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Grellrote Feuerzungen symbolisieren die gewaltigen Kräfte, die von den Engelsbildern des Georg Schönberger auf den Betrachter übergehen.

Georg Schönberger stellt im Alten gefängnis aus

Mitreißende Bildersprache

Freising - Es ist eine reiche Bildersprache, der sich Georg Schönberger bedient. Arbeiten aus dem Gesamtwerk des akademischen Kunstmalers aus Volkannsdorf sind derzeit im Alten Gefängnis zu bewundern.

Es ist eine reiche Bildersprache, der sich Georg Schönberger bedient. Arbeiten aus dem Gesamtwerk des akademischen Kunstmalers aus Volkannsdorf sind derzeit im Alten Gefängnis zu bewundern. Besonders eindringlich wirken seine jüngsten Werke: Er widmet sich einem religiösem Thema. Frei nach einer Prophezeiung aus dem Neuen Testament, der Apokalypse des Johannes, lässt er den Engeln die sieben göttlichen Zornesschalen ausschütten. 

Es scheinen gewaltige Kräfte zu sein, die aus den sieben Motiven – den apokalyptischen Engeln – auf den Betrachter übergehen. Grellrote Feuerzungen schießen aus dem dunklen Ball hervor, den Schönberger in jedes der Engelsbilder eingearbeitet. Ist es der Erdball, eine Kanonenkugel, oder ein überdimensioniertes Samenkorn, durch das tagtäglich das Leben neu erfunden wird? Rein gegenständlich seien seine Engel nicht vorhanden, räumt der Künstler ein. Spürbar seien sie dennoch: als gewaltige Mächte. Und die hat Georg Schönberger schon in vielen seiner Arbeiten lebendig werden lassen. In Glasmosaiken, Bleiglasfenstern und Wandmalereien, die als Auftragsarbeiten für Kirchen und Gebäude im öffentlichen Raum gefertigt wurden. Auch in der Kirche von Oberappersdorf spricht die Kunst von Georg Schönberger eine deutliche Sprache. 

Ein Bilderzyklus zur Offenbarung des Johannes ist dort auf einem Wandbild und als Fenstermosaik dargestellt. Lange und regelmäßige Aufenthalte auf der Mittelmeerinsel Kreta haben seinen künstlerischen Werdegang geformt. Gerade die leichte und heitere Seite seiner Pinselstriche sind diesem Lebensraum gewidmet: „Frühling in Kreta“, „Oliven und Dornbusch“, „Mandelblüte“ oder „Sterne im Meer“. Schönbergers Arbeiten seien ein schöner Beweis dafür, dass künstlerische Entwicklung einem fortwährenden Prozess unterliege, gab Laudator Dieter Thalhammer bei der Vernissage am Freitagabend zu bedenken. Auch als Grafiker, als Schnitzer und in der bildenden Kunst sei Schönberger zuhause. Seine Federzeichnungen nach Holzkunstruktionen aus gespaltenem Brennholz beweisen dies. 

Die feinen Maserungen in den Eichen- und Buchenstücken, die er in seinem großen Garten am alten Schulhaus in Volkmannsdorf zu Kaminholz spaltet, hat Schönberger in grafischem Schwarz-Weiß festgehalten. Gelegentlich grüßt auch ein „Relikt“ aus seiner „zweiten Heimat“ Kreta: „Was macht denn ein Kieferknochen vom Seeteufel mitten im Holzstoß?“. Diese humorvolle Frage hat der Künstler mit Tusche auf die Leinwand geschrieben. Ein weiteres „Relikt“ hat Schönberger als Ausgangspunkt für neue Kompositionen verwendet. Ein mit Farben bekleckster, karierter Stoff, den er als Mallappen für ein Wandbild des heiligen Florian am Feuerwehrhaus in Bruckberg benutzt hatte, ist jetzt in der Ausstellung zu sehen: als Zyklus von Materialbildern. Auch das zeugt von der großen Experimentierfreudigkeit des Künstlers.

Maria Martin

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