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Der DGB-Ortsvorsitzende Guido Hoyer (r.) hatte zur diesjährigen Maikundgebung einen Wissenschaftler eingeladen: Conrad Schuhler vom isw München legte seinen Finger in so manche Wunde.

Maikundgebung des DGB

„Sicher ist nur die Altersarmut“

Mit dem Wirtschaftswissenschaftler Conrad Schuhler vom Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (isw) hatte der DGB-Ortsverein gestern einen Redner geladen, der fernab des wirtschaftsliberalen Mainstreams auch mit den Gewerkschaften und mit der Politik insgesamt sehr kritisch ins Gericht ging.

Freising Der Freisinger Gewerkschaftschef Guido Hoyer freute sich über den Besuch von Landrat Josef Hauner und Bürgermeisterin Eva Bönig, ganz besonders aber auch über die Anwesenheit seines inzwischen sehr betagten Vorgängers Herrmann Rohrmeier. Die „Freisänger“, eine noch neue Gesangsgruppe in der Freisinger Szene, hatte mit ihren im weitesten Sinn als Arbeiterlieder zu bezeichnenden Songs den richtigen Ton für die Maikundgebung im „Oberhaus“ des Lindenkellers gefunden.

In seiner Begrüßung übte Guido Hoyer heftige Kritik an der „sozialen Schieflage“ in Deutschland, wo 16 Prozent der Rentner in Armut lebten. Andere Ruheständler seien oft überschuldet. Er forderte eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns, höhere Steuern für die Reichen und „die Rente mit 67 muss weg. Die gesetzliche Rente muss zum Leben ausreichend sein“.

In seinem Grußwort meinte Landrat Josef Hauner, der 1. Mai habe in den Kalendern von Gewerkschaftern „einen festen Platz“. Der DGB sei eine „richtungsweisende Kraft“ im Lande und „ein ganz wichtiger Teil im demokratischen System“. Hauner nutzte die Gelegenheit, die Gewerkschafter aufzufordern, zur Wahl zu gehen. „damit die Gruppierungen am Rande des Spektrums keine Chance hätten.

In die gleiche Kerbe hieb Bürgermeisterin Eva Bönig – der zuvor Hauner zum Geburtstag gratuliert hatte. „Nehmen wir uns die Wahlfreiheit, wir haben sie“. Auch für die Freisinger Bürgermeisterin steht fest, dass manchmal „der Mindestlohn nicht mehr ausreicht“. Gleiches Geld für gleiche Arbeit gebe es nach wie vor nicht. Es habe ein Gesetz gebraucht, um vielleicht zu erreichen, dass Frauen doch einmal zu den Männern aufschließen können.

Conrad Schuler, der Vorstand des isw München, fragte: „Gibt es am 1. Mai etwas zu feiern?“ Seinen Zahlen zufolge nicht: Die Bundesrepublik stehe mit 2,7 Millionen Arbeitslosen da, insgesamt gebe es 29,2 Millionen Arbeitnehmer. Davon würden lediglich 55 Prozent in Vollzeit arbeiten, 18,5 Millionen seien „atypisch“ – Teilzeit-Arbeiter, Leiharbeiter oder in prekären Verhältnissen beschäftigt. Dieser Anteil sei in den vergangenen Jahren von 29 auf 42 Prozent gestiegen. Das Fazit Schuhlers: „Fast jeder sechste Deutsche ist arm“. Stolz sei also nicht angebracht „sondern Wut, um das zu ändern“. Er kritisierte den deutschen Exportüberschuss, der andere Länder in die Armut treibe. Er hielt auch nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg, dass die Löhne in deutschland zu niedrig seien. „Die müssten mindestens mit dem Produktionsfortschritt mithalten“.

Es sei ein Trugschluss, auch mancher Gewerkschaften, dass niedrige Lohnerhöhungen durch einen sicheren Arbeitsplatz ausgeglichen werden könnten. Er nahm sich schließlich Norbert Blüms berühmten Satz „die Rente ist sicher“ vor: „Alles was sicher ist, ist die Altersarmut“, so der Wirtschaftswissenschaftler.

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