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Die Nebenkostenabrechnung treibt Mieter immer wieder zur Beratung.

Jede zweite Abrechnung falsch: Freisinger Mieter drücken viele Sorgen

Jede zweite Abrechnung falsch: Freisinger Mieter drücken viele Sorgen

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Die Mieten in Freising steigen dramatisch. Doch die hohen Abgaben sind nicht die einzigen Sorgen, die Mieter drücken.

Freising – Der Immobilienmarkt in Freising kocht. Die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen ist stärker als das Angebot. Entsprechend klettern die Preise nach oben. Doch hohe Mieten sind nicht die einzigen Sorgen, die Bürger der Großen Kreisstadt plagen. In seiner letzten Jahreshauptversammlung als Vorsitzender des Mietervereins Freising hat Volker Zinkernagel minutiös aufgeführt, was den Freisingern unter den Nägeln brennt, die über keine eigene Immobilie verfügen – und Studenten ein besonderes Angebot unterbreitet.

Die größten Sorgen

1205 Beratungen hat der Mieterverein Freising im Jahr 2018 durchgeführt. An den insgesamt 125 Beratungstagen brachten die Mitglieder viele Sorgen zum Ausdruck. Hauptbrennpunkt aber waren die Betriebskostenabrechnungen. 26 Prozent aller Beratungen kreisten um die Frage nach den Nebenkosten. „Diese hohe Zahl ist nicht verwunderlich“, betonte Zinkernagel und verwies auf eine Analyse des Deutschen Mieterbunds in Berlin. „Jede zweite Betriebskostenabrechnung ist unrichtig oder sogar falsch.“

Vieles brennt den Mietern unter den Nägeln: 1205 Beratungen musste der Mieterverein 2018 durchführen

Rund 20 Prozent der Mieter kamen, um sich wegen einer Kündigung beraten zu lassen. Viele suchten Hilfe, weil ihnen wegen Eigenbedarfs gekündigt wurde. Oftmals ging es aber auch um Problematiken beim Auszug, wie Zinkernagel berichtete. Dann, wenn sich Vermieter und Mieter bei der Abnahme der Wohnung uneins waren. 18 Prozent vereinbarten einen Beratungstermin, weil sie Mängel an der Mietsache festgestellt hatten – Schimmel etwa oder Lärmbelästigung. 8,4 Prozent suchten den Verein wegen einer Erhöhung der Miete auf, fünf Prozent wegen Problemen bei der Kautionsrückzahlung, 3,6 Prozent wegen Konflikten um den Mietvertrag, 3,5 Prozent wegen diverser Unstimmigkeiten mit dem Vermieter, 3,3 Prozent wegen Auseinandersetzungen um die sogenannten Schönheitsreparaturen. 1,4 Prozent der Beratungen gingen um Mietzahlungen, ein Prozent um Modernisierungsmaßnahmen und 0,5 Prozent um Tierhaltung.

Wo bleibt der Mietspiegel?

Noch immer gibt es in Freising keinen Mietspiegel. Mehrmals ist der Mieterverein mit diesem Vorstoß im Stadtrat oder einer seiner Ausschüsse gescheitert. „Ein Mietspiegel wäre für alle Beteiligten gut, weil er nicht nur Mietern, sondern auch Vermietern Orientierung bietet“, sagte Zinkernagel. „Aber bei der Stadt bin ich mit diesem sinnvollen Anliegen angerannt wie an eine Gummiwand.“ Sein Nachfolger als Vereinsvorsitzender Markus Grill will aber weiter um das Projekt kämpfen. „Ich werde gegen die Legende angehen, dass ein Mietspiegel automatisch höhere Mieten nach sich zieht.“ Ohne Mietspiegel lässt sich auch die Mietpreisbremse nicht effektiv anwenden. Denn die besagt, dass bei Neuvermietungen nur Mietpreise verlangt werden dürfen, die zehn Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete nicht überschreiten.

Gemeinden mit „Wagenburg-Mentalität“

Nirgendwo in Deutschland sind die Immobilienpreise in den vergangenen fünf Jahren so dramatisch in die Höhe geschossen wie in Freising. Laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft liegt der Preisanstieg bei 93 Prozent. Da hält nicht mal München mit. Entsprechend gehen auch die Mietkosten hoch. Eine Möglichkeit, die Entwicklung zumindest abzubremsen, ist die Eingliederung von Gemeinden in Gebiete mit erhöhtem Wohnbedarf. Freising und die SüdKommunen haben das bereits getan. Hier dürfen Immobilienbesitzer den Mietpreis innerhalb von drei Jahren „nur“ bis zu 15 Prozent erhöhen.

„Es ist kein Wunder, dass vor allem Mitglieder aus Gemeinden zu uns kommen, die nicht in Gebiete mit erhöhtem Wohnungsbedarf eingegliedert sind“, berichtete Zinkernagel. „Wo doch bereits eine Erhöhung um 15 Prozent sehr weh tun kann.“ Einige Gemeinden hätten inzwischen zwar zugesagt, ihre Daten an die Bayerische Staatsregierung zu übermitteln – die Grundlage für die Eingliederung. „Es gibt aber auch solche, die da keine Notwendigkeit sehen“, sagte Zinkernagel. „Die haben so eine Art Wagenburg-Mentalität nach dem Motto: Wir bauen doch eh schon so viel. Oder sie haben einfach Angst vor zu viel Zuzug.“

Kampf um Grundsteuer-Abgabe

Der Mieterverein setzt sich dafür ein, dass die Grundsteuer künftig nicht, wie bisher, anteilmäßig auf den Mieter umgelegt werden darf. „Parteien mit einer stärkeren sozialen Komponente plädieren im Bund dafür, diese Umlegbarkeit abzuschaffen“, berichtete Zinkernagel. „Dem schließen wir uns an. So ein fixer Kostenpunkt, der jedes Jahr in gleicher Höhe für den Vermieter anfällt, darf nicht in die Betriebskostenabrechnung für den Mieter eingehen.“ Zur Orientierung: Bei einer 80 Quadratmeter großen Wohnung macht die Grundsteuer im bayerischen Durchschnitt etwa 120 Euro der jährlichen Nebenkosten aus.

Studenten erhalten spezielles Angebot

Als Uni-Stadt lockt Freising zahlreiche Studenten an. Die tun sich oft besonders schwer bei der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung auf Zeit. Für sie hat der Mieterverein ein besonderes Angebot: Studenten erhalten ab 1. Mai die Möglichkeit, sich einmalig kostenlos beraten zu lassen. Erst weitergehende Beratungen setzen eine Mitgliedschaft voraus.

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