Auf dem Wintermarkt am Flughafen: Lothar Riemer (r.) und sein Kollege mit einem Nachwuchs-Polizisten.
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Auf dem Wintermarkt am Flughafen: Lothar Riemer (r.) und sein Kollege mit einem Nachwuchs-Polizisten.

Lothar Riemer ist Standortrepräsentant

Ein Lachen schenken: Freisinger engagiert sich für den Kinderhilfeverein deutscher Soldaten und Polizisten

Lothar Riemer aus Freising engagiert sich bei „Lachen helfen“, dem Kinderhilfeverein deutscher Polizisten und Soldaten. In Zeiten von Corona ist Unterstützung besonders wichtig.

Freising – Bildung ist der Schlüssel: Davon ist Lothar Riemer überzeugt. Und diese Überzeugung hat seine über 40-jährige Berufslaufbahn bei der Polizei geprägt. Auch jetzt, im Ruhestand, möchte der 60-jährige Wahl-Freisinger nicht die Hände in den Schoß legen. Um Kindern weltweit Zugang zu Bildung zu ermöglichen, engagiert er sich nach wie vor bei „Lachen helfen“, dem Kinderhilfeverein deutscher Polizisten und Soldaten – als einer von acht Standortrepräsentanten in Deutschland.

Der Verein

Seit 1989 beteiligen sich deutsche Soldaten und Polizisten an friedenssichernden und -erhaltenden Einsätzen internationaler Organisationen. Vor Ort erleben sie das zum Teil unbeschreibliche Elend der Menschen – und vor allem der Kinder – mit. Die Einsatzkräfte beschlossen, nicht nur ihren Dienst, sondern auch auf Eigeninitiative humanitäre Hilfe zu leisten, und gründeten 1996 den Verein „Lachen helfen“.

Die Zielsetzung

„Ziel ist, positive Veränderungen für die Gesellschaft herbeizuführen. Und zwar indem die Kinder die Möglichkeit auf Bildung bekommen“, erklärt Riemer, der sich seit 2010 im Verein engagiert. „Ein Land kann sich auf Dauer nur verändern, wenn der jungen Generation Bildung ermöglicht wird.“

Platz für alle: Lothar Riemers Kollegin Muna Mougawaz (stehend, l.) aus Köln hat im afghanischen Mazar e Sharif einen Kindergarten aufgebaut.

Daher setzt sich die Initiative für den Bau von Kindergärten, Waisenhäusern und Schulen, aber auch Hospizen ein – überall dort, „wo Bundeswehr und Polizei mit Manpower dabei sind“. Das sei in der Regel dort, wo die Vereinten Nationen der Europäischen Union große Einsätze haben, etwa in Afghanistan, Mali oder dem Kosovo. Alle Projekte entstünden zusammen mit einheimischen Firmen und Handwerkern. „Wir wollen den Menschen vor Ort direkt helfen. Daher wird immer nachgefragt, was genau gebraucht wird – meist sind das Schulen“, erklärt der 60-Jährige.

Die Motivation

In seiner Laufbahn bei der Polizei hat er national wie international viel erlebt: Geboren in Norddeutschland, aufgewachsen in Bayreuth, begann er mit 19 Jahren seine Ausbildung bei der Bundespolizei und war dann an der Grenze zur DDR eingesetzt. Er arbeitet unter anderem als Sicherheitsbeamter der Deutschen Botschaften in Moskau und Kairo, war knapp ein Jahr für die Vereinten Nationen in Bosnien, drei Mal in Afghanistan, lange bei der Kripo München und bei der Verkehrspolizei Freising. Zuletzt war er fast neun Jahre lang als Lehrer an der Polizeischule in Dachau tätig, bevor er im Juni 2020 in Pension ging. „Ich habe mich schon immer kirchlich und vor allem sozial engagiert“, sagt Riemer, der seit rund 20 Jahren im Kreis Freising lebt. Seit er bei seinem ersten Auslandseinsatz, 1986 in Bosnien, selbst das Elend erlebt hat, das in Krisengebieten oftmals herrscht, treibt ihn ein Gedanke an: „Ich will mich einbringen.“

Die Aufgabe

Das tut Riemer seit mehr als zehn Jahren als sogenannter Standortrepräsentant. Was das bedeutet, erklärt er so: „Der Verein steht auf zwei Standbeinen: Zum einen gibt es die Polizisten und Soldaten in den Auslandseinsätzen, die die Projekte dort in ihrer Freizeit betreuen. Zum anderen gibt es die Mitglieder in Deutschland, die versuchen, Spenden zu sammeln und Werbung zu machen. Die Koordination übernehmen die Standortrepräsentanten.“

Die Spenden

Und dieser Einsatz ist seit dem Beginn der Corona-Pandemie noch wichtiger geworden: „Die Spenden nehmen wir größtenteils durch Veranstaltungen ein.“ Dazu zählten etwa Benefizkonzerte der Musikkorps von Bundeswehr und Polizei, der Kinderspaßtag in Freising oder der Stand auf dem Wintermarkt am Münchner Flughafen. „Diese Gelder fehlen jetzt natürlich komplett. Daher müssen wir direkter auf mögliche Spender zugehen“, sagt Riemer. Unterkriegen lassen wird sich der Verein jedoch nicht – denn auch in Zukunft wollen die Mitglieder vielen Kindern lachen helfen. mh

Das Spendenkonto: Sparkasse Essen, Kontonummer: 4310900; Bankleitzahl: 360 501 05; Kontoinhaber: Lachen helfen; IBAN:
DE 95 3605 0105 0004 3109 00

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