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Kardinal Reinhard Marx, umringt von Jugendlichen, vor dem Korbiniansschrein. 

Jugendkorbinianswallfahrt

Marx geißelt die Hass-Kultur

Freising - Erzbischof Reinhard Marx ist besorgt über ein Klima des Hasses, der Aggression und der Unbarmherzigkeit. Seine „Korbi“-Predigt war heuer besonders aktuell.

Die Warnung war eindringlich. Sehr eindringlich. Die Jugend solle aufstehen und kämpfen – kämpfen gegen „Hassmails“, gegen Lügen, gegen Kälte und Aggression, gegen „eine Kultur der Unbarmherzigkeit und des Hasses“, gegen „eine unbarmherzige Sprache, die zu einer unbarmherzigen Gesellschaft und Zivilisation führen kann, ja führen wird“. Es waren starke Worte, mit denen sich Reinhard Kardinal Marx in seiner Predigt im Mariendom an die jungen Wallfahrer wandte, Worte, die nachhallten. „Ihr seid jung, seid hellwach!“, rief der Erzbischof den Jugendlichen zu. „Steht auf, im Namen Jesu von Nazareth“, dessen barmherzige Liebe das kleine Ich jedes Einzelnen umhülle und ihm so die Kraft gebe, unter dem Blick Gottes und dessen barmherziger Liebe aufzustehen, erwachsen zu werden.

Barmherzigkeit, das war nicht nur deshalb das Thema der Ansprache des Erzbischofs, weil man damit 2016 als das Jahr der Barmherzigkeit abschloss, sondern auch deshalb, weil das Motto der Jugendkorbinian „barmherz-ICH“ lautete. Zugleich forderte Marx die jungen Wallfahrer auf, sich nicht selbst dem „Druck“ auszusetzen und nachzugeben – dem Druck, gut und toll sein zu müssen, dem Druck, die richtigen Kleider zu tragen und die neuesten Smartphones zu besitzen. Nein, man solle einen Schritt zurücktreten und sich überlegen, wie man sein Leben aus der Liebe zu Gott heraus gestalten wolle, nicht danach, was andere erwarten.

„Einmal im Jahr feiern wir seinen Namen – Korbinian!“, so sang man zu Beginn des Festgottesdienstes. Die ersten jungen Christen waren schon am Abend zuvor eingetroffen, hatten auf dem Domberg eine „Kulturnacht“ verbracht. Die eigentliche „Korbi“, wie man die Pilgerschaft mehrerer Tausend Jugendlicher zur Keimzelle des Erzbistums liebevoll nennt, war freilich der Sonntag mit seinen ganz unterschiedlichen Angeboten auf dem Mons doctus: Workshops, Filme, Gespräche, Diskussionsrunden, Musik, Bastelkurse, Führungen und Infostände – nichts, was es an diesem Tag nicht gab.

Und kaum war die Jugendkorbinianswallfahrt 2016 mit dem Vespergottesdienst zu Ende, richtete sich schon der Blick auf „Korbi“ 2017. Da wird nämlich, weil auf dem Domberg der Umbau startet, alles anders sein: Die Jugendkorbinianswallfahrt wird auf einen Samstag verlegt (18. November), auf dem Domberg oben wird es nur den Gottesdienst im Dom mit dem Erzbischof geben, das gesamte Rahmenprogramm wird zu Füßen des Mons doctus auf und rund um den Marienplatz stattfinden.

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