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Das war vom Allerfeinsten

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Von: Andreas Beschorner

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Eine Frau wie ein Vulkan: Sängerin Joyce Kennedy – „Baby Jean“ – hat nichts von ihrer durchdringenden Energie verloren. © Lehmann

Sie sind absolut Kult: Mother’s Finest. 1970 gegründet, seit 1978 eine von den ganz Großen, 1983 aufgelöst und 1989 wieder ins Leben gerufen – und am Freitag in Freising. Was für eine Show, was für eine mitreißende Band!

Freising Es ist erst das zweite Lied, das Mother’s Finest an jenem Abend auf der Bühne der Luitpoldhalle spielen. Aber schon kocht die Stimmung, ist die grandiose Mischung aus Soul, Funk und Rock jedem Zuhörer ins Gebein gefahren. Mother’s Finest haben 40 Jahre nach ihrem legendären Auftritt im Rockpalast auch die Freisinger Luitpoldhalle fest im Griff, haben von ihrer Lebensfreude, von ihrer musikalischen Klasse und von ihrer euphorischen Art nichts verloren. Aber schon gar nichts. Freising tanzt, Freising klatscht mit, Freising singt und Freising jubelt.

Manch große Combo aus vergangenen Zeiten lebt noch vom Namen, die Bandmitglieder haben mit dem Ur-Formation nichts mehr zu tun. Bei Mother’s Finest, dem nächsten dicken Kultfisch, den die Stadtjugendpflege und Hartmut Fischer da an Land gezogen haben, ist das anders: Sängerin Joyce Kennedy, genannt „Baby Jean“, und Sänger Glenn Murdoc sind nicht nur immer noch ein Ehepaar, sondern auch die Gründer der famosen Funk-Band. Und sie sind die unverwechselbare Stimmen dieser Formation, die auch nach fast 50 Jahren nichts von ihrer Kraft und ihrer alles durchdringenden Energie verloren hat.

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Freising klatscht, Freising jubelt: In der Luitpoldhalle ging sofort die Post ab. Foto: Lehmann

Bassist ist Jerry Seay – auch einer aus der Ur-Band und einer, der seinen Bass auf Funk und Hardrock gleichermaßen ausrichtet, das fette Fundament eines grandiosen Konzertes legt.

Und dann ist da noch Gary „Moses Mo“ Moore. Er ist der Leadgitarrist, er ist Gründungsmitglied und der Mann mit der knallroten Gitarre sieht nicht nur ein bisschen aus wie Catweazle, sondern spielt auch so – mit einer irrwitzigen Show, mit fulminanten Soli, technisch und empathisch ein musikalischer Vulkan, bei dem nicht nur das Instrument unter Strom steht. Und an dem Drums sitzt einer, der zum Nachwuchs gehört – und zwar im wahrsten Sinn des Wortes: Dion Derek Murdock, der Sprößling von „Baby Jean“ und Sänger Glenn. Bei „Mickey‘s Monkey“ ist das Publikum sofort dabei, singt den Refrain mit, man schwenkt die Arme, klatscht im Takt. Und das fällt leicht, denn die Energie von der Bühne reißt einen unweigerlich mit, die Songs zwischen Soul, Funk und harten Riffs kommen ohne Pause, Schlag auf Schlag, zum Luftholen bleibt da kaum Zeit. Mother’s Finest und ihr „Baby Love“ – die Combo ist echt finest.

Da hat sich das Warten gelohnt, denn bekanntlich sollte Mother’s Finest ja schon der Extra-Act auf dem Uferlos-Festival sein.

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