Die Band Mieke „ The Boys im Amtsgerichtsgarten Freising beim Sommer Wunder vor Publikum
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Premiere: Im Juli stellten die Uferlos-Veranstalter zusammen mit Musikschule, Stadtjugendpflege und der Stadt Freising das „Sommer Wunder“ im Amtsgerichtsgarten auf die Beine. Die Veranstaltungsreihe eröffneten Mieke & The Boys mit einfühlsamer Gitarrenmusik.

Virtueller Treff der Stadt: Veranstalter setzen auf Prinzip Hoffnung – Planungen für 2021 laufen

Freisinger Kulturschaffenden treffen sich online - und denken über neue Konzepte nach

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Kaum jemand wurde von Corona so stark gebeutelt wie die Kulturszene. In Freising bleiben die Betroffenen aber positiv und denken über neue Konzepte nach.

Freising – „Es tut echt gut, euch alle mal wieder zu sehen.“ So hat Musikschulleiter Odilo Zapf die Onlinekonferenz „Kunst und Kultur in Freising – Wir halten zam!“ am Donnerstagabend empfunden. Über 70 Teilnehmer konnte Referatsleiter Ingo Bartha zumindest an den Bildschirmen begrüßen – darunter selbstverständlich auch den neuen Kulturamtsleiter Markus Bader.

„Was anderes bleibt uns ja nicht übrig“: Freisings Kulturreferatsleiter Ingo Bartha hofft für den Herbst 2021 das Beste.

Ob Kulturveranstalter oder Kulturschaffender – die Gemütslage war ähnlich: 2020 war für die Kultur ein trauriges Jahr, 2021 hofft man auf das Beste und will kreativ und spontan sein. „Mein Gott, was anderes bleibt uns ja nicht übrig“, so Bartha.

Die Erinnerung an das „Sommerwunder“ ist noch lebendig

Kulturreferentin Susanne Günther, die das virtuelle Treffen beantragt hatte, betonte, dass trotz der Pandemie-Lage tolle Kulturveranstaltungen und Ideen entstanden seien, erinnerte dabei an das „Sommerwunder“. Dass man auch 2021 wieder so ein „Sommerwunder“ plane, dass dabei der Lindenkeller als Spielstätte noch mehr mit einbezogen werde, dass man aber noch keinen Termin und keine Künstler festgesetzt habe, das bestätigten Bartha und Stadtjugendpfleger Fritz Andresen unsisono.

Findet es schade, dass es für die Kultur noch keine Lockerungen gibt: Kulturreferentin Susanne Günther.

Im Übrigen fand es Günther schade, dass derzeit zwar über Friseure und Baumärkte, aber nicht über Kultur geredet werde, wenn es um Lockerungen gehe.

Musikschulleiter Odilo Zapf, für den das „Sommerwunder“ auch „eine tolle Geschichte“ war, zeigte sich froh, dass man in der Musikschule ab Montag wieder mit dem Einzelunterricht starten könne (siehe Bericht Seite 1).

Museumsleiter bricht Lanze für Live-Streams

Bartha schilderte, wie man im Frühjahr 2020 praktisch vor dem Nichts stand, wie da „die komplette Jahresplanung 2020/2021 zusammengebrochen ist“. Und kaum habe man sogar zwei Theaterstücke in der Luitpoldhalle aufführen können, sei der zweite Lockdown gekommen. Jetzt verschiebe man eben alles auf Herbst 2021 und Frühjahr 2022, buche Künstler und Ensembles „normal weiter“. Eine andere Chance habe man nicht. Und: „Ich hoffe das Beste.“

Denkt auch in Zukunft an Live-Streams: Eike Berg, Leiter des Europäischen Kulturzentrums in Freising.

Ein Thema, das am Donnerstag immer wieder zur Sprache kam: Kulturevents per Live-Stream. Philipp Lachner von der Eventunion in Freising, der ankündigte, man habe da etwas Größeres für Juni „in der Pipeline“, was gerade in der Stadt zur Beantragung liege, brach eine Lanze für Streaming live. Andresen sagte, dafür brauche man ein Format und ein Konzept – und das sei teuer und aufwändig. Bartha setzt da lieber auf „gute Hygienekonzepte“ und Live-Auftritte vor Publikum. Dem pflichtete auch der Leiter des Schafhofs, Eike Berg, grundsätzlich bei: „Live-Stream ersetzt freilich nicht Kultur, Kunst und Menschen live vor Ort.“ Aber an solche Formate zu denken, müsse erlaubt sein.

Und weil es oft an der technischen Umsetzung mangle oder diese bei der Beauftragung von Firmen viel Geld koste, schwebt Berg so eine Art „reisende Technik-Crew“ vor, die für ganz viele Freisinger Kulturschaffende im Einsatz sein könne. Zumindest 3klang, so Gottfried Herrmann, habe mit seinen Live-Stream-Lehrerkonzerten nur gute Erfahrungen gemacht.

So oder so: Freisings Kulturszene wird noch eine ganze Weile spontan, kreativ und auch virtuell sein müssen.

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