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Über eine „goldige Überraschung“ freute sic h FSM-Fraktionschef Reinhard Fiedler – den Neuzugang der Grünen- Hoffnung Birgit Mooser-Niefanger. 

Birgit Mooser-Niefanger verlässt die Grünen

Vize-Landrätin wechselt zur Freisinger Mitte

Freising - Birgit Mooser-Niefanger ist nicht mehr grün, sondern Freisinger Mitte. Gestern ließ die Stadt-, Kreis- und stellvertretende Landrätin die kommunalpolitische Bombe platzen. Jetzt müssen sich die Grünen auch noch eine neue Direktkandidatin für den Bundestag suchen.

Freising – Sie hatte 2014 knapp die Stichwahl zum Landrat verpasst, war aber als Stellvertreterin gewählt worden, zog in den Kreistag und in den Stadtrat von Freising ein, wurde noch vor wenigen Wochen als Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2017 nominiert: Birgit Mooser-Niefanger (47). Immer stand dahinter „Grüne“. Doch damit ist es jetzt vorbei: Mooser-Niefanger ist bei den Grünen ausgetreten und „mit sofortiger Wirkung“ zur Freisinger Mitte (FSM) gewechselt. FSM-Fraktionschef Reinhard Fiedler sprach davon, dass der Wechsel, den die Stadtratsfraktion am Dienstagabend einstimmig bestätigt habe, „eine Überraschung“ gewesen sei – „aber eine goldige“. Die Zusammenarbeit mit Mooser-Niefanger, die stets eine „ergebnisorientierte Herangehensweise“ vertrete, sei schon immer gut gewesen.

Bis gestern 10.30 Uhr hatten auch die Grünen keine Ahnung von den Wechselabsichten Mooser-Niefangers. Die sagte, sie habe diese Entscheidung „für mich und nicht gegen die Freisinger Grünen“ getroffen. Ausschlaggebend seien die beiden Parteitage der Grünen in Bund und Land gewesen. Sie habe sich „selten so fehl am Platz gefühlt“ wie dort. Schon immer habe sie ja wenig davon gehalten, sich von Parteigrenzen und einem „ideologischen Überbau“ einengen zu lassen. Ihre Vorstellungen von Politik und bürgerschaftlichem Engagement ließen sich ohne die Bindung an die Programmatik einer Partei besser realisieren. Deshalb der Austritt. Explizit verneint Mooser-Niefanger, dass der Platz 21 auf der Kandidatenliste der bayerischen Grünen für die Bundestagswahl ihre Entscheidung beeinflusst habe. Eigentlich hatte die 47-Jährige Platz 11 angestrebt. Und ihr Wechsel zur FSM habe auch nichts mit den Freisinger Grünen zu tun. Die Suche nach einer neuen politischen Heimat sei nach der Entscheidung zum Austritt „nicht schwierig“ gewesen. Mooser-Niefanger sprach von dem „Gefühl, frei zu sein“.

Mooser-Niefanger, die freilich Landrätin bleibt, zieht ihre Bundestagskandidatur zurück und gibt ihren Listenplatz frei. Das sei nur „fair“, betont sie, hätten die Grünen doch jetzt Zeit, sich nach einem neuen Kandidaten umzusehen. Ob sich durch ihren Wechsel die Sitzverteilung in den Ausschüssen des Stadtrats und Kreistags ändert, muss noch berechnet werden. Die FSM hat jetzt im Stadtrat zwölf Sitze (die Grünen noch acht), im Kreistag sitzen jetzt acht FSM’ler (und noch 13 Grüne).

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