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Er ist Freisings letzter Einzelhändler im Sportsegment mit Vollausstattung: Wolfgang Haslberger.

25 Jahre Intersport Profimarkt

Letzter großer Sport-Einzelhändler in Freising verrät sein Erfolgsgeheimnis

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Viele haben Wolfgang Haslberger zwei Jahre gegeben, als der ein Sportgeschäft in Attaching eröffnete. Jetzt ist der 62-Jährige so etwas wie der letzte Mohikaner.

Freising – Es war eine folgenschwere Entscheidung, die Wolfgang Haslberger (62) vor 25 Jahren gefällt hat: Der Geschäftsführer des Intersport Profimarkts eröffnete neben dem Stammhaus Sport Koislmaier in der Freisinger Innenstadt zusammen mit seinem damaligen Partner Richard Reill einen zweiten Sportmarkt in Attaching – ein riskanter Schritt. Manch Branchen-Experte gab düstere Prognosen ab: „Euch gibt’s dort höchstens zwei Jahre.“ Doch das Geschäft, das zunächst noch „Sportmarkt am Airport“ hieß, gibt es immer noch. Mehr noch: Haslberger ist Freisings letzter Einzelhändler im Sportsegment mit Vollausstattung. Im FT-Interview verrät der „letzte Mohikaner“ sein Erfolgsrezept.

Herr Haslberger, warum war es für Sie vor 25 Jahren ein Risiko, vor den Toren der Stadt einen Sportmarkt zu eröffnen?

Weil wir dort damals ganz allein auf der Grünen Wiese waren. Es sollte in Attaching zwar ein Einkaufszentrum entstehen, aber keiner wusste, wann es kommt. Für uns war daher schwer abzusehen, ob uns die Leute am neuen Standort finden würden. Deshalb haben wir damals auch viel Geld in Werbung gesteckt.

Vor 25 Jahren öffnete hier der „Sportmarkt am Airport“.

Das Freisinger Fachmarktzentrum kam dann auch und war lange Zeit Kundenmagnet. Inzwischen steht der Großteil leer. Ist das für Sie ein Problem?

Natürlich wäre es uns lieber, wenn da noch die Hölle los wäre. Aber für uns spielt es nicht die ganz große Rolle, weil wir von unseren Kunden inzwischen gezielt angefahren werden. Deshalb war es für uns auch die absolut richtige Entscheidung, nach Attaching zu gehen. Denn dort sind wir bestens zu erreichen. Da spielen auch die leicht erreichbaren Parkplätze eine große Rolle, die wir am Standort Attaching anbieten können, und die für Kunden wichtig sind, die Ski oder Fitnessgeräte kaufen.

Geschäftsführer: „Wir arbeiten mit Herzblut“

Wie ist es Ihnen gelungen, dass Ihnen die Kunden auch in Zeiten des Online-Shoppings weiterhin die Treue halten?

Wir decken fast den gesamten Sportbedarf ab. Die wichtigsten Marken der großen Sportwelt sind vertreten. Und wir arbeiten mit Herzblut. Das merkt der Kunde. Er schätzt die intensive Beratung, die er bei uns erhält.

Dem Kunden ist Beratung immer noch wichtig?

Wir stellen fest, dass die Kunden glücklich sind, wenn sie eine Entscheidungshilfe bekommen. Sie sind zwar besser informiert als früher, weil sie die rein technischen Details in Zeiten des Internets überall selbst rauslesen können. Aber wir geben ihnen beim Kauf die letzte Bestätigung und damit ein gutes Gefühl. Wir fungieren quasi als Entscheidungsbeschleuniger.

Heute heißt das Geschäft Intersport Profimarkt.

Was macht gute Beratung für Sie aus?

Wichtig ist es, gut zuzuhören. Nur so lässt sich der Bedarf des Kunden erforschen, und nur so lässt sich das Problem des Kunden lösen.

Haben sich die Interessen der Kunden in den vergangenen 25 Jahren verändert?

Ja. Über den Daumen gepeilt entstehen alle drei bis fünf Jahre neue Trends. Uns hat es in den Anfangszeiten in Attaching zum Beispiel sehr geholfen, dass damals gerade der Inline-Skater-Boom ausgelöst wurde. Von dieser Welle wurden auch wir getragen.

Haslberger optimistisch: „Glaube fest an stationären Handel“

Und welcher Trend kommt als nächstes?

Im Sommer sind Walking und Running Trendsport, in der kalten Jahreszeit wird das Thema Winterwandern immer größer. Zudem führt der starke Andrang auf Fitnessstudios dazu, dass vor allem bei Damen der Bedarf an Fitnessbekleidung groß ist. Grundsätzlich spielt das Thema Gesundheit für die breite Bevölkerung eine immer größere Rolle und führt zu einer wachsenden Anzahl an ambitionierten Freizeitsportlern. Daher glaube ich – bei aller Bedeutung des Internets – auch fest an die Zukunft des stationären Handels.

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