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Ausverkauft war die Camerloher-Aula.

„Mei Fähr Lady“ in Freising

Bis das Bairisch basst

Bairisch ist nicht einfach. Das muss die Chinesin Mei Ding erfahren, als sie in einem Crashkurs bei Professor Ludwig Zehetner Unterricht nimmt, um den Dialekt zu erlernen. Das Regensburger Turmtheater gastierte am Freitag in der Aula des Camerloher Gymnasiums mit seinem Kultstück „Mei Fähr Lady“, das mittlerweile über 230 Mal aufgeführt wurde.

Freising Für den Organisator, Oberstudienrat Franz Mittermeier und den Elternbeirat), ging mit dem Gastspiel der Regensburger Compagnie ein Herzenswunsch in Erfüllung. Spielt in „Mei Fähr Lady“, geschrieben von josef berlinger, doch sein ehemaliger Deutsch- und Lateinlehrer Ludwig Zehetner die Rolle seines Lebens, nämlich sich selbst. Inzwischen ist Ludwig Zehetner, der gebürtige Freisinger, Honorarprofessor für Bairische Dialektologie, versehen mit dem Attribut des „Dialektpapstes“ schlechthin. Quasi der zweite Papst, den Regensburg innerhalb kurzer Zeit hervorbrachte . . .

Die Chinesin Mei Ding – Eva Sixt, ein Ohrenschmaus – mag nicht mehr länger Putzfrau sein. Sie verbringt ihre Zeit lieber an der Donau. Ihr Traum ist es, auf der kleinen Rollfähre zu arbeiten, die täglich Regensburger und Touristen über den Strom setzt. Aber die Besitzerin der Fähre gibt ihr den Job nur, wenn Mei Ding Bairisch kann. Und so kommt sie zum Crash-Kurs beim bairischen Dialektpapst Professor Zehetner. Und mit ihr der aus Paris zugezogene Rapper Bulanger (Titus Horst). Mei Ding spricht bairisch, allerdings mit chinesischer Sprachmelodie, was ihr oft Szeneapplaus einbringt. Zwar gibt es im Laufe des Abend immer wieder witzige Szenen mit den eigenwilligen Schülern und dem Herrn Professor, aber diese rahmen eigentlich nur einen gründlichen und interessanten Exkurs über den wahrlich zungenbrecherischen Dialekt ein. Allerdings, wer des Bairischen nicht mächtig war, lernte es an diesem Abend in der Gymnasium-Aula auch nicht. Und die anderen amüsierten sich schenkelklopfend. Ludwig „Luigi“ Zehetner wusste Kurioses über die Sprache und ihre Entstehung zu berichten. Das immer häufiger zu hörende „lecker“ gehe gar nicht, die Zauberformel „basst scho“ hingegen könnte manchen Streit schnell die Spitze nehmen.

Mei Ding ist begabt für den Dialekt, das beweist sie immer wieder. Auch die bairischen Kennzeichnungen „aussi, auffi, owi, nunter, ume, nüber“ hat sie schnell drauf. Beim Hinweis „d’Kellnerin hots Bschdeck zschbat bschdellt“ kommt die kleine Chinesin aber dann doch an ihre Grenzen. Ganz ohne Melancholie geht’s aber dann doch nicht. Mei Dings Bairisch ist schließlich perfekt. Und sie wird dem Luigi fehlen. „A geh’ weida“, sagt sie zum Abschied.

Gut zu wissen

Das Stück ist vom 5. bis 8. Oktober und vom 12 bis 14. Oktober auch noch in der Pasinger Fabrik zu sehen.

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