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OB Tobias Eschenbacher: Krisengespräch statt Siegesfeier.

Alltag in Zeiten von Corona

„Ich setze auf die Vernunft der Leute“: Freisings OB über die Arbeit im Krisenmodus 

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Nach der Kommunalwahl gab es für OB Tobias Eschenbacher vorerst keine Siegesfeier - stattdessen traf er sich zum Corona-Krisengespräch. 

Freising – Der Freisinger OB Tobias Eschenbacher wurde mit 65,5 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Statt einer ausgiebigen Siegesfeier gab es in der Stadt erst einmal ein ausführliches Corona-Krisengespräch.

Herr Eschenbacher, worum ging es da?

Ich bin zunächst einmal sehr froh, dass es jetzt von der Regierungsseite eine klare Ansage gibt – mit unmissverständlichen Anordnungen. Wir als unterste Ebene sind jetzt dabei, diese Verfügungen umzusetzen.

„Was sind wichtige Termine?“

Was heißt das konkret?

Die Stadtverwaltung hat den Parteiverkehr ab sofort auf unbedingt erforderliche Behördengänge beschränkt: Die Verwaltungsgebäude können ab sofort bis voraussichtlich 27. März nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung für persönliche, nicht aufschiebbare Einzeltermine betreten werden. Zudem werden bis zum selben Datum alle Trauungen ausgesetzt. Beurkundungen von Sterbefällen und Geburten finden selbstverständlich weiterhin statt. Auch die Touristinfo ist zu und öffnet voraussichtlich wieder am 31. März. Wir arbeiten übrigens in allen Fragen sehr eng mit dem Landratsamt zusammen.

Jetzt müssen zum Beispiel auch Fitness-Center schließen und Restaurants früher zumachen. Will oder muss die Stadt das kontrollieren?

Wie das genau umgesetzt wird, weiß ich auch noch nicht. Aber ich setze hier auf die Vernunft der Leute.

Finden denn noch Stadtratssitzungen statt?

Auch das ist etwas, was uns gerade beschäftigt. Was sind wichtige Termine? Kann man Sitzungen auch ohne körperliche Anwesenheit abhalten? Jetzt, nach der Wahl, stehen wir ja vor einer entscheidenden Phase. Ein neues Gremium wurde gewählt. Wann und wie trifft man sich? Muss man unbedingt eine Sitzung abhalten? Ich gehe aber davon aus, dass auch hier die Staatsregierung bald eine glasklare Anordnung trifft.

„Viele fragen: Was kann ich tun?“

Sie befinden sich mit Ihren Mitarbeitern im Krisenmodus. Wie viel Angst spüren Sie da?

Ich bin beeindruckt, wie konstruktiv und professionell alle, die in diese Krisenlage involviert sind, damit umgehen. Das ist wirklich toll. Viele melden sich und fragen: Was kann ich tun? Welchen Beitrag kann ich leisten?

In der Bevölkerung scheint die Thematik noch nicht ganz angekommen zu sein. Da drängten sich am Sonntag in der Stadt die Menschenmassen.

Ich bin mir sicher, dass das schnell vorbei ist und dann jeder verstanden hat, dass er jetzt seine Freizeit anders verbringen und mehr daheim bleiben muss.

Das Wahlergebnis vom Sonntag war schon beeindruckend. Es gab und gibt ja derzeit viele Projekte, bei denen es auch Kritik gab – die Innenstadtsanierung oder die Kostensteigerungen bei Westtangente und Asamgebäude.

Ich glaube, die Freisinger haben vor allem honoriert, dass wir immer sehr sachlich und kooperativ mit allen Interessensgruppen zusammengearbeitet haben. Es wurde immer versucht, den bestmöglichen Kompromiss umzusetzen und kollegial zu arbeiten – nicht konfrontativ. Damit kommt man in der Politik am besten voran. Das haben die Wähler offenbar gewürdigt. Und das freut mich sehr.

Die Entwicklung des Coronavirus im Landkreis Freising lesen Sie immer aktuell hier.

Alle Ereignisse und Ergebnisse der Kommunalwahl 2020 im Landkreis Freising gibt es in unserem Live-Ticker zum Nachlesen.

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