Erich Irlstorfer kämpft selbst mit Covid-Folgen.
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Erich Irlstorfer kämpft selbst mit Covid-Folgen.

„Erfahre am eigenen Körper, was das Virus macht“

Langzeitfolgen von Corona: CSU-Bundestagsabgeordneter Irlstorfer will Selbsthilfegruppe für Betroffene gründen

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Nach einer Corona-Infektion leiden manche Menschen an Spätfolgen und Lanzeitschäden. Für sie will CSU-Bundestagsabgeordneter Erich Irlstorfer eine Selbsthilfgruppe gründen.

Freising – Das Corona-Virus und dessen Folgen werden die Menschheit auch in den nächsten Jahren begleiten. Da ist sich der CSU-Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer sicher. Besonders die individuellen Spätfolgen und Langzeitschäden einer Covid-Erkrankung in vielen Bereiche bleiben weiterhin „eine unbekannte Variable, die es nicht zu vernachlässigen gilt“, sagt Irlstorfer. Deshalb gründet er jetzt eine Selbsthilfegruppe. Der Name steht schon fest: Elias.

Im April soll „Elias“ gegründet werden

Wie berichtet, war Irlstorfer selbst an Covid-19 erkrankt. Seither kämpft er in einer Reha-Maßnahme darum, sich von den Folgen zu erholen. So wie ihm geht es zahlreichen Menschen: Sie gelten als genesen, sind aber deshalb noch lange nicht gesund. Extreme Schwäche, Atemnot, Kurzatmigkeit – die Folgen sind vielfältig und oft langwierig. „Als direkt Betroffener“, so Irlstorfer nun, „erfahre ich aktuell immer noch am eigenen Körper, was das Virus mit einem macht.“

Als er jüngst aus seinem Reha-Aufenthalt ein Video postete, habe er „viele Rückmeldungen von Betroffenen oder deren Angehörigen erhalten, die mir Ähnliches aus eigenen Erfahrungen berichteten“. Deshalb habe er sich dazu entschieden, aktiv zu werden: Im April will er eine Selbsthilfegruppe für Betroffene von Covid-19-Langzeitfolgen – darunter auch Eltern von betroffenen Kindern – sowie Angehörige gründen. Die Themenpalette ist groß: Es soll unter anderem um Einsamkeit, finanzielle Nöte, bis hin zum Umgang mit dem Tod gehen.

„Niedrigschwelliger und flächendeckender Erfahrungsaustausch“

Nach den Vorstellungen des CSU-Bundestagsabgeordneten soll der Vereins aus drei Säulen bestehen: aus den unmittelbar Betroffenen und deren Angehörigen, aus einem Corona-Beirat mit fachspezifischen Persönlichkeiten aus den drei Landkreisen seines Wahlkreises (Freising, Pfaffenhofen an der Ilm und Neuburg-Schrobenhausen) sowie aus weiteren regionalen Gremien, die sich aus gesamtgesellschaftlichen Interessensvertretern und -vertreterinnen zusammensetzen. Der Beirat, für den Irlstorfer durchaus auch prominente Politiker mitsamt ihren vielfältigen Kontakten und Verbindungen in die Forschung und Wirtschaft nutzen will, soll den notwendigen und wichtigen Input geben. Auch so etwas wie einen Vereinssitz wird es geben: Irlstorfer baut gerade einen Bauernhof in Gammelsdorf zu einem Veranstaltungsraum um, in dem auch alles für digitale Treffen und Medien vorbereitet wird. Man will eben alle Ebenen und Möglichkeiten nutzen.

Irlstorfer ist davon überzeugt, dass „der niedrigschwellige und flächendeckende Erfahrungsaustausch“, der durch fachlichen und gesamtgesellschaftlichen Input ergänzt werden soll und so über aktuelle Entwicklungen informieren will, ein wirksamer Ansatz sei. Dadurch könne dazu beigetragen werden, mit dem Virus leben zu lernen, Langzeitfolgen zu beheben und somit aktiv zu helfen. Geplant ist, im April den Elias-Vorstand zu wählen und die Vereinssatzung zu beschließen.

Hubert Böck, stellvertretender Leiter des Freisinger Impfzentrums, hat zwei Stunden lang die Fragen der FT-Leser zur Corona-Impfung beantwortet. Fragen und Antworten hier im Überblick.

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