Vor verschlossenem Tor standen die Landwirte, die von der Molkerei Weihenstephan am Donnerstag eine Stellungnahme zu den Milchpreisen einfordern wollten.
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Vor verschlossenem Tor standen die Landwirte, die von der Molkerei Weihenstephan am Donnerstag eine Stellungnahme zu den Milchpreisen einfordern wollten.

Keine Reaktion von der Molkerei Weihenstephan

„Ruinöser“ Milchpreis: Müllermilch ignoriert protestierende Landwirte - Video zeigt frustrierte Bauern

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Sie protestieren gegen „runinöse Preise“: Landwirte sind erneut bei der Molkerei Weihenstephan vorgefahren. Was dort dann passiert, ärgert die Bauern sehr.

  • Landwirte haben Brandbrief an die Molkerei Weihenstephan gerichtet.
  • Bauern fordern höheren Milchpreis.
  • Müllermilch lässt ihre Lieferanten vor den Werkstoren stehen.

Freising – Das Werkstor blieb wieder geschlossen. Mehrere Landwirte kamen am Donnerstag zur Molkerei Weihenstephan, um eine Stellungnahme zur Preispolitik zu erhalten. Doch wie in der Woche zuvor, als die Bauern einen höheren Milchpreis gefordert hatten, ließ sich kein Vertreter des Werks blicken, das zum Müller-Konzern gehört.

Wie berichtet, waren am 11. November Landwirte in ganz Deutschland mit Traktoren bei Verwertungsbetrieben vorgefahren, um gegen „ruinöse“ Fleisch- und Milchpreise zu protestieren. Das Forderungsschreiben, das die Freisinger Landwirte dabei- hatten, wollte indes kein Molkerei-Vertreter entgegennehmen. In dem Brandbrief hieß es, dass die Milchpreise gerade mal noch zwei Drittel der Kosten decken würden. Statt des bisherigen Grundpreises von 32 Cent pro Liter, den die Molkerei in Freising nach Angaben des LSV („Landwirtschaft verbindet Bayern“) bezahlt, wollen die Landwirte 15 Cent mehr.

Bauern verärgert über die Haltung von Müller Milch

In dem Protestschreiben wurde auch eine Stellungnahme der Molkerei gefordert. Doch obwohl sich die Freisinger Landwirte für den Donnerstag angekündigt hatten, erschien wieder kein Vertreter. Als die Landwirte am Tor klingelten, meldete sich nur eine Mitarbeiterin über die Sprechanlage: Ihr sei nichts hinterlegt worden, was sie übergeben könne.

„Es ist schon schade“, kommentierte Sebastian Wagner vom LSV das Verhalten der Konzernspitze. „Offenbar ist es den Herren vom Milcheinkauf egal, wie sie mit den Bauern umspringen.“ Auch die anderen anwesenden Bauern waren verärgert über die (Nicht-)Reaktion der Werksverantwortlichen.

Landwirt berichtet über Einschüchterungsversuche

Andreas Bertele berichtete, dass andere Molkereien Landwirten sogar gedroht hätten, sie von der Lieferantenliste zu streichen, sollten sie am Protest teilnehmen. „Deswegen ist die Teilnahme auch so verhalten.“ In Freising sei man aber nicht eingeschüchtert worden. „Von Müllermilch wurden wir ,nur’ ignoriert.“

Auch das FT bat die Molkerei um eine Stellungnahme. Ein Sprecher teilte jedoch lediglich mit, dass man dazu keinen Kommentar abgebe.

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