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Messungen in Massenhausen: (v. l.) Reinhard Kendlbacher, Vorsitzender des Bürgervereins, Landrat Helmut Petz, Wolfgang Herrmann (2. Vorsitzender des BV) und Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier.

Fünf Geräte im Einsatz

„Eine einmalige Situation“: Landkreis Freising misst jetzt Ultrafeinstaub am Flughafen

  • Andreas Beschorner
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Der Bürgerverein Freising hat seit Jahren dafür gekämpft: Der Landkreis führt am Flughafen nun Ultrafeinstaub-Messungen durch. Landrat Helmut Petz spricht von einer „einmaligen Situation“.

Landkreis – Das war ein besonderer Tag für den Bürgerverein Freising: Am Mittwoch traf man sich in Massenhausen, um offiziell die Ultrafeinstaub-Messungen rund um den Flughafen durch den Landkreis Freising zu starten. Wofür der BV seit Jahren kämpft, wird jetzt sozusagen amtlich. „Auftrag erfüllt, Ziel erreicht“, sagte Landrat Helmut Petz in der Pressekonferenz vor Ort.

Fünf Standorte rund um den Airport

Der Shutdown am Flughafen München sei laut Petz „eine einmalige Situation“. Die Chance, UFP-Belastungen zu messen, während der Flugbetrieb zu rund 95 Prozent heruntergefahren sei, um sie dann mit Zahlen und Ergebnissen zu vergleichen, wenn der Flugbetrieb wieder normal laufe, gebe es wohl so schnell nicht mehr. Einem Kreistagsbeschluss gemäß habe der Landkreis geprüft, ob er zur Beauftragung solcher Messungen berechtigt sei. Mit positivem Ergebnis. Bürgerverein und das Helmholtz-Zentrum als wissenschaftlicher Begleiter würden nun also an derzeit fünf Standorten rund um den Airport die UFP-Belastungen messen. Darüber war Petz „sehr glücklich“. Weniger glücklich war er darüber, dass die Flughafen München Gesellschaft (FMG) Messungen an den von ihr selbst betriebenen Messstationen „wegen grundsätzlicher Bedenken“ untersagt habe.

Orange-grau ist das Gerät, das Wolfgang Herrmann vom Bürgerverein präsentierte. Insgesamt sind fünf davon im Einsatz, um die Feinstaubbelastung zu messen.

Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier bestätigte, dass die zu erwartenden Resultate der Messungen ein wichtiges Glied in einer „Indizienkette“ seien, um irgendwann hoffentlich zu rechtlichen Vorgaben und Grenzwerten bei der UFP-Belastung zu kommen. Das sei ein „kleiner Bohrer“ für ein dickes Brett, den man aber brauche, damit die Politik veranlasst werde, einen „dicken Bohrer“ anzusetzen. BV-Vorsitzender Reinhard Kendlbacher betonte, dass sich die FMG bis heute weigere, UFP-Belastungen zu messen, obwohl die Partikel nachweislich gesundheitsschädlich seien. Zwar betone die FMG, sie werde eine fachliche Aufklärung über die Belastung uneingeschränkt unterstützen, aber auch das von Petz berichtete Verhalten der FMG spreche eine andere Sprache. Stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Herrmann ergänzte ironisch: An sehr vielen Flughäfen weltweit werde gemessen, „nur am Fünf-Sterne-Airport nicht“.

„Wir spüren alle: Die Luft ist gut“

Deshalb machen das jetzt also der BV und das Helmholtz-Zentrum im amtlichen Auftrag des Landkreises. Schon zuvor vom BV erhobene Ergebnisse zeigen: Während etwa im Februar bei knapp 1000 Flugbewegungen pro Tag 53 600 UFP-Partikel pro Kubikzentimeter gemessen wurden, waren es im April, als die Flugbewegungen um rund 95 Prozent zurückgegangen waren, nur noch 7100 UFP-Partikel – ein Rückgang um 96 Prozent. Herrmann sagte, die höhere Luftqualität merke man auch ohne Messungen: „Wir spüren alle: Die Luft ist gut.“

Fünf Geräte sind nun im Einsatz: in Massenhausen, im Freisinger Moos, in Freising selbst, am Flughafen und in Eitting. Von den Gemeinden, vom Helmholtz-Zentrum und vom BV seien die Geräte unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden, der Landkreis müsse lediglich Kosten für Versicherungen und Fahrtkosten übernehmen – rund 3000 Euro, so schätzt man. Aufgrund dieser geringen Summe habe einer Auftragserteilung durch den Landkreis auch vergaberechtlich nichts entgegengestanden, so Petz.

Ideen, wie man die UFP-Belastung am MUC relativ einfach und schnell senken könne, gibt es: Anstatt dass die Flieger täglich rund 4000 Kilometer unter besonders schädlicher Geringlast der Düsen auf den Rollfeldern herumkurven, könne man sie ebenso mit E-Fahrzeugen zu und von den Gates schleppen. 

Aktuelles im Landkreis Freising

Ein Mann aus dem Markt Au gilt als „Patient null“ im Kreis Freising. Sein Sohn (7) wurde negativ getestet, ein Antikörper-Test fiel jedoch positiv aus. Der Vater stellt nun Mutmaßungen an.

Erst, als ihn sein Bekannter anrief, gab er auf. Ein 27-Jähriger lieferte sich in der Nacht zum Dienstag mit der Polizei in Neufahrn eine Verfolgungsjagd.

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