+
Trotz aller Sparbemühungen ist das Klinikum Freising in die roten Zahlen gerutscht.

Defizit von 776.000 Euro

Fachkräftemangel und Personalkosten: Klinikum Freising schreibt rote Zahlen

  • schließen

Das Klinikum Freising schreibt rote Zahlen. Der Fachkräftemangel und steigende Personalkosten schlagen durch - trotz aller Sparbemühungen.

Freising – Das Klinikum Freising ist in die roten Zahlen gerutscht – trotz aller Sparbemühungen. Eigentlich hatte man ein Defizit von 100.000 Euro angepeilt. Am Ende stand für 2018 ein Minus von 776.000 Euro. Dieses Jahresergebnis präsentierte Klinikum-Geschäftsführer Andreas Holzner jetzt dem Aufsichtsrat unter Vorsitz von Landrat Josef Hauner.

Kosten für externe Leihkräfte

Die Eckpunkte: Die Umsatzerlöse konnten um etwa 1,2 Millionen Euro (zwei Prozent) gesteigert werden. Das reichte aber nicht aus, um die Personalkostensteigerungen von rund 1,8 Millionen Euro (4,4 Prozent) zu kompensieren. Zudem schlug auch am Klinikum Freising der Fachkräftemangel durch. Es habe „phasenweisen Kapazitätseinschränkungen“ gegeben sowie zusätzliche Kosten für externe Leihkräfte. Auch habe man gegen Jahresende einige „leistungsschwache“ Monate verbuchen müssen.

Lesen Sie auch: „Unzureichende Qualität“: Klinikum Freising wehrt sich gegen Vorwürfe

Noch 2017 erzielte das Klinikum ein ausgeglichenes Jahresergebnis. Doch die Lage an fast allen bayerischen Kliniken verschärft sich: Annähernd jedes zweite Krankenhaus in Bayern gab bei einer Befragung an, das Geschäftsjahr 2018 defizitär abzuschließen, wobei die Zukunftsprognose weiterhin negativ eingeschätzt wird.

Leichter Zuwachs im ambulanten Bereich

Die Zahl der stationär behandelten Patienten im Klinikum Freising lag im Geschäftsjahr 2018 mit rund 19.000 in etwa auf Vorjahresniveau, im ambulanten Bereich kam es gegenüber 2017 zu einem leichten Zuwachs von etwa zwei Prozent auf rund 21.000 Patienten.

Weitere Fakten rund um das Geschäftsjahr 2018: Die durchschnittliche Verweildauer ging von 5,5 Tagen in 2017 auf 5,4 Tage leicht zurück. Die durchschnittliche Belegung war ebenfalls rückläufig und lag bei rund 76 Prozent (2017: 79 Prozent). Die Geburtenzahl pendelte sich 2018 mit 945 Geburten wieder auf dem Niveau der Vorjahre ein.

„Durchgängig gute medizinische Versorgungsqualität“

Andreas Holzner: „Schwierige Bedingungen“

„Es gelang uns leider nicht vollständig, die für 2018 gesetzten Ziele zu erreichen, da die gestiegenen Kosten insgesamt nicht über die Krankenhauserlöse kompensiert werden konnten“, fasste Geschäftsführer Holzner zusammen. „Für unsere Patienten konnten wir jedoch als verlässlicher Gesundheitsdienstleister vor Ort durchgängig eine gute medizinische Versorgungsqualität anbieten“, sagte Holzner weiter. Man habe sich unter schwierigen Rahmenbedingungen gut behauptet, ergänzte Josef Hauner.

Auch interessant: Fliegende Schlaganfall-Spezialisten landen ab sofort in Freising

Im Jahr 2018 wurden rund 1,1 Millionen Euro an Investitionen getätigt. Schwerpunkte lagen dabei unter anderem im Bereich der Informationstechnologie und in der Anschaffung moderner Geräte, wie der Erneuerung eines weiteren volldigitalen Röntgenarbeitsplatzes in der Radiologie, dem Kauf moderner schnurloser Wehenschreiber in der Geburtshilfe (CTGs), der Einführung eines Verfahrens zur Gefäßdarstellung in der Kardiologie (Optische Kohärenz-Tomographie) sowie der Anschaffung weiterer neuer Patientenbetten. Das Klinikum erweiterte auch sein Leistungsspektrum, etwa durch die Etablierung moderner Verfahren in der Kardiologie. Durch die gute Integration der Neurologie in die Kardiologische Abteilung am Klinikum Freising bestünden „beste Voraussetzungen für die Schlaganfallprophylaxe“, betonte Holzner.

Seit Januar gelten „Personaluntergrenzen“

Die im April 2018 in Betrieb genommene Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) am Klinikum sei von der Bevölkerung gut angenommen worden und habe zu einer Entlastung der Notaufnahme beitragen.

Lesen Sie auch: Hilfe nach Entbindung: Neue ambulante Hebammen-Sprechstunde in Freising

Seit 1. Januar 2019 gelten übrigens auch für das Klinikum „Personaluntergrenzen“ im sogenannten „pflegesensitiven Bereich“. Bisher hat man es geschafft, dafür genügend Personal zu finden. Die „Personalgewinnung und -bindung“ steht deshalb am Klinikum auch weiterhin „im Fokus“, wie es am Freitag hieß. 

Auch interessant: Klinikum Freising: Mann legt Brand in Toilette – Feuerwehr rückt mit Großaufgebot an

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Von der Regierung muss mehr kommen“: Musiker fordert klare Ansage für Kulturschaffende
Rainer Klier ist überzeugt: „Eine Gesellschaft ohne Kultur ist nicht überlebensfähig.“ Der Chef der Holledauer Hopfareisser fordert von der Politik eine klare Ansage für …
„Von der Regierung muss mehr kommen“: Musiker fordert klare Ansage für Kulturschaffende
Kita-Personal freut sich über Rückkehr der Vorschüler und stellt sich neuen Herausforderungen
Seit Montag sind die Vorschüler wieder zurück im Kindergarten - zum Teil mit ihren Geschwistern. Eine Notbetreuung in Gruppen ist kaum mehr möglich. Daher gibt es ein …
Kita-Personal freut sich über Rückkehr der Vorschüler und stellt sich neuen Herausforderungen
Ende des Lockdown: fresch ist startklar, doch Bäderchef bremst Euphorie
Prinzipiell ist das Freisinger Erlebnisschwimmbad fresch bereit für den Restart. Doch der Bäderchef hat gute Gründe, auf die Euphoriebremse zu steigen. 
Ende des Lockdown: fresch ist startklar, doch Bäderchef bremst Euphorie
Coronavirus in Freising: Ein weiterer Toter - Patientenzahlen in Klinik sinken
Das Coronavirus breitet sich im Landkreis Freising weiter aus, aber deutlich verlangsamt. Die ersten Lockerungen sind in Kraft getreten: Geschäfte haben wieder offen, …
Coronavirus in Freising: Ein weiterer Toter - Patientenzahlen in Klinik sinken

Kommentare