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Mit einem kleinen Festakt wurde gestern in der Dom-Aula der Wechsel der Trägerschaft vollzogen: Landrat Josef Hauner, Sch ulleiter Manfred Röder und Bürgermeisterin Eva Bönig (v. l.) bei der symbolischen Übergabe des Schlüssels.   

Trägerschaft wechselt von der Stadt auf den Landkreis Freising

Leiser Abschied vom Dom-Gymnasium

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Vor einem Jahr traf man sich an der Düwellstraße, um die Trägerschaft für die Karl-Meichelbeck-Realschule offiziell von der Stadt an den Landkreis zu überträgen. Gestern traf man sich wieder. Dieses Mal auf dem Domberg, galt es doch, das altehrwürdige Dom-Gymnasium aus der Trägerschaft der Stadt zu entlassen und in die Obhut des Landkreises zu geben. Schulleiter Manfred Röder sprach von einer „Zäsur“ in der Historie des humanistischen Gymnasiums.

Freising – Nicht nur Röder versicherte bei dem kleinen Festakt in der Aula, dass man von dem Wechsel in der Sachaufwandsträgerschaft „im alltäglichen Unterrichtsbetrieb nichts merken wird – oder kaum etwas“. Auch die Vertreter der Stadt, Bürgermeisterin Eva Bönig, und des Landkreises, Landrat Josef Hauner, versprachen, man werde den Wechsel „gar nicht spannen“, so Hauner. Der Landrat betonte, dass es nicht der Wunsch des Landkreises gewesen sei, die Trägerschaft für die Realschule, das Dom-Gymnasium und später noch für das Josef-Hofmiller-Gymnasium zu übernehmen. Das sei der Beschluss der Stadt gewesen, die seit der Gebietsreform, als man nicht mehr kreisfreie Stadt war, die Trägerschaft für diese drei Schulen sozusagen freiwillig weiter übernommen hatte. Angesichts ständig steigender Kosten „muss sich die Stadt Freising auf ihre Pflichtaufgaben beschränken“, begründete Bönig gestern in der Aula des „Dom“ vor geladenen Gästen und Schülern den Beschluss des Stadtrats, der ein wichtiges Kapitel der Freisinger Schulgeschichte bedeute.

Hauner sage, der Landkreis sei „ein Schul- und Bildungslandkreis“: Immerhin sei man mit dem gestrigen Tag, an dem man auch die Trägerschaft für das Neufahrner Oskar-Maria-Graf-Gymnasium übernahm, für 14 weiterführende Schulen zuständig. Hauner versprach, der Landkreis werde sich „genau so wie die Stadt“ des traditionsreichen Gymnasiums auf dem „Mons doctus“ annehmen. Damit die Schüler auch wissen, wer künftig die Ausstattung und das Hauspersonal bezahlt, standen Körbe mit Schlüsselanhängern für jede Klasse bereit. Aufschrift: „Landkreis Freising“.

Bönig, immerhin 18 Jahre lang Schulreferentin der Stadt Freising, gab zu, dass bei ihr „schon etwas Wehmut aufkommt“, wenn sie die Schule nun dem Landkreis per symbolischer Schlüsselübergabe anvertraue. „Sag zum Abschied leise Servus“, zitierte sie eine Liedzeile. Der Übergang der Trägerschaft sei Dank guter Vorbereitungen „reibungslos“ über die Bühne gegangen. Schließlich habe die Stadt ja vorher auch noch Fachräume umgebaut und saniert und die Tiefgarage hergerichtet. Auch Röder war sich sicher: „Wir dürfen uns gut aufgehoben wissen.“

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