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TU-Präsident Wolfang Herrmann (r.) und der erste Direktor des Leibniz-Instituits LSB, Prof. Thomas Hofmann. 

Leibniz-Institut an der TU startet am Freitag

Wie Phoenix aus der Asche

Die TU München stellt mit ihrem Vizepräsidenten und Lebensmittelchemiker Prof. Dr. Thomas Hofmann (49) den ersten Direktor des neuen Leibniz-Instituts für Lebensmittelsystembiologie (Leibniz-LSB) in Freising. Damit beginnt für die konzeptionell restrukturierte Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) eine neue Ära.

FreisingDie Anstalt war in finanzielle Schieflage geraten, weil sie in einigen Fällen nicht nachweisen konnte, dass Förder-Auflagen eingehalten wurden. Die DFA war 2007 von Garching nach Freising verlagert worden. Wissenschaftler von Weltrang erforschten dort alles rund um die Nahrung. Anfang September 2016 dann der große Knall: Betrugs-Vorwürfe, Razzien, 70 Mitarbeiter bangten um ihre Jobs. Schließlich wurde die vorläufige Insolvenz für die DFA angeordnet. Doch schon im Februar kündigte TU-Präsident Wolfgang Herrmann an, dass die DFA in Weihenstephan erneuert würde. Für die Erweiterung und Verstetigung des Forschungszentrums hatte sich auch Staatsministerin Ilse Aigner eingesetzt – offenbar mit Erfolg. „Damit findet das Zukunftsgebiet der Lebensmittelsystembiologie auf dem Life Science-Campus der Universität seine feste Verankerung“, jubelte die TU gestern. Das Institut wird am Freitag offiziell eröffnet.

Im jetzigen Neubeginn sieht MdL Florian Herrmann einen großen Innovationsschub für das Wissenschaftszentrum Weihenstephan: „Deshalb habe ich mich vehement für die Erhaltung und Modernisierung der ehemaligen DFA eingesetzt. Für das thematisch erweiterte Institut in Weihenstephan an der Lise Meitner-Straße wird ein 20 Millionen-Euro-Neubau entstehen, damit die moderne Lehr- und Forschungsprogrammatik international konkurrenzfähig umgesetzt werden kann. Für Freising ist das Beste gerade gut genug.“

Die neu geschaffene Konstellation gelte in Fachkreisen als bedeutender Zugewinn für die Universitätsstadt Freising, betonte die TU gestern in einer Mitteilung – vor allem in der Wirkung auf die hier verorteten Agrar-, Ernährungs- und Gesundheitswissenschaften und die Bioinformatik. Direktor Hofmann strebt für den Standort Freising im nächsten Schritt ein „TUM Konsumenten-Forschungszentrum“ an. Dort wird man in Laboratorien direkt mit Verbrauchern arbeiten. Die Forschungsgrundlagen hierfür schafft derzeit Prof. Jutta Roosen, die den Lehrstuhl für Marketing- und Konsumforschung leitet.

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