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Korbiniansfest unter „schwierigen Umständen“ gefeiert: Kardinal Marx findet tröstende Worte in der Pandemie

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Von: Andreas Beschorner

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„Mit klaren Überzeugungen“ vorankommen: Das empfahl Reinhard Kardinal Marx den Gläubigen in seiner Predigt, die er im Rahmen des Korbiniansfestes im Freisinger Dom hielt.
„Mit klaren Überzeugungen“ vorankommen: Das empfahl Reinhard Kardinal Marx den Gläubigen in seiner Predigt, die er im Rahmen des Korbiniansfestes im Freisinger Dom hielt. © Michalek

Unter „schwierigen und besonderen Umständen“, so Reinhard Kardinal Marx, fand heuer das Korbiniansfest in Freising statt. Im Festgottesdienst, der via Live-Stream aus dem Dom übertragen wurde, fand er tröstende Worte in der Pandemie.

Freising – Das hätten Reinhard Kardinal Marx und viele Gläubige vor einem Jahr nicht gedacht: Auch 2021 fand das Korbiniansfest wieder „unter schwierigen und besonderen Umständen“ statt, wie es der Geistliche am Samstag zur Begrüßung der wenigen Besucher des Festgottesdienstes im Mariendom sagte. Zum zweiten Mal verhinderte die Corona-Lage das „Fest der Begegnung“ auf dem Freisinger Domberg, zum zweiten Mal war die Zahl der Gläubigen im Dom stark begrenzt, zum zweiten Mal war virtuelle Teilnahme per Live-Stream ein bevorzugtes Mittel, das Fest des Heiligen Korbinian zu feiern.

Der Erzbischof hat sich gerade von einer Corona-Infektion erholt, hat die Quarantäne verlassen können und am Samstag betont, diese Tage hätten ihm vor Augen geführt, dass der Mensch eben nicht gern allein sei, dass er Begegnung und das Miteinander brauche. Und deshalb, so sagte Marx, hoffe er inständig, dass man im kommenden Jahr 2022 die lebendigen Verbindungen zwischen Freising und seinen Partnerstädten wieder live feiern könne.

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Bis dahin solle das Motto des Korbiniansfestes 2021 Halt geben und Hoffnung sein: „Gestärkt. Weiter. Gehen.“ Ausgehend von der Hirtenrede des Propheten Ezechiel betonte Marx, man könne die schwierige Lage des Volks Gottes um 500 vor Christus herum in gewisser Weise auf unsere Welt und Corona übertragen. Und auch heute stelle sich die Frage, wo die Orientierung sei, wie ein neuer Weg gegangen werden könne. Und da komme das Leitwort des Korbiniansfestes ins Spiel. „Gestärkt“ – das bedeute, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass „Gottes Heilswille unabänderlich und unerschütterlich“ sei, so der Kardinal wörtlich.

Nur wenige Besucher konnten an dem Fest in der Kirche teilnehmen. Die meisten Gläubigen empfingen die Predigt via Live-Stream zu Hause.
Nur wenige Besucher konnten an dem Fest in der Kirche teilnehmen. Die meisten Gläubigen empfingen die Predigt via Live-Stream zu Hause. © Michalek

„Weiter“ – das bedeute, schon auch zurückzuschauen, um aus der Vergangenheit lernen zu können, aber vor allem stets zu prüfen, was Gottes Wille jetzt sagen will. Jetzt sei der Augenblick, in dem die Entscheidung für die Geschichte der Menschen und der Kirche getroffen werde, so Marx mit Blick auf den synodalen Weg der Kirche. „Gehen“ – das bedeute, eben nicht stehen zu bleiben, sondern nach vorne zu schauen, Schritt für Schritt voranzukommen „mit klaren Überzeugungen und Kriterien“, gestärkt durch seine Gegenwart.

Wenn also auch das Korbiniansfest 2021 wegen der Infektionslage unter besonderen Umständen stattfand, wenn also auch die Korbiniansvesper mit der Kindersegnung auf andere Weise als all die vielen Jahre zuvor stattfand, konnte Reinhard Kardinal Marx dem Samstag doch auch Gutes abgewinnen: „Aber es ist schön, dass wir da sind und verbunden sind über die sozialen Kanäle und alle mit einbinden: die Kranken und die Pflegenden und die Sterbenden.“

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