Heftige Explosion in Wohnhaus: Foto zeigt Ausmaß der Katastrophe - Mann und Kind weiter verschüttet

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Spektakuläre Himmelsshow: Das Silvesterfeuerwerk, wie hier über Freising, ist nicht nur schön anzuschauen – es birgt auch Gefahren für Mensch, Tier und Natur. 

Schattenseiten des Feuerwerks

Lichterzauber, der krank macht: An Silvester leiden Tiere und Umwelt

Silvester rückt näher: Das Feuerwerk um Mitternacht gehört für viele dazu. Doch nur wenige denken an die Folgen für Umwelt, Mensch und Tier – und die sind alles andere als schön.

Freising – „Feuerwerk ist alles, nur nichts für Tiere“, sagt Joseph Popp, Vorsitzender des Tierschutzvereins Freisings. Der laute Knall, den eine Silvesterrakete erzeugt, gehört laut Popp nicht zu den Geräuschen, die für Hunde, Katzen und Co. natürlich sind. Ihr sensibles Gehör trage dazu bei, dass die Tiere leicht in Panik verfallen. Das sei nicht nur bei Haus-, sondern auch bei Wildtieren so. Er rät: „Am Silvestertag sollte man seine Tiere niemals alleine und ab Nachmittag sowieso gar nicht mehr aus dem Haus lassen.“ Hunde sollten zwei bis drei Tage vor und nach dem Jahreswechsel nur mit Leine ausgeführt werden, da es immer wieder Leute gebe, die die Böller vorab schon ausprobieren oder danach die übrig gebliebenen noch verschießen würden.

Nicht nur auf Tiere hat das Feuerwerk Auswirkungen: Auch die Umwelt leidet. An Silvester schieße die Feinstaubbelastung laut dem Bundesumweltamt deutlich über den Normalwert und beeinträchtige besonders Menschen mit Atemwegsproblemen. „Die 4500 Tonnen Feinstaub, die durch die Sprengkörper freigesetzt werden, entsprechen in etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmengen“, ist auf der Internetseite der Bundesbehörde zu lesen.

Bußgelder in Höhe von bis zu 5000 Euro drohen bei Verstößen

In der Freisinger Innenstadt ist das Zünden von Feuerwerkskörpern ausdrücklich untersagt – aus Angst um die historischen Gebäude. Die Steighöhe von Raketen beträgt maximal 100 Meter, anschließend fallen sie zurück auf die Erde. Weil dabei Brände verursacht werden können, dürfe im Umkreis von 100 Metern um Kirchen, Krankenhäuser, Kinder- und Altenheime sowie historische Gebäuden nicht geschossen werden, berichtet Christl Steinhart, Pressesprecherin der Stadt. Trotzdem gebe es Menschen, die sich nicht an die Verordnung halten. „Wir kontrollieren die Einhaltung des Verbots im Rahmen unserer Möglichkeiten. Bei Verstößen können Bußgelder in Höhe von bis zu 5000 Euro verhängt werden“, sagt die Pressesprecherin.

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Michael Maier von der Polizeiinspektion Freising betont: „Bei konkreten Gefahrensituationen werden wir eingreifen. Allerdings ist eine Kontrolle und Verhinderung aller Feuerwerke in den Gemeinden in der Silversternacht personell nicht darzustellen.“ Traditionell würde mit diesem Abend eine hohe Einsatzbelastung einhergehen und die Beamten seien mit anderen Arten von Kriminalität beschäftigt.

Silvester bedeutet auch für die Ärzte in der Notaufnahme des Klinikums Freising Hochkonjunktur. Wie gefährlich Sprengkörper im unsachgemäßen Umgang sind, zeigen die Notfälle in der Neujahrsnacht. Wie Pressesprecher Sascha Alexander berichtet, verzeichnete das Krankenhaus allein zum vergangenen Jahreswechsel zwölf ambulante Behandlungen. Ursache: Verletzungen durch Feuerwerkskörper.

Das Spektakel am Himmel dauert meist nur ein paar Minuten, doch die Spuren, die die Böllerei hinterlässt, sind länger sichtbar. Obwohl laut Stadtverwaltung jeder Bürger dazu verpflichtet ist, seine Überreste der Silvesternacht zu beseitigen, sieht man auch Tage nach Neujahr noch Müll auf den Straßen, sagt Pressesprecherin Steinhart. Sie betont: „Zur Müllvermeidung, zur Schonung von Umwelt und zum Schutz der Tierwelt kann jeder Bürger beitragen, indem er auf das Feuerwerk verzichtet.“ Leyla Yildiz

Feuerwerksverbot in der Freisinger Altstadt

Im gesamten Innenstadtbereich ist das Abfeuern von Silvesterraketen gemäß der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz verboten. Darauf weist die Stadtverwaltung ausdrücklich hin. Aufgrund einer maximalen Raketensteighöhe von 100 Meter dürfen sich beim Zünden eines Feuerwerkskörpers keine Kirchen, Krankenhäuser, Kinder- und Altenheime oder historische Gebäude in einem Umkreis von 100 Metern befinden. Zurückzuführen ist das auf einen Großbrand auf dem Tübinger Marktplatz in der Silvesternacht 2008/2009. Wer sich in der Nacht auf Neujahr mit Böllern und Feuerwerk beteiligt, ist verpflichtet, Straßen und Gehweg von den Resten zu säubern, wenn diese ausgekühlt sind. Sie können im normalen Hausmüll entsorgt werden.

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