Kletter-Ehepaar Stephanie und Stefan Danker.
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Strahlendes Paar: Stefan Danker mit Frau Stephanie vor der Kulisse der Lambert‘s Bay in Südafrika.

Leidenschaft fürs Klettern in die Wiege gelegt

Seine größten Erfolge waren in der Disziplin „Bouldern“: Kletterkünstler Stefan Danker hat alles im Griff

  • Margit Conrad
    vonMargit Conrad
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Mehr als zehn Jahre war er in der Kletterszene nicht nur schwer aktiv, sondern auch auf nationaler und internationaler Bühne erfolgreich: Stefan Danker.

Freising – Die Faszination, steile Felswände zu bezwingen, überhaupt die Leidenschaft fürs Klettern, wurde dem mittlerweile 32-jährigen gebürtigen Nandlstädter buchstäblich in die Wiege gelegt. „Mein Papa war schon weit vor meiner Geburt dem Klettern zugetan, damals in München“, erzählt er. Und Stefan war etwa fünf oder sechs Jahre, „als er mich einfach mitgenommen hat“, ganz klar immer unterstützt und gefördert von der – wenn auch passiv kletterbegeisterten – Mama Patricia.

Beim DAV Landshut war er dann in der Kinderklettergruppe, und mit ihr wurde er sogar Bayerischer Meister. Die Erfolge schlossen sich an, obwohl er in den Anfangsjahren auch noch – parallel zum Klettern – in seinem Heimatort Nandlstadt Tennis gespielt hat.

Die Disziplin „Speed“ hat Danker nie gemacht

Aber das „Rumkraxeln“, ganz salopp ausgedrückt, war doch eher das Seine. Bei den drei angebotenen Disziplinen „Vorstieg, Bouldern und Speed“, hat er letztere nie gemacht, wie er zugibt.

Seine größten Erfolge holte er national wie international im Bouldern. In dieser Disziplin wurde er 2009/10 und 2013 mit dem Gewinn des Deutschen Bouldercups drei Mal Deutscher Meister. Zwei erste Plätze verzeichnete er national 2009/10 als Gewinner des Deutschen Sportklettercups, wofür er auch für die „Sportler des Jahres“-Wahl des Freisinger Tagblatts nominiert worden war.

Maschinenbauingenieur bestimmt berufliches Leben

Ja, dann kamen irgendwann einmal die Ausbildung und die Entscheidung fürs weitere berufliche Leben: Nach Abschluss der Realschule in Moosburg und der FOS in Freising absolvierte er den Zivildienst am HPCA, dem Heilpädagogischen Centrum Augustinum in Oberschleißheim. Anschließend machte er den Bachelor Maschinenbau, danach den Master Maschinenbau an der FH Landshut. Derzeit ist er als Maschinenbauingenieur im Bereich „Schwermaschinenbau“ in München tätig.

Ausgebootet durch Corona: Motivation am Griffbrett lässt zu wünschen übrig

Nunmehr, nur noch privat – ob im Fels oder in DAV-Kletterhallen unterwegs – sieht es der 32-Jährige eher gelassen, auch wenn er es aufgrund der coronabedingten Einschränkungen sehr schade findet, dass sämtliche Kletter- und Boulderhallen geschlossen haben. Die Motivation zu Hause am Griffbrett lässt eher zu wünschen übrig. Auch wichtige Hotspots für Kletterer, beispielsweise die Alpensüdseite oder das Inntal sind bekannterweise aktuell tabu.

Jugend-WM in Peking als nachhaltigste Erinnerung

Was ihm am nachhaltigsten in Erinnerung aus seiner intensiven aktiven Zeit geblieben ist? Ganz klar die Jugend-WM in Peking: „Es war eine außergewöhnliche und spannende Reise, auf der ich, dank der damals sehr guten Unterstützung durch den DAV, eine komplett andere Kultur kennenlernen durfte.“ Nie vergessen werde er auch die Weltmeisterschaft am Äquator in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito, und natürlich den für ihn erfolgreichsten internationalen Wettbewerb in Canmor (Kanada), wo er 2011 im Boulderweltcup Vierter geworden ist.

Der Fels hat es ihm angetan: Der gebürtige Nandlstädter in einem Boulder in den Rocklands (Südafrika).jpg

Wenn auch nicht mehr im Nationalteam aktiv, so haben Danker und seine Frau noch ganz viele Berührungspunkte mit dem Klettersport. Allerdings bevorzugt seine Frau Stephanie, mit der er das Bouldern, sprich das Klettern in Absprunghöhe, „was für Leute mit leichtem Hang zur Höhenangst angenehmer ist“, sagt der 32-Jährige. „Es ist selbstverständlich auch eine Kopfsache, sich in großen Höhen zu bewegen“, verrät Danker.

„Auffi muaß i!“

Neben dem Klettern – „Auffi muaß i“, dessen Lieblingsplatzerl irgendwo auf einem Gipfel ist, wie er dem FT im Portrait „Sportler der Woche“ im Juli 2013 verraten hat, halten sich Stefan Danker und seine Frau auch sonst fit, etwa beim Joggen oder mit dem Rad – und das bei ihren liebsten Urlaubszielen, soweit es möglich ist – in Kroatien oder am Gardasee in Italien.

Kraftdrücken auf dem Hopfenfest mit dem Ex-Bürgermeister

Apropos Sportler der Woche: Da erzählte er auch, auch, dass man ihn – zumindest einmal jährlich beim Hopfenfest in Nandlstadt antrifft. Und da gab sich Stefan Danker nie zögerlich, sondern stellte sich im Jahr 2011 in der Mannschaft des Spielmannszugs im Teamwettbewerb sogar den Herausforderungen beim Kraftdrücken mit dem damaligen Bürgermeister Jakob Hartl (von 1990 bis 2020).

Fürs gesunde Essen ist seine Stephanie zuständig

Was Danker sonst noch macht? „Etwas deftiges Kochen, wie Schweinsbraten“, sagt er, der sich auch von Leberkässemmeln ernähren könnte, wie er dem FT einst verriet. Aber er hat ja mit seiner Stephanie eine Frau an der Seite, „die für die gesunden Sachen zuständig ist“.

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