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Ein Klangerlebnis, das Vorfreude auf Weihnachten weckt: Der renommierte Münchner Universitätschors unter Leitung von Anna Verena Egger trat am Sonntagnachmittag im Freisinger Dom auf.

Brillantes Konzert

Mutiges Konzert: Münchner Universitätschor gastiert im Freisinger Dom

Zum Auftakt der vier Adventskonzerte im Freisinger Dom gleich ein Highlight: Die Verantwortlichen haben die Messlatte  hoch gelegt und sich selbst einen Herzenswunsch erfüllt.

Freising – Dommusikdirektor Matthias Egger an der Orgel und der Universitätschor München unter Leitung von Anna Verena Egger erfüllten die Kirche mit Werken von der Gregorianik über die Romantik bis hin zur Moderne – ein großes Klangerlebnis, das Vorfreude auf Weihnachten weckte. Für Matthias Egger und seine Ehefrau Anna Verena ging am Sonntagnachmittag ein Herzenswunsch in Erfüllung: gemeinsam ein Konzert zu gestalten.

Das Paar hatte bei der Programmzusammenstellung einige besondere Zuckerl im musikalischen Adventskalender: Kompositionen von Joseph Rheinberger etwa. „Den haben wir uns ausgesucht, weil er Münchner ist und wunderschöne Chormusik geschrieben hat“, begründete Verena Egger die Entscheidung. Für Kenner von Chormusik zählt Arvo Pärt, der in Berlin lebt, zu den Besten. „Seine sphärischen Chorsätze passen perfekt zur ausgezeichneten Akustik des Freisinger Doms.“

Die Eggers beweisen Mut zum anspruchsvollen Programm

Das Renommee des Münchner Universitätschors hatte sich in Freising offensichtlich herumgesprochen. Das Konzert war ausverkauft. Es mussten im Seitenschiff kurzfristig sogar noch Stühle aufgestellt werden. Verena und Matthias Egger hatten ein harmonisches und fein abgestimmtes Programm zusammengestellt. Die Männer des Universitätschors stimmten das Publikum von der Orgelempore herab mit dem „Rorate caeli“, einem bekannten gregorianischen Choral ein – gerade richtig, um die Zuhörer in eine adventliche Meditation zu versetzen. Dazu passte dann auch Max Regers „Es kommt ein Schiff, geladen“.

Neben diesen bekannten Stücken, wie später auch Heinrich Kaminskis „Maria durch ein Dornwald ging“, zeichnete das Adventskonzert auch aus, dass das Ehepaar Egger den Mut hatte, auf ganz besondere und vor allem sehr anspruchsvolle Lieder zurückzugreifen: beispielsweise Auszüge aus Frank Martins „Messe pour double choeur a capella“. Eine echte Herausforderung für jeden Chor.

Universitätschor meistert komplizierte Sätze scheinbar mühelos

Das vielstimmige „Kyrie“ einerseits stimmmächtig, um dann sofort wieder sehr feinfühlig zu werden. Solche Chorsätze beherrscht der Universitätschor scheinbar mühelos, wie wenn es nichts Einfacheres gäbe. Die rund 110 Chormitglieder sind hoch konzentriert, Verena Egger führt sie – stets mit einem Lächern im Gesicht – sicher und locker durch die schwierigsten Passagen.

Ein Höhepunkt des Adventskonzerts ganz sicher „The Beatitudes“ des zeitgenössischen estnischen Komponisten Arvo Pärt. Über dem ganzen Stück liegt ein großer Spannungsbogen untermalt vom tiefen Bass der mächtigen Domorgel mit einem fulminanten „Amen“, das nahtlos übergeht in ein Orgelsolo. Apropos Orgel: Dommusikdirektor Matthias Egger wollte den exzellenten Darbietungen des Universitätschors nicht nachstehen und demonstrierte mit einigen Stücken von Bach und Regler seine Virtuosität an der Orgel.

Lang anhaltender Applaus für die virtuosen Musiker im Dom

Domrektor Professor Marc-Aeilko Aris hatte in seiner launigen Begrüßung nicht zu viel versprochen: „München verfügt über zwei Exzellenzuniversitäten und die sind nur deshalb so exzellent, weil sie einen exzellenten Universitätschor haben mit einer exzellenten Leitung. Und deshalb passt das Konzert in den exzellenten Freisinger Dom, der schöner und älter ist als der Münchner.“

Mit lang anhaltendem Applaus forderten die Zuhörer eine Zugabe und würdigten die außergewöhnliche Leistung der vielen Musiker. Im Beifall klang wohl auch der Wunsch nach, dass der Münchner Universitätschor nicht das letzte Mal in Freising gastiert hat.

Peter Spanrad

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