landkreis, politische Fraktionen und wichtige Akteure des Wohnungsmarktes sollen demnach gemeinsam „Lösungswege erarbeiten und Synergien nutzen“. Modell dafür sei der „Arbeitskreis Wohnungsnot und Wohnungswesen“ des Landkreises Ebersberg. Der bereite das Thema Wohnen für den dortigen Kreistag zur Beschlussfassung vor. Ein Ziel beispielsweise: 1000 neue sozialverträgliche Wohnungen in zehn Jahren für den Landkreis Ebersberg.

„Erste Gespräche, die wir mit Landrat Hauner und anderen Akteuren zu dem Thema geführt haben, stoßen auf großes Interesse“, heißt es in der Klausur-Erklärung, „Wir bleiben dran.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Warnung für Region Freising: Trinkwasser muss dringend abgekocht werden
Wegen einer möglichen Belastung mit Keimen müssen Bewohner bestimmter Orte im Landkreis Freising ihr Trinkwasser abkochen.
Warnung für Region Freising: Trinkwasser muss dringend abgekocht werden
„Plan“-Bürgerbegehren: 1341 mal Ersatzparkplätze gefordert
1341 Unterschriften wurden jetzt an Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt übergeben. Sie alle haben konkrete Forderungen für die Umgestaltung des „Plans“.
„Plan“-Bürgerbegehren: 1341 mal Ersatzparkplätze gefordert
Schnelle Hilfe, wenn das Schicksal zuschlägt
Es schlägt ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel: eine schwere Krankheit, ein Unfall, der Verlust des Arbeitsplatzes. Den Betroffenen zieht es oft regelrecht den Boden …
Schnelle Hilfe, wenn das Schicksal zuschlägt
Bürgerversammlung Attenkirchen: „Nicht öffentlich“ macht hellhörig
Die Nahwärmeversorgung im Attenkirchener Wohngebiet „Am Sportgelände“ hat im Grunde nie richtig funktioniert. Außerdem ist sie verhältnismäßig teuer. Es entsteht ein …
Bürgerversammlung Attenkirchen: „Nicht öffentlich“ macht hellhörig

Kommentare