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Klänge wie in Louisiana: Ludwig Seuss und seine Band ließen die US-Südstaaten mit einer Mischun g aus Boogie, Jazz und Cajun lebendig werden. 

Eine musikalische Offenbarung 

Wie in New Orleans: Ludwig Seuss und Band bringen Boogie, Jazz und mehr nach Freising

Vollblut-Musiker Ludwig Seuss und seine Band brachten Boggie, Jazz und mehr nach Freising - und ließen im Lindenkeller die US-Südstaaten lebendig werden.

Freising – Lange hin ist es ja sowieso nicht mehr zum Mardi Gras in New Orleans, zu dem sich einst Peter Fonda und Dennis Hopper in Easy Rider auf den Weg gemacht haben. Diesen ganz speziellen Soundtrack zwischen Boogie, Jazz und Cajun brachte bereits am Samstag die Ludwig-Seuss-Band exzellent auf die Lindenkeller-Bühne nach Freising. Der Boogie-Man sorgte für Begeisterung.

Schon die Eröffnungsnummer riss die Zuschauer von den Stühlen

Um die zehn Jahre ist es her, seitdem Seuss zum letzten Mal auf der Kultbühne gestanden war, eigentlich viel zu lange für einen Musiker, der zu den besten in Bayern gehört. Der Ruf eines Pianisten und Songwriter der Extra-Klasse eilt ihm voraus – einer, von dem man ungesehen glauben könnte, er wäre aus Baton Rouge für ein kurzes Gastspiel in die Domstadt gekommen.

Die Eröffnungsnummer „All Night long“ riss schon gleich mal die ersten Zuschauer von den Stühlen – ein Boogie wie geschaffen für die grandios eingespielte Formation. Seuss, der körperbetont und virtuos das Klavier bearbeitete, im Dialog mit dem Ausnahme-Talent Titus Vollmer an der Gitarre. Vollmer ist ein Vollblut-Musiker, der in der Vergangenheit für die Münchner Symphoniker Stücke arrangiert hat und immer wieder auch als Filmkomponist in Erscheinung tritt. Sein Gitarrenspiel ist ein leichtfüßiger Wechsel von Zurückhaltung und unverkennbaren Soli. Er ist ein Künstler, den man aus 100 anderen Gitarristen blind heraushören kann.

„Country Girl“ als Tribut an die 1940er Jahre

Der Hit aus dem Jahr 1959 von Frankie Ford „Sea Cruise“ leuchtete als eine wilde Rock’n’Roll-Tanznummer aus dem Swamp-Land, eine Melange von Phrasierungen und den dunklen Träumen von Wolfman Jack. Witziges Detail: „Sea Cruise“ war als „Achterbahn“ ein großer Erfolg für die Spider Murphy Gang, bei der Ludwig Seuss seit 1987 am Piano sitzt. In der interpretierten Original-Version von Ford zog Seuss sämtliche Register. Die Seelen-Verwandtschaft zu einem Jerry-Lee Lewis in Dynamik und Dramatik war ganz deutlich zu spüren, und wäre das Piano in Flammen aufgegangen – gewundert hätte es keinen an diesem Abend. Im wunderbaren „Country Girl“, einem Tribut an den Pianisten aus den 40ern, Roosevelt Sykes, gelang dem Ensemble durch Virtuosität und pure Leidenschaft ein Zwischenapplaus, dem noch zahlreiche folgen sollten.

Mit Verneigungen vor Ray Charles und Chuck Berry spannte Ludwig Seuss den Bogen zu einem funkelnden New-Orleans-Spektrum. Manches Mal bedrohlich schwer, beinahe schon gespenstisch stampfend die musikalische Bebilderung des amerikanischen Südens, dann wieder ein versöhnlicher Cajun-Sound voller Melancholie. Kongenial am Saxofon überzeugte Thilo Kreitmeier, der einen ganz wunderbaren Subtext in die Songs legte und damit gar nicht so weit entfernt war von einem Clarence Clemens.

Ludwig Seuss und seine Band sind eine musikalische Offenbarung. Ein umwerfendes Konzert, das ohne Zweifel ein viel größeres Publikum verdient hätte.

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