Illustration einer möglichen Freising Arena
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Ein architektonisches Premiumobjekt soll die Event Arena werden. Referenzobjekt in qualitativer Hinsicht ist die Kongresshalle in Kopenhagen, die auf dem Foto schon einmal vom Stadtmagazin Fink Freising-affin nachbearbeitet wurde. Wichtig: Das MUCcc könnte optisch ganz anders aussehen.

Meinung zum neuen großen Freising-Thema

Kommentar: Eventhalle am Flughafen - gestalten statt verhindern!

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Die Freisinger Grünen sprechen sich gegen die Event Arena am Flughafen aus und verkennen damit die Zeiten der Pandemie, findet FT-Redakteur Manuel Eser.

Freising/Flughafen - Möglichst sachlich wollten die Grünen in ihrer digitalen Informationsveranstaltung über die geplante Konzert- und Kongresshalle informieren. Die Zielsetzung, zu der dann auch eine gewisse Ausgewogenheit gehört hätte, war allerdings schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt. Denn die Grünen verzichteten darauf, die aus Freising stammenden Investoren zu dem Treffen einzuladen. Stattdessen durfte am Donnerstagabend allein die Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH, Marion Schöne ihre Argumente aufzählen.

Wenig überraschend, dass die Monopolistin für Konzerte im oberen Besucherbereich nicht davon begeistert ist, wenn eine moderne Konkurrenz in ihrem Segment entstehen würde. Ihre Argumente waren dann aber dann doch eher schwach. Sie bringt Münchner Steuergeldern ins Spiel, die bei der Sanierung der Olympiahalle zum Einsatz kamen. Die wären sozusagen verschwendet, wenn Besucher in andere Stätten abwandern sollten.

Andere Städte beweisen: Mehrere Konzerthallen können koexistieren

Aber für den sorgsamen Umgang dieser Gelder ist sie selbst verantwortlich. Sie muss dafür sorgen, dass die Münchner Olympiahalle auch gegen Konkurrenz bestehen kann, mit einem eigenen Markenkern etwa: zum Beispiel als Standort mit Retro-Charme. Gestalten statt verhindern! Denn dass mehrere große Konzertstätten nebeneinander existieren und voneinander profitieren können, beweisen andere große Städte wie Köln, Hamburg oder Berlin, wo das gelebte Praxis ist.

Manfred Drobny von den Grünen spricht davon, dass das Ende des Wachstums für die Region erreicht sei. Ein Satz, der für Zeiten vor der Pandemie gegolten haben mag. Jetzt aber wachsen vor allem die Arbeitslosenzahlen - und die Staatsschulden. Will man denn Gastronomen und Hotelbesitzern, Einzelhandel und Soloselbstständigen, Kunstschaffenden und Bühnentechnikern wirklich erklären, dass das Ende des Wachstums erreicht ist? Dass die Eventhalle keinem Freisinger etwas bringen würde?

Das privatwirtschaftliche Projekt ist ein Geschenk in Zeiten der Pandemie

Das Gegenteil ist der Fall. Die Pandemie wird uns in den kommenden Jahren vor massive Herausforderungen stellen. Da ist es doch ein Geschenk, wenn private Investoren mit ihrem eigenen Geld etwas schaffen wollen, das genau denen eine Perspektive bietet, denen es jetzt schlecht geht. Das Gewerbesteuergelder in Corona-klamme öffentliche Kassen spült. Das Arbeitsplätze schafft. Das einen wirtschaftlichen Mehrwert für bereits bestehende Branchen bietet. Und das seinen Bürgern in der jungen Studentenstadt Freising Spektakel bietet. Ein Spektakel, das mit dem Rad zu erreichen ist.

Man darf das Projekt kritisch begleiten, sollte auch bei neuralgischen Themen wie Verkehr mit dafür sorgen, dass die besten Lösungen gefunden werden. Aber hier in Freising das gesamte Projekt an einem aus infrastruktureller Sicht geeigneten Standort per se verhindern zu wollen, um in München eine 50 Jahre alte, für den Sport gebaute Halle als Kulturstätte zu protektionieren, wäre ein Bärendienst für die Region und ihre Menschen.

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Die Inzidenz ist im Kreis Freising deutlich angestiegen. Laut Gesundheitsamt sei ein Teil der Infektionen auf drei Cluster zurückzuführen. Erstmals ist die südafrikanische Mutation aufgetreten.

Endgültig Schluss mit der dritten Startbahn am Flughafen: Das wollen Freisings Kreis-Grüne. Eine Resolution im Kreistag wurde nun einstimmig verabschiedet.

Die neuen Corona-Regelungen sorgen für Freude im Freisinger Einzel- und Buchhandel. Doch für die Gastronomie sind sie eine Enttäuschung.

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